Fondsgebundene Privatrente: Flexibilität ist Trumpf

Von: Fritz Himmel
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Aachen. Klassisch oder fondsgebunden? Bei der privaten Rentenversicherung gibt es verschiedene Wege. Was bei einer Fondpolice zu beachten ist.

Viele Fondsanlagen haben in der Vergangenheit bessere Ergebnisse erzielt als normale Policen. Ein Grund ist, dass gute Aktienfonds höhere Renditen bringen können als reine festverzinsliche Anlagen. Voraussetzung für die Renditestärke ist jedoch neben der Fondsqualität auch eine preisgünstige Versicherung.

Bei vielen Policen hat der Vorsorgesparer selbst die Wahl, in welche Fonds oder in welche Anlagestrategie er -; je nach Risikoneigung - investieren will. Verlustrisiken lassen sich dabei durch eine breite Streuung über einen Vertrag mit einem weitreichenden Portfolio begrenzen. Mehr Sicherheitsorientierte investieren beispielsweise 60 Prozent in Rentenfonds, 20 Prozent in Immobilienfonds und 20 Prozent in Aktienfonds. Je näher der Renteneintritt, desto stärker sollte der Sicherheitsaspekt in den Vordergrund treten, rät Arno Gottschalk, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen. Generell ist bei jüngeren Menschen jedoch eine höhere Aktienquote mit mehr Renditechancen sinnvoll, denn sie haben länger Zeit, eventuelle Kursschwankungen auszusitzen.

Wichtiges Kriterium - Wechsel der Fondsanlagen

Neben der Fondspalette ist die Flexibilität ein weiteres entscheidendes Vertragskriterium. Gute Policen sollten die Möglichkeit eines Wechsels der Fondsanlage bieten, um auf Veränderungen der Kapitalmärkte reagieren zu können. Bei einigen im Biallo.de-Ranking zur fondsgebundenen Rentenversicherung führenden Anbietern wie Canada Life oder Europa ist so ein Umschichten mehrmals jährlich und gebührenfrei möglich, bei anderen wiederum gibt es diverse Beschränkungen und/oder es fallen Kosten an. Canada Life beispielsweise erlaubt 20 Wechsel im Jahr - gratis.

Weniger Börsenkundige greifen am besten zu einer gemanagten Fondspolice. In diesem Fall legen sie nur Ihr Risikoprofil fest, die Analysten des Versicherers suchen dann auf dieser Basis die passenden Fonds aus.

Steuervorteile durch Versicherungscharakter

Halten sich die Verwaltungskosten in einem akzeptablen Rahmen, können Vorsorgesparer noch von einigen Steuervorteilen profitieren. Während Renditen, die mit einem normalen Fondssparplan erzielt werden, seit 2009 der Abgeltungsteuer unterliegen, findet während der kompletten Ansparzeit bei fondsgebundenen Rentenpolicen keine Besteuerung statt. Alle in dieser Zeit erwirtschafteten Überschüsse wie Kursgewinne und Dividenden bleiben völlig steuerfrei, wenn bei Vertragsende die Rentenauszahlung gewählt wird.

Tipp:

Beide Varianten der privaten Rentenversicherung erlauben bei Vertragsende die Wahl zwischen einer monatlichen Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalabfindung. Um bei einer Kapitalauszahlung zusätzlich noch von einem Steuerprivileg zu profitieren, sind zwei Regeln zu beachten: Der Versicherungsvertrag muss mindestens zwölf Jahre laufen und das Geld darf erst nach dem 62. Lebensjahr fließen. In diesem Fall gilt steuerlich das sogenannte Halbeinkünfteverfahren, das heißt, nur die Hälfte der Gewinne ist mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern.

Vor der Vertragsunterschrift unter eine private Rentenversicherung ist ein Angebotsvergleich ein Muss. Selbst eine Differenz von 30 Euro im Monat bei der Rente macht über die Jahre hochgerechnet Tausende von Euro aus.

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