Fan-Anleihen zahlen attraktive Zinsen

Von: Thomas Brummer
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Als Fußball-Fan braucht man gute Nerven und muss leidensfähig sein - vor allem wenn es nicht gut läuft. Besser sieht es aus, wenn man den Vereinen Geld anvertraut. Zahlen die ausgegebenen Anleihen fristgerecht die vereinbarten Zinsen, winken attraktive Renditen.

Aachen. Null Zinsen auf der Bank? Dann bringen Sie das Ersparte doch zu Ihrem Lieblingsverein. Fußball-Anleihen wie die von Schalke zahlen stolze fünf Prozent pro Jahr. Lohnt das?

Als Fußball-Fan braucht man gute Nerven und muss leidensfähig sein - vor allem wenn es nicht gut läuft. Besser sieht es aus, wenn man den Vereinen Geld anvertraut. Zahlen die ausgegebenen Anleihen fristgerecht die vereinbarten Zinsen, winken attraktive Renditen.

Zwei Beispiele:

1. FC Köln: Fans der Geißböcke haben bislang gute Erfahrungen gemacht. Die ausgegebenen Fan-Anleihen haben pünktlich Zinsen gezahlt und die vom Verein angestrebten Ergebnisse worden übertroffen. Nach Vereinsangaben kam das Gros des Kapitals von Fans. Die meisten Zeichner erwarten neben der emotionalen Rendite auch eine finanzielle. Und die zahlen wir auch, erklärt Tobias Kaufmann, Pressesprecher vom 1. FC Köln.

Schalke 04: Gute Bewertungen gibt es auch für Fan-Anleihen von Schalke 04. Die Erstplatzierung der königsblauen Anleihe brachte jährlich 5,5 Prozent Zinsen, die zweite Tranche warf sogar 6,75 Prozent ab. Jüngst legt die Knappen noch einmal nach. Die neue, fünfjährige Anleihe zahlt jetzt 4,25 Prozent Zinsen, die siebenjährige, überweist jährlich fünf Prozent

Warum zahlen Fußballvereine so hohe Zinsen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Erstens bekommen sie bei Banken in aller Regel keinen Kredit und wenn ja, müssten sie im Erfolgsfall wesentlich höhere Zinsen in Kauf nehmen. Henning Vöpel, Volkswirtschaftsprofessor an der Hamburg School of Business Administration, kennt die Gründe für die Zurückhaltung der Banken: Zum einen seien die Vereine meist zu wenig gewinnorientiert und eher auf den sportlichen Erfolg konzentriert, zum anderen spielt der Zufall eine große Rolle. Jeder Fußballzuschauer kennt das: Ein Spieler wird für sündhaft teures Geld verpflichtet und erweist sich dann als Flop. Schnell kann auch ein nichtgegebener Elfmeter oder eine kritische Abseitsentscheidung die Zukunft eines Vereins entscheidend beeinflussen. Demgegenüber sei der wirtschaftliche Erfolg eines herkömmlichen Unternehmens viel besser planbar.

Nicht immer halte Anleihen, was sie versprechen

Zwei Negativbeispiele:

Alemannia Aachen: Der Traditionsverein stand 2008, als der Club die "Tivoli-Anleihe" ausgegeben hatte, besser da als heute -; zumindest auf dem Rasen. Dann folgte der sportliche Abstieg in die dritte Liga, anschließend die Insolvenz. Fans, die "Tivoli-Anleihen" besaßen, erlitten herbe Verluste.

Hamburger SV: "Der Hamburger SV versprach, das Kapital seiner Fan-Anleihe in die Nachwuchsarbeit zu stecken. Stattdessen floss das Geld in die aktuelle Profimannschaft, die fast aus der Bundesliga abgestiegen wäre, kritisiert Wirtschaftsfachmann Vöpel. Sein Credo lautet: Steine statt Beine. Wer mit einer Fan-Anleihe liebäugelt, sollte nach Möglichkeit darauf achten, dass der Club das frische Kapital in die Infrastruktur investiert, das sei erheblich risikoärmer. Eine Garantie, wofür der Verein das Geld tatsächlich verwenden wird, gibt es nicht. Das macht das Beispiel des HSV deutlich.

Fan-Anleihen haben emotionale Rendite

Wer beim Thema Fußball emotionslos ist, für den sind solche Anleihen nichts, resümiert Henning Vöpel. Echten Fans ist es eine Herzensangelegenheit, ihrem Verein finanziell zur Seite zu stehen. Fans erhalten dafür eine emotionale Rendite, fühlen sich als Teil des Vereins, sagt der Experte. Aber Achtung: Bleiben die Tore aus, kann das Geld der Anleger futsch sein. Denn Fan-Anleihen geben weder Zins- noch Kapitalgarantie. Wer sich diesen Risiken nicht aussetzen möchte, fährt mit Festgeld deutlich besser. Anleger, die sich etwas mehr Würze für ihr Depot wünschen, setzen dagegen auf solide Anleihe-Fonds. Noch risikofreudigere Anleger können sich auch auf Aktienfonds konzentrieren. Laut dem Fondsverband BVI kletterten deutsche Aktienfonds in den vergangenen zwanzig Jahren jährlich im Durchschnitt um 6,9 Prozent.

 

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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