Festgeld-Anlage: Ist ein vorzeitiger Austieg erlaubt?

Von: Max Geißler
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Geld Sparen Festgeld
Legt man Geld als Festgeld-Anlage an, sind genaue Termine der Rückzahlung festgelegt. Was aber, wenn man vor dem Stichtag an sein Geld gelangen möchte? Manche Banken zeigen Kulanz und ermöglichen den Zugriff. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Aachen. Festgeld wird für eine bestimmte Zeit angelegt, eine Kündigung vor Ablauf ist nicht möglich. Manche Banken sehen das aber nicht so eng.

Von Festgeld erwarten Sparer, dass die vereinbarten Zinsen pünktlich fließen und dass das Kapital samt Zinsen zum Laufzeitende vollständig zurückgezahlt wird. Die Bank wiederum vertraut darauf, das sie mit dem ihr überlassenen Geld während der Vertragslaufzeit arbeiten kann. Das Problem: Möchten Anleger ihr Geld vorzeitig zurück, entstehen der Bank Kosten und Ertragsverluste. Deshalb ist eine Kündigung von Festgeld während der Laufzeit nicht vorgesehen.

Der Gesetzgeber hat jedoch ein Schlupfloch gelassen, falls Anleger in eine Notlage geraten und dringend Geld brauchen. Paragraph 314 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) räumt das Recht ein, das Kapital "aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist" zurückzufordern. In der Praxis können solche Gründe beispielsweise der Tod des Anlegers oder andauernde Joblosigkeit sein. Enthält der Festgeld-Vertrag keine Kündigungsregel, liegt es im Ermessen der Bank, das Kapital freizugeben.

Stimmt die Bank dem Kündigungswunsch des Anlegers zu, lauern allerdings Kosten und Zinsverluste. In der Regel streichen die Geldhäuser die Guthabenverzinsung oder gewähren nur einen Alibi-Zins. Hat die Bank bereits Zinsen ausgezahlt, werden diese mit den Stornokosten verrechnet. Hinzu kommt, dass die Bank bei vorzeitiger Kündigung Gebühren erheben darf. Deren Höhe ist nicht gesetzlich geregelt. Fordert die Bank üppige Zinsabschläge und saftige Stornogebühren, kann dies zu Kapitalverlust führen.

Wer flexibel bleiben und Verluste ausschließen möchte, der findet auch bei Festgeld alternative Angebote. Einzelne Banken ermöglichen Anlegern klar definierte Ausstiegsmöglichkeiten für Festgeld und Sparbriefe. Zwar sind auch hier in der Regel Zinsabschläge in Kauf zu nehmen, aber die finanzielle Beweglichkeit lässt dies verschmerzen. Ein Beispiel ist das Festgeld der niederländischen Direktbank Moneyou. Hier dürfen Sparer vorzeitig über das gesamte Anlagekapital verfügen, Teilabhebungen sind allerdings nicht möglich. Aber Vorsicht: Die festgelegte Verzinsung sinkt bei vorzeitiger Verfügung auf 0,50 Prozent.

 

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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