Feuerlöscher und Fluchtweg: Schutz vor Bränden und Blitzschlag

Von: Patrizia Schlosser, dpa
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Feuer Pfanne Küche
Feuer in der Pfanne: Bei brennendem Öl und Fett darf auf keinen Fall Wasser zum Löschen verwendet werden. Foto: dpa

München. Zu Hause fühlen sich Menschen geborgen, dabei sind die eigenen vier Wände längst nicht so sicher wie die meisten denken. Brände durch Unfälle im Haushalt oder durch Blitzschläge bedrohen Haus und Wohnung am häufigsten. Doch mit wenigen Vorkehrungen kann das Risiko erheblich gesenkt werden.

„Mehr Aufmerksamkeit bei brennenden Kerzen und angeschalteten Herdplatten könnte viele Hausbrände verhindern”, sagt Rainhard Möchl von der Branddirektion der Münchner Feuerwehr. Auch Ordnung ist wichtig: „Dachboden und Keller sollten nicht mit Gerümpel vollgestopft sein, denn das brennt wie Zunder und erschwert es der Feuerwehr zum Brandherd vorzudringen.”

Ein Feuerlöscher im Haus ist Pflicht. „Einer mit Wasser oder Schaum eignet sich für Privatwohnungen besser als Feuerlöscher mit Pulver, denn das findet sich nach dem Einsatz in jeder Schublade”, sagt Möchl. Alle zwei Jahre müsse zudem kontrolliert werden, ob der Feuerlöscher noch funktioniere. „Das ist eine gute Gelegenheit wieder einmal die Bedienungsanleitung zu lesen, um im Notfall gewappnet zu sein.”

Bei brennendem Öl und Fett helfen spezielle Löschdecken, das Feuer zu ersticken. „Auf gar keinen Fall Wasser zum Löschen verwenden”, betont Möchl. Ein Liter Wasser auf heißem Öl werde zu 1700 Litern Dampf, so dass sich das brennende Öl im ganzen Raum verteilen könne. „Mit der Löschdecke lassen sich außerdem brennende Personen bergen. Zur Not kann auch ein schwerer Mantel benutzt werden”, ergänzt Möchl.

Gefährlicher als die Flammen ist der Brandrauch. „Bereits nach zehn Atemzügen in einer mit Kohlenmonoxid verseuchten Wohnung ist der Mensch tot”, warnt Susanne Woelk von der Aktion „Das sichere Haus” in Hamburg. Ein Rauchmelder in jedem Zimmer und auf dem Gang warne die Bewohner mit seinem durchdringendem Alarmton rechtzeitig.

„Für Gehörlose oder schwerhörige Menschen, die nachts ihr Hörgerät nicht anhaben, gibt es Rauchmelder, die statt eines Signaltons, helle Lichtblitze aussenden”, fügt Woelk hinzu. Außerdem seien solche Rauchmelder mit einer kleinen Scheibe verbunden, die mit ins Bett genommen werden kann und im Alarmfall vibriert.

Fluchtwege und Notbeleuchtungen sind zwar nur Pflicht in öffentlichen Gebäuden. „Aber es sollte darauf geachtet werden, dass keine ungewohnten Hindernisse wie Kisten oder Wäschekörbe den Flur verstellen”, sagt Anke Sepp vom Bundesverband der Hersteller und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE) in Brücken. „Das kann im Notfällen nämlich zur Stolperfalle werden.”

Neben menschlichem Verschulden können auch Gewitterblitze Ursache eines Hausbrands sein. „Der Blitzableiter auf dem Dach leitet die Energie in die Erde ab, bevor sie zünden und ein Feuer ausbrechen kann”, erläutert Reyno Thormählen vom Verband deutscher Blitzschutzfirmen (VDB) in Köln.

Doch der Blitz muss nicht direkt einschlagen, um Schäden zu verursachen. „Die enorme Energie von Blitzeinwirkungen im Umkreis von zwei Kilometern kann ins Stromnetz eindringen und Geräte wie Fernseher und Computer schwer beschädigen”, erklärt Thormählen. Da helfe auch der Blitzableiter nichts. „Nötig sind in den Stromverteiler eingebaute oder direkt an den elektrischen Geräten angebrachte Überspannungsgeräte.”


Vor Einbrechern schützen

Wer sich vor Einbrechern schützen will, wählt am besten eine Alarmanlage. „Doch auch eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder ist effektiv”, sagt Anke Sepp vom Bundesverband der Hersteller und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE) in Brücken. Abschließbare Fenstergriffe und Verbundsicherheitsglas verderben den Einbrechern ebenfalls die Lust, sagt Ulrich Tschorn vom Verband der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) in Frankfurt/Main. Die Türen ließen sich mit aufbohrsicheren Schlössern und Sicherheitsverriegelungen schützen. „Bei der Kriminalpolizei gibt es außerdem die Möglichkeit, das eigene Haus auf mögliche Sicherheitslücken untersuchen zu lassen.”
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