Flammensäule oder Feuerstelle: Neue Kamine für die Wohnung

Von: Anne Gottschalk, dpa
Letzte Aktualisierung:
flammensäule-bu
Modernes Lagerfeuer: Der Kaminofen „Pharos Interior” scheint frei im Raum zu schweben. Foto: dpa

Oldenburg. Flackerndes Feuer, knisternde Scheite und der Geruch von frisch verbranntem Holz: Kaum etwas vermittelt soviel Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden wie ein Kaminfeuer. Derzeit geht der Trend weg vom offenen Kamin mit Berghütten-Charme hin zum sicheren Flammenspiel hinter Glas.

Für das wärmende Feuer in der Stadtwohnung eignen sich Kaminöfen, die mit Holz oder Holzpellets betrieben werden. Sie benötigen allerdings einen Abzug. Ohne Rauch und Glut - dafür aber auch ohne Knistern - kommen die neuen Modelle aus, die mit Ethanol oder Gas funktionieren.

Der Traum vom eigenen Kamin ist alt. „Ins Feuer gucken ist seit jeher für viele Menschen tiefe Entspannung”, sagt die Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Das Design der Kamine hingegen hat sich gewandelt: „Im Gegensatz zu den üppigen Kachel-Varianten, die in den 80er und 90er Jahren angesagt waren, sind die neuen Kaminöfen schlicht und ohne Schnörkel”, erläutert Semling.

Auch die Sichtscheiben werden immer größer. Damit tritt der Baukörper in den Hintergrund und das Flammenspiel ins Zentrum der Aufmerksamkeit. „Das Design ist an den internationalen Minimalismus der 60er Jahre angelehnt”, sagt Prof. Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg. Strenge Formen treffen auf Funktionalität. Naturmaterialien wie Schiefer, Glas und Stahl dominieren bei den aktuellen Modellen.

So stellt zum Beispiel der Hersteller Concept Feuer den Holz-Kaminofen „Matrix” vor, der durch eine ein Meter hohe Sichtscheibe eine lodernde Feuersäule in die Wohnung bringt. Der niederländische Hersteller Harrie Leenders hat mit dem Modell „Pharos Interior” einen Kaminofen als räumliches Objekt inszeniert.

An der Decke befestigt, scheint er frei im Raum zu schweben. Wegen seiner Drehbarkeit ist der Blick auf das offene Feuer von jedem Platz im Raum aus möglich. Und der Holz-Heizkamin „Scenario” des italienischen Herstellers MCZ ist sogar mitsamt einem LCD-Fernseher in der Wand integriert.

Mit einem echten Kaminfeuer haben Ethanol-Feuerstellen dagegen nicht mehr viel zu tun - die Flamme wird hier inszeniert. Der Hersteller Spatherm bietet zum Beispiel mit dem „Bios” ein Kaminmöbel an, in dem eine gleichmäßig züngelnde Ethanol-Flamme in ein Sideboard aus Zebranoholz integriert ist. Die Feuerstelle von „Ponton” soll die „urbane Interpretation des Lagerfeuers verkörpern”. Sie ist mobil und laut dem Hersteller für den Innen- und Außenbereich geeignet - quasi so etwas wie ein „Kamin to go”.

Der „Tower” des Herstellers EcoSmart Fire erinnert an die hüfthohen Feuerstellen, die im Römischen Reich die Eingänge der Residenzen reicher Patrizier-Familien beleuchteten. Die Ethanol-Feuerstelle soll ebenfalls für Mietwohnungen geeignet sein. Mit dem ethanolbetriebenen „Table Flame” von Radius können Designliebhaber sogar ein Tischfeuer auf der Tafel platzieren.

Wer auf die Geräusche und den Geruch des Feuers Wert legt, für den sind die modernen Feuerstellen allerdings keine Alternative zum klassischen Kamin mit Holzverbrennung. Auch Kaminöfen, die mit Holzpellets betrieben werden, erinnerten eher an eine Heizungsanlage, urteilt Semling: „Das automatische Einfüllen der Pellets erzeugt Betriebsgeräusche, die nicht sehr romantisch wirken.”

Auch Ethanolkaminen steht die Expertin skeptisch gegenüber: Die Pasten seien teuer, sie riechen nach Gas, und die Bedienung sei schwierig - oft komme es zu gefährlichen Verpuffungen. „Es gibt noch keine einheitlichen Sicherheitsbestimmungen.” Wer es zu Hause vor allem sauber mag, sei auch mit Gaskaminen gut bedient: „Die sehen sehr echt aus und heizen auch.” Meist sind die Holzscheite bei ihnen aus Keramik, und die Flamme kann ein- und ausgeschaltet werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert