Fenster sanieren: Dreifachverglasung spart Energie

Von: Stephanie Hoenig, dpa
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Fenster sanieren: Dreifachverglasung spart Energie
Gut gedämmte Wärmeglasfenster sparen Energie - der Austausch macht aber nur zusammen mit anderen Sanierungsmaßnahmen Sinn. Foto: dpa

Berlin. Fenster haben großen Einfluss auf das Klima in der Wohnung - und auf die Heizkostenrechnung. Vor allem in unsanierten älteren Häusern klagen die Bewohner im Winter oft über Zugluft bei Fenstern. „Grund hierfür ist oft ein zu großer Unterschied zwischen der Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur schlecht gedämmter Fenster, die zudem im Laufe der Zeit undicht geworden sind”, erläutert Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim.

Alte, unzureichend gedämmte Fenster führten auch zu hohen Gas- oder Ölrechnungen.

„Insgesamt 320 Millionen sanierungsbedürftige Fenster gibt es in Deutschland”, erklärt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie Agentur in Berlin. Einfach verglaste Fenster erreichten nur einen Wärmedämmwert (U-Wert) von etwa 5 Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m2K). Bei alten Isolierfenstern liege der U-Wert bei 3,0 W/m2K. Moderne Fenster, die es schon mit einem U-Wert von 1,0 gebe, dämmten damit drei- bis fünfmal besser.

„Ein modernes Energiesparfenster hat heute einen Mindest-U-Wert nach Energieeinsparverordnung von 1,3”, sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade in Frankfurt/Main. Generell gilt: Je kleiner der U-Wert, desto besser ist das Fenster.

Um durch große Glasflächen Sonnenwärme zu nutzen, gilt es für Modernisierer zusätzlich auf den Gesamtenergie-Durchlassgrad (g-Wert) zu achten. „Je größer dieser Wert ist, desto mehr Sonnenwärme lässt das Glas ins Haus hinein”, erklärt Jochen Grönegräs vom Bundesverband Flachglas (BF) in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen). Bei modernen Wärmedämm-Verglasungen liege der g-Wert etwa zwischen 0,6 und 0,65. Das heißt, dass 60 bis 65 Prozent der Sonnenenergie hindurchdringen.

Modernes beschichtetes Wärmedämm-Glas hat in der Regel einen hohen g-Wert und einen niedrigen U-Wert. Es besteht aus zwei oder besser noch drei hintereinander liegenden Scheiben, zwischen denen sich ein oder mehrere mit Edelgas gefüllte Zwischenräume befinden. „Edelgase besitzen eine weitaus höhere Isolierwirkung als Luft. Sie eignen sich deshalb besonders gut zur Wärmedämmung”, betont Grönegräs.

Außerdem sind auf den Glasoberflächen hauchdünne Beschichtungen aus Edelmetall aufgebracht. Diese liegen geschützt zwischen den Glasscheiben und sorgen dafür, dass langwellige Wärmestrahlen reflektiert und kurzwellige Strahlen hindurch gelassen werden. „Wer saniert, sollte sich möglichst für Scheiben mit Dreifachverglasung entscheiden”, rät Kwapich. Solche Scheiben seien manchmal kaum noch teurer als Zweifachverglasung. Bei Angeboten sollten beide Varianten verglichen werden.

„Welches Fenster am besten eingebaut wird, hängt auch vom Gesamtzustand des Gebäudes und dem angestrebten Sanierungsziel ab”, sagt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. Denn nach einer Erneuerung oder Abdichtung der Fenster kann es bei unzureichender Wanddämmung und schlechter Lüftung zu Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung an den Außenwänden kommen. Es muss daher ausreichend gelüftet werden. Darüber hinaus sollte der U-Wert der Verglasung nicht kleiner sein als der U-Wert der Außenwand, da sich sonst das Kondenswasser nicht an den Fenstern, sondern an der Wand niederschlage und die Wand dadurch auf Dauer durchfeuchten könne.

Der Einbau neuer Fenster dürfe nicht allein betrachtet werden, da dies einen Eingriff in die Bauphysik des Hauses darstellt, warnt auch Benitz-Wildenburg. Deshalb sollte vor einer Fenstersanierung immer zuerst ein Sanierungskonzept für das gesamte Haus erstellt werden. Die Analyse sollte ein neutraler Berater machen, der - anders als Handwerker - kein wirtschaftliches Interesse hat.

Beim Fenstertausch Steuervorteile nutzen

Für den Einbau neuer Fenster können Modernisierer pro Jahr bis zu 1200 Euro Steuern für die Handwerkerleistung zurück bekommen, erklärt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade in Frankfurt/Main. Absetzbar seien aber nur der Arbeitslohn des Handwerkers und die Fahrtkosten, nicht die Kosten für das Arbeitsmaterial. Der Auftraggeber müsse deshalb darauf achten, dass der Lohnkostenanteil - also die Montagekosten - getrennt auf der Rechnung ausgewiesen wird. Wird lediglich ein Festpreis vereinbart, der auch die Materialkosten enthält, erfüllt das die Anforderungen nicht. Barzahlung sei ebenfalls tabu, denn der Fiskus verlangt als Nachweis einen Überweisungsbeleg auf das Konto des Handwerkers. Der Kunde muss Rechnungen und Belege mindestens zwei Jahre aufbewahren.
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