Berlin - Ferienimmobilie ist Luxus und Last zugleich

Ferienimmobilie ist Luxus und Last zugleich

Von: ddp.djn
Letzte Aktualisierung:
Ferienhaus
Das passende Ferienhaus ist nicht so einfach zu finden: Daten zu Lage, Preis und Ausstattung finden sich auch in klassischen Katalogen.

Berlin. Ein eigenes Häuschen am Meer oder in den Bergen, diesen Traum erfüllen sich immer mehr Deutsche. Auch in diesem Jahr werden nach der Urlaubssaison wieder vielerorts Pläne geschmiedet, im sonnigen Süden oder einfach nur im Grünen ein Feriendomizil zu erwerben.

Doch Klaus Kellhammer, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB), warnt vor übereilten Entscheidungen: „Wer sich am Ferienort für eine Immobilie begeistert, der sollte sie mindestens so kritisch prüfen wie seinen Hauptwohnsitz. Denn ein Ferienhaus ist Luxus, der schnell zum Klotz am Bein werden kann.”

Besondere Vorsicht ist bei Immobilien im Ausland angebracht. „Die Urlaubsstimmung trübt oft den klaren, kritischen Blick”, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Viele der angebotenen Häuser seien überteuert und nicht im besten Zustand. Deshalb sollten Kaufinteressenten unbedingt ein Gutachten über die Bausubstanz erstellen lassen, um sich vor versteckten Mängeln zu schützen.

„Auch Ferienhäuser müssen finanziell unterhalten und bautechnisch instand gehalten werden. Dazu kommen möglicherweise geplante Anbauten, die vorgeschriebene energetische Sanierungen und Nachrüstpflichten nach sich ziehen. Alles Dinge, die der Eigentümer wissen, erfüllen und auch bezahlen muss”, sagt VPB-Experte Klaus Kellhammer.

Für den Kauf einer Ferienimmobilie gelten dieselben Regeln wie beim Erwerb eines normalen Eigenheims. Egal, ob es sich um ein Wochenendhaus am Stadtrand oder eine Villa am Mittelmeer handelt, der Käufer muss prüfen, ob er sich die Immobilie überhaupt leisten kann. Dazu muss er nicht nur den Kaufpreis kennen. Auch Nebenkosten wie Notargebühren, Gebühren für den Grundbucheintrag, Grunderwerbsteuer etc. sind einzukalkulieren. Geprüft werden muss weiterhin, ob Lasten auf dem Grundstück liegen, wie hoch die Betriebskosten sind und wer das Anwesen verwalten soll.

Vor dem Kauf einer Immobilie im Ausland sollte man sich zusätzlich über die örtlichen Gegebenheiten informieren. „Viele glauben, in Frankreich, Italien oder Spanien gelten die gleichen Bedingungen beim Kauf einer Immobilie wie in Deutschland. Doch das ist ein Irrtum”, so Jürgen Michael Schick vom IVD. Die gesetzlichen Vorschriften für den Immobilienerwerb beziehungsweise -besitz sind innerhalb der Europäischen Union unterschiedlich.

Zum Beispiel ist in einigen Ländern ein Vorvertrag auch ohne notarielle Beurkundung gültig. Mitunter reicht auch schon eine kurze Vereinbarung auf einem Blatt Papier als Kaufvertrag. Interessenten sollten daher nichts voreilig unterschreiben, sondern jeden Vertrag immer vor Unterzeichnung anwaltlich oder notariell prüfen lassen.

Auch in bester Urlaubsstimmung darf der Alltag nicht aus den Augen verloren werden. Der Eigentümer einer Ferienimmobilie hat das ganze Jahr über eine Verkehrssicherungspflicht, selbst wenn er mehrere Monate nicht anwesend ist. Das bedeutet, dass er dafür sorgen muss, dass Schnee geräumt, Laub gefegt oder Äste vom Gehweg geräumt werden. Auf einem weit entfernten Feriengrundstück ist das noch komplizierter zu managen als zu Hause.

Schon ein geplatztes Rohr oder ein Sturmschaden auf dem Dach können zu großen Herausforderungen werden, wenn nicht eindeutig geregelt ist, wer sich darum kümmern soll. „Ferienhausbesitzer können nicht alles am Telefon klären. Sie brauchen verlässliche Hilfe vor Ort”, meint Klaus Kellhammer.

Ein gewichtiges Wort sollte die Familie mitreden, bevor über den Erwerb eines Feriendomizils entschieden wird. Auch die Kinder müssen einverstanden sein. Schließlich bedeutet das meist, dass der Urlaub immer in derselben Gegend stattfindet und auch mit Arbeit verbunden sein kann. Zu klären ist, wie oft im Jahr die Familienmitglieder das Haus überhaupt nutzen können. Manchmal ist es ja wirtschaftlicher, ein Ferienhaus erst einmal zu mieten als es gleich zu kaufen.
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