Fehlerwerb vermeiden

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Am Immobilienmarkt tummelt sich so manches schwarzes Schaf - dubiose Makler, geldgierige Verkäufer und skrupellose Kredithaie. So fallen Sie nicht darauf herein.

Die Immobilienpreisentwicklung scheint in deutschen Ballungsräumen immer neue Blüten zu treiben. Das lädt auch windige Geschäftemacher dazu ein, ihren Reibach zu machen. Selbst unter Bauträgern gibt es inzwischen unseriöse Anbieter, erläutert Michael Balek, Chefprojektierer der Münchner Immobilienfirma Euro Grundinvest. Um dem nicht auf den Leim zu gehen, sollten Immobilienkäufer diese Expertentipps beachten:

Zuverlässige Anbieter suchen

Ganz egal, ob Selbstnutzer oder Kapitalanleger: Vor dem Erwerb sollte die Suche nach einem verlässlichen Anbieter stehen, der über einen tadellosen Ruf verfügt. Lokale Bauträger sind dabei meist eine gute Adresse, denn diese können sich kein schlechtes Image leisten. Als Käufer können Sie sich einen Eindruck vom Unternehmen verschaffen, indem Sie Referenzobjekte vor Ort vergleichen. Unter Umständen ergibt sich sogar ein persönliches Gespräch mit dem Eigentümer, der aus erster Hand über seine Erfahrungen mit dem Bauträger berichten kann.

Kein Schnäppchenparadies

Bei Schnäppchenofferten gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Anzeigen mit Schlagworten wie Toppreis oder Superschnäppchen sollen dem Immobilienkäufer glaubhaft machen, er müsse schnell handeln. Oftmals hilft schon ein Blick in bekannte Internetportale oder in den Annoncenteil der lokalen Presse, um zu ersehen, wie das Objekt im Vergleich zu anderen dasteht. In welcher Lage befindet es sich? Wie ist es um die hiesige Wohnqualität bestellt und wie sieht es mit der Ausstattung aus?

Nicht voreilig kaufen

Der Erwerb der eigenen vier Wände stellt zumeist die wichtigste finanzielle Investition im Leben dar. Umso wichtiger ist es also, sich die Entscheidung nicht leicht zu machen. Unseriöse Anbieter arbeiten gerne mit Druck, um die Kaufabwicklung zu beschleunigen. Als Druckmittel müssen hierfür oft vermeintlich andere Interessenten herhalten, die bereits kurz vor der Entscheidung stünden, ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag zu setzen.

Seien Sie besonders kritisch, wenn Sie genötigt werden, gesetzliche Fristen bei der Vertragsunterzeichnung zu umgehen. Der Vertragsentwurf muss dem Käufer mindestens 14 Tage vor dem Notartermin vorgelegen haben, betont Immobilienprofi Balek. Bauträger, die diese Fristen nicht einhalten, seien unseriös.

Einen Bogen um All-Inclusive-Angebote machen

Den Immobilienkauf direkt über den Bauträger zu finanzieren, ist grundsätzlich keine gute Lösung. Deutlich attraktiver ist indes der Gang zur Bank. Einerseits nimmt die Hausbank das Finanzierungsvorhaben kritisch unter die Lupe. Dadurch wird vermieden, dass Bauträger mit falschen Angaben zum Einkommen des Käufers eine Finanzierung erschleichen, die sich später als unbezahlbar für den Kreditnehmer erweist, erläutert Balek.

Andererseits hat der harte Wettbewerb am Finanzmarkt sehr günstige Kreditkonditionen zur Folge. So spart ein umfassender Darlehensvergleich häufig Tausende von Euro. Laut dem Baufinanzierungsvergleich von Biallo.de bietet die Huk Coburg bei zehnjähriger Bindung einen Darlehenssatz von 2,18 Prozent. Dahinter folgen die Santander Bank mit 2,25, die ING-Diba mit 2,30 sowie die Volksbank Rhein-Lippe mit 2,38 Prozent.

Klare Kosten

Sämtliche Verträge sollten Kosten und Leistungen transparent im Detail aufschlüsseln. Für Sie, in der Eigenschaft als Bauherr, muss klar hervorgehen, was Sie erwerben und für was Sie wie viel bezahlen. Dabei ist es ratsam, sich Expertenhilfe zu suchen, um so Folgekosten auszuschließen.

Dubiose Anbieter verschleiern überteuerte Provisionen und Kaufnebenkosten gern im Kaufpreis. Notarkosten sowie Grunderwerbsteuer müssen ebenso wie die Maklercourtage eindeutig aufgeschlüsselt sein. Der Kauf vom Bauträger zieht in aller Regel keine Provision nach sich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert