Festgeld gewinnt an Attraktivität

Von: Max Geißler
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Zinssparen lohnt sich: Festgeld-Renditen haben sich wesentlich verbessert. Symbolfoto: dpa

Aachen. Zinssparen bei den Minizinsen lohnt sich nicht? Falsch: Denn nachdem die Inflationsrate im Juni wieder deutlich gesunken ist, haben sich gleichzeitig die Festgeld-Renditen wesentlich verbessert.

Viele Sparer beschweren sich über die niedrigen Sparzinsen. Dabei vergessen viele, dass die Zinsen in Relation zur Geldentwertung betrachtet werden müssen - nur dann ist der reale Gewinn erkennbar.

Beispielsweise bringt es nichts, wenn eine Geldanlage vier Prozent Zinsen erwirtschaftet, die Inflationsrate aber 4,5 Prozent beträgt, denn dadurch wird der Vermögenszuwachs durch den Kaufkraftverlust untergraben. Die Folge: Unterm Strich verlieren Anleger sogar Geld. Deshalb sollten Festgeld- und Tagesgeldzinsen stets höher sein als die Geldentwertung.

Mit Festgeld zum realen Vermögenszuwachs

Da sich die Inflationsrate im Juni von 0,7 Prozent auf 0,3 Prozent mehr als halbiert hat, haben sich die Chancen für reale Vermögenszuwächse deutlich gesteigert. Für zweijähriges Festgeld erhält man aktuell 1,8 Prozent Zinsen, etwa bei der J&T Banka. Das sind anderthalb Prozentpunkte über dem Inflationsniveau!

Das italienische Kreditinstitut Banca Sistema zahlt 1,65 Prozent und die Deniz Bank 1,55 Prozent Zinsen. Für dreijähriges Festgeld bekommen Anleger sogar eine zwei vor dem Komma - wiederum bei der tschechischen J&T Banka.

Vorteil: Die Gutschriften sind für die gesamte Laufzeit garantiert, das schützt vor rückläufigem Ertrag bei fallendem Marktzins. Bei der J&T Banka muss man allerdings mindestens 10.000 Euro anlegen, die Banca Sistema begnügt sich mit 5000 Euro. Bei allen Instituten sind Kundengelder im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro vollständig abgesichert.

Wer die hohe deutsche Einlagensicherung im Millionenbereich wünscht, der wird bei ABC Bank und Pbb direkt fündig. Beide Institute sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds deutscher Banken und schützen Kundengelder in Millionenhöhe. Die ABC Bank zahlt für zweijähriges Festgeld 1,3 Prozent Zinsen.

Tipp: Sie sollten sich Ihre Zinsen einmal im Quartal auszahlen lassen, denn das bringt einen leichten Zinseszinseffekt.

Flexibel mit Festgeld?

Wie sich die Sparzinsen in den kommenden Wochen entwickeln werden, ist nicht abzusehen. Wer sich aufgrund des uneinheitlichen Zinstrends nicht für längere Zeit festlegen möchte, der kann seinen Anlagebetrag splitten und auf verschiedene Laufzeiten verteilen. Dadurch bleibt man flexibel und kann, falls die Zinsen steigen, Kapital zeitnah in besser verzinste Papiere umschichten.

Wer sein Geld zu gleichen Teilen auf einjähriges, zweijähriges und dreijähriges Festgeld verteilt, erzielt bessere Durchschnittszinsen als wenn man nur auf kurze Laufzeiten von einem halben oder ganzen Jahr setzt, bleibt aber zumindest für einen Teil des angelegten Betrags flexibel. Der reale Zinsgewinn liegt deutlich über der Inflationsrate.

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