Hamburg/München - Fotografie für Einsteiger

Fotografie für Einsteiger

Von: Sven Appel, dpa
Letzte Aktualisierung:
Digitalkamera
Den Einstieg in die Fotografie ermöglichen Kompaktkameras. Foto: ddp

Hamburg/München. Verkäufer erzählen viel, wenn der Tag lang ist. Daher kommt beim Besuch der Fotoabteilung des Elektromarkts zum großen Angebot meist auch noch ein Fachmann, der dem Kunden die Super-Duper-Kamera mit dieser und jener Funktion aufschwatzen will.

Da kann es nicht schaden, sich vor dem Kauf selbst zu informieren. Den Einstieg in die Digitalfotografie ermöglichen Kompaktkameras. „Wenn ich ständig eine Kamera dabei haben will, ist ein Kompaktmodell das Richtige”, sagt Annette Kniffler von der in Poing bei München erscheinenden Zeitschrift „Colorfoto”. Digitale Kompaktkameras passen inzwischen in jede Jackentasche. Und sie sind mit Preisen von teils weniger als 100 Euro besonders günstig.

Auch die kleinsten Digitalkameras sind heutzutage mit Funktionen vollgestopft: Die automatische Gesichtserkennung etwa ist genauso Standard wie Motivprogramme zum Fotografieren von Feuerwerken oder Schneelandschaften. Dafür müssen Nutzer etwa bei der Brennweite Abstriche machen. „Außerdem haben sie bei Kompaktmodellen in der Regel keine Möglichkeit, Einstellungen manuell zu verändern”, sagt Nils Häußler vom Hersteller Olympus in Hamburg. Das schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Wer Fotografie als Hobby begreift, wird daher früher oder später in eine andere Kameraklasse wechseln müssen. Die nächste Stufe bilden Bridgekameras, auch Zoom- oder Megazoom-Kameras genannt. Sie sind etwas größer als Kompaktmodelle, aber immer noch leichter als digitale Spiegelreflexkameras (DSLR). Bridgekameras besitzen fest eingebaute Objektive. Sie bieten deutlich mehr Zoom als jene in Kompaktmodellen oder die Standardobjektive vieler DSLR. So lassen sich Motive mit der Kamera viel näher heranholen.

Bridgekameras sind laut Nils Häußler deshalb eine gute Lösung zum Beispiel für Nutzer, die viel reisen, dabei viel fotografieren, aber keine Wechselobjektive mitschleppen wollen. Wer eine Bridgekamera kaufen möchte, sollte laut Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt/Main darauf achten, dass sie einen sogenannten Blitzschuh hat - sofern denn der Einsatz eines zusätzlichen Blitzes gewünscht ist. Bridgemodelle kosten ab etwa 300 Euro.

Besonders deutlich war der Preisverfall der digitalen Kameras in den vergangenen Jahren bei den DSLR-Modellen zu spüren: Vor nicht allzu langer Zeit kostete der Einstieg in die digitale Spiegelreflex-Fotografie noch mindestens einen Tausender. Mittlerweile sind Einstiegsmodelle für weniger als 400 Euro zu haben.

Weil DSLRs im Vergleich zu den Kompakten und den Bridgekameras den größeren Bildsensor haben, liefern sie in der Regel auch die bessere Bildqualität. Auch ihre Ausstattung ist umfangreicher, sagt Expertin Annette Kniffler: Blendenautomatik, Zeitsteuerung, manueller Modus und Blitzschuh gehören standardmäßig dazu. „Und gerade Spiegelreflexkameras für Einsteiger sind auch einfach zu bedienen.”

Erst seit relativ kurzer Zeit gibt es eine neue Klasse digitaler Kameras: PEN-Kameras. Vereinfacht gesagt, handelt das es sich dabei um Apparate, die kompakter gebaut sind als DSLRs, aber mit Wechselobjektiven arbeiten. „Das sind Spiegelreflexkameras, nur ohne Spiegel”, erklärt Constanze Clauß. Solche Modelle gibt es erst von wenigen Herstellern wie Olympus und Samsung.

Egal für welche Kameraart man sich entscheidet: „Wichtig ist, das Gerät auch selbst in die Hand zu nehmen”, sagt Clauß. Liegt das Gerät nicht gut in der Hand, macht das Fotografieren damit wenig Spaß. Der Käufer sollte auch darauf achten, ob er mit dem Stellrad zurechtkommt und ob er das Menü versteht. Und wer schlechte Augen hat, wirft einen Blick auf das Display und fragt sich: Kann ich alles erkennen, oder muss es eine Kamera mit größerem Bildschirm sein?

Ein Problem ist, dass sich im Laden nicht beurteilen lässt, welche Bildqualität die Kamera liefert. Wer nicht die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen will, ist daher auf Tipps anderer Verbraucher oder auf Testergebnisse in einschlägigen Magazinen angewiesen. „Sie sollten allerdings nicht ausschließlich nach Testergebnissen kaufen”, rät Constanze Clauß: Dabei bewerten Experten auch Nuancen, die dem Nutzer nie auffallen würden.

Lichtempfindlichkeit

Kameras werden immer lichtempfindlicher. Das bedeutet, sie können theoretisch auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen gute Bilder liefern. Angegeben wird die Empfindlichkeit in ISO. „Viel ISO ist aber nicht automatisch gut”, sagt Annette Kniffler von der Zeitschrift „Colorfoto”. Vor allem bei entsprechenden Kompaktkameras mit ihren kleinen Sensoren kommen dann oft Aufnahmen heraus, die wegen starken Bildrauschens unbrauchbar sind.
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