Energieausweis einsehen

Von: Max Geißler
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Aachen. Ist das neue Eigenheim eine Energieschleuder - oder hält sich der Verbrauch in Grenzen? Damit Immobilienkäufer keine böse Überraschung erleben, sollten sie den Energieausweis einsehen. Worauf es dabei ankommt.

Angesichts stetig steigender Energiepreise sollten Eigenheimkäufer den energetischen Zustand der Immobilie nicht unterschätzen. Hierbei hilft der Energieausweis. Der Ausweis, den jeder Verkäufer auf Nachfrage vorlegen muss, gibt Hinweise auf den zu erwartenden Energiebedarf und über mittelfristig anstehende Modernisierungsmaßnahmen, sagt Stephan Kohler, Geschäftsführer der Energieagentur dena. So könnten Immobilienkäufer ein böses Erwachen bei der Heizkostenabrechnung vermeiden. Verkäufer sind seit 2008 verpflichtet, sich einen Energieausweis für ihr Gebäude ausstellen zu lassen. Sie können allerdings zwischen zwei Varianten wählen: dem Energiebedarfsausweis und einem Verbrauchsausweis.

Bedarf oder Verbrauch?

Aussagekräftiger ist der Energiebedarfsausweis. Ein Experte untersucht das Gebäude: Verbraucht die Heizung zu viel Öl? Ist das Dach so schlecht isoliert, dass die Wärme in den Himmel entweicht? Zieht es durch die alten Fenster? Mit den ermittelten Daten errechnet der Experte den Energiebedarf. Auch Angaben zu CO2-Emissionen und zum Wärmeschutz fließen in die Berechnung ein. Damit erhalten Käufer eine klare Information über den energetischen Zustand des Gebäudes, sagt Kohler. Eine Farbskala von grün bis rot macht den Energiebedarf des Gebäudes auf einen Blick sichtbar. Wird die Immobilie im grünen Bereich eingestuft, ist ihr energetischer Zustand sehr gut. Rot deutet hingegen auf hohe Heizkosten hin.

Anders der Verbrauchsausweis: Er basiert auf dem Energiebedarf der vergangenen drei Jahre. Stand die Immobilie leer oder hat der Eigentümer nur sehr sparsam geheizt, kann der Verbrauch niedrig sein -; wenngleich der energetische Zustand schlecht ist.

Künftige Sanierungsmaßnahmen

Auch über Sanierungsmaßnahmen, die den energetischen Zustand des Gebäudes verbessern, gibt der Energieausweis Aufschluss. So können angehende Käufer nicht nur grob einschätzen, welche Energiekosten auf sie zukommen, sondern auch welche Investitionen aus energetischer Sicht sinnvoll wären. Stehen die Zeichen auf Rot, lohnt es sich, einen Energieberater hinzuzuziehen. Er kann konkrete Sanierungsempfehlungen geben und die Kosten einschätzen.

Um den energetischen Zustand eines Gebäudes auf Vordermann zu bringen, können Käufer Zuschüsse und günstige Kredite der KfW-Förderbank in Anspruch nehmen. Zuschüsse von bis zu zehn Prozent der Kosten können Käufer für einzelne Sanierungsmaßnahmen erhalten. Höchstens gibt es 5000 Euro. Soll das Gebäude komplett saniert und besonders energiesparsam werden, kann der Zuschuss auf bis zu 18.750 Euro klettern.

Günstige Kleindarlehen für Modernisierungsmaßnahmen gibt es auch bei vielen Banken und Versicherungen, beispielsweise bei der Sparkasse Bochum, der PSD Bank Rhein-Ruhr, der Dortmunder Volksbank, Allianz und HUK Coburg. Bei der Debeka können Kunden eine Kombination aus Vorfinanzierung und Bausparvertrag abschließen. So lassen sich kleine Investitionssummen ab 5000 oder 10.000 Euro kostengünstig abdecken. Positiv: Diese Darlehen erfordern keinen Grundbucheintrag.

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