Esel, Maulwurf und Kaninchen: Tierische Weihnachtslektüre

Von: Elke Vogel, dpa
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Berlin. Tiere sind in diesem Jahr die Helden der schönsten Winter- und Weihnachtsbilderbücher für Kinder. Eine Auswahl an Neuerscheinungen.

„Der Löwe, das Einhorn und ich”: Das ist ja wie bei einer Castingshow. Alle Tiere stehen vor dem Engel in einer Reihe. Löwe, Einhorn und Esel kommen in die Endauswahl und sollen nun Auskunft darüber geben, was ausgerechnet sie zu dieser besonderen Aufgabe befähigt. Der Esel hat da nicht viel zu bieten, wie er selbst meint. Warum soll ausgerechnet er den König der Welt tragen? „Tja, wenn Er die Last der Welt auf sich nimmt, trage am besten ich ihn”, meint der Esel - und gewinnt damit klar das Finale. Die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt dieser bestechend schöne Band aus der Sicht des Esels. Lisbeth Zwergers zarte Illustrationen ergänzen den sanft ironischen, witzigen Text von Jeanette Winterson perfekt.

„Barry - Retter auf vier Pfoten”: Dies ist eine wahre Geschichte. Nacherzählt von Barbara Cratzius lernen Kinder den Bernhardiner Barry kennen, der in den Jahren 1800 bis 1814 in der Schweiz mehr als 40 im Schnee verschütteten Menschen das Leben rettete und bis heute verehrt wird. Mit Unterstützung der Ordensbrüder vom Großen St. Bernhard entstanden die ganz lebensnah gemalten Doppelseiten von Ursula Blancke. Und was sicher viele nicht wissen: Der Name des Hundes Barry leitet sich vom Berner Dialektwort Bari für „Bärchen” ab.

„Juli Löwenzahn rettet das Weihnachtsfest”: Bei Familie Löwenzahn ist es kurz vor dem Heiligen Abend hektisch. Im Kaninchenbau wird geputzt und dekoriert, die letzten Einkaufslisten werden gecheckt. Alle sind beschäftigt. Und keiner achtet auf Juli, der doch ganz dringend was loswerden will. „Aber ... wir brauchen doch noch einen Weihnachtsbaum” sagt der Kaninchenjunge - doch Julis „enorm viele Schwestern”, Papa, Mama, Oma und Opa, keiner hört ihm zu. So nimmt Juli die Sache selbst in die Hand. Autor und Zeichner Andreas H. Schmachtl erzählt seine zauberhafte Geschichte mit wunderbar vielen Details - Glitzerglimmer auf dem Cover inklusive.

„Ein Märchen im Schnee”: Sechs in einem Handschuh? Alles fängt an jenem kalten Wintermorgen an, als der alte Mann im Wald seinen Handschuh verliert. Eine Maus findet das rot-gelbe Wollding und ist überzeugt: „Das ist genau das richtige Haus für mich!”. Doch auch andere Tiere frieren im Schnee. So kommt es, dass der Frosch, der Hase und der Fuchs ebenfalls Platz im wärmenden Handschuh finden. Aber das Wildschwein und der Bär passen da wirklich nicht mehr rein - oder doch? Nach einem russischen Märchen erzählt Loek Koopmans eine anrührende Geschichte über das Zusammenhalten in schwierigen Zeiten.

„Was glitzert da im Schnee?”: Der Maulwurf ist begeistert: Dort unter dem Baum hat er im Schnee einen Diamanten gefunden. Den muss er schnell seinen Freunden zeigen. Doch als der Maulwurf daheim ist, ist der Diamant verschwunden. Nur nasse Pfoten sind dem schwarzen Pelztierchen geblieben. In „Was glitzert da im Schnee?” erzählt Jonathan Emmett von den Wundern des Winters. Das Rätsel um die wie Diamanten funkelnden Eiszapfen löst Vanessa Cabban in warmen Bildern mit freundlichen Tier-Abenteurern auf.

„Die Botschaft der Vögel”: Die Vögel gehörten damals zu den ersten, die die Botschaft des im Stall geborenen Christuskindes hörten. Und jedes Jahr zu Weihnachten flogen sie in alle Welt, um die Kunde von Friede, Freude und Liebe zu singen. Doch in der lauten heutigen Welt hören die Menschen nicht mehr zu. Damit will sich das Rotkehlchen nicht abfinden. Also beschließt die große Vogel-Konferenz, dass die Tiere ihr Glück noch einmal bei den Kindern versuchen sollen. Wird das Vorhaben gelingen? Eine nachdenkliche, am Ende sehr froh stimmende Geschichte von Kate Westerlund (Text) und Feridun Oral (Illustrationen).

„Die Hühnerweihnacht”: Unglaublich! Die Hühner haben noch nie Schnee gesehen. Das liegt daran, dass Hahn Tocke seine Frauen vor einiger Zeit erst aus den Käfigen einer Hühnerfabrik befreit hat. Auch mit dem Brauch von Wunschzetteln und Weihnachtsgeschenken sind die Hühner deshalb nicht vertraut. Das geht natürlich gar nicht, denn schließlich will Tocke jede Menge Geschenke haben. Nach und nach lernen die Tiere, was eine echte „Hühnerweihnacht” ist - inklusive wilder Schlittenfahrt und Musik unter dem Tannenbaum. Die Schweden Mecka Lind (Text) und Lars Rudebjer (Illustrationen) erzählen eine turbulente Geschichte in der Tradition der Bauernhof-Abenteuer von „Pettersson und Findus”. Auf einer beigelegten DVD ist die Hühner-Geschichte als Animation zu sehen.

„Die Weihnachtsmaus”: Mit der Angelrute fischt sie nach Plätzchen, auf dem Hochseil balanciert sie zu den Zuckerstangen am Christbaum. Ständig lässt sie die besten Leckereien verschwinden. Doch gibt es die gefräßige Weihnachtsmaus tatsächlich? Auf ihren farbenfrohen Bildern lässt Annette Swoboda daran nur kurz Zweifel aufkommen. Zu James Krüss fröhlichem Gedicht „Die Weihnachtsmaus” hat die Illustratorin sehr niedliche, freche Mäusetiere und eine ganz und gar unschuldige Familie gemalt. Ein heiteres Buch, das zu weihnachtlicher Toleranz aufruft und Appetit auf Weihnachtsgebäck macht.

„Mias Traumbär”: Die kleine Mia hat kein schönes Leben. Oft ist sie allein zu Hause in der dunklen Wohnung. Mama und Papa arbeiten irgendwo da draußen in der winterlichen Stadt, um das Nötigste zum Überleben zu verdienen. Als eines Abends der kuschelige, weiße Eisbär aus Mias Bilderbuch zum Leben erwacht und leibhaftig im Zimmer steht, ändert sich alles. Die Koreaner Beong-gi Bae (Text) und Seung-min Oh (Illustrationen) erzählen eine poetische, melancholische Geschichte über die Suche nach Geborgenheit und ein bisschen Glück. Die expressiven Wachskreiden-Bilder zeigen eine Kinderwelt in Aufruhr. Am Ende rieselt leise und sanft der Schnee. Die Probleme sind nicht gelöst, doch der Bär bringt die Familie wieder ein Stück näher zusammen.
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