Stuttgart - Energie sparen: Heizkörper entlüften, Thermostatventile prüfen

Energie sparen: Heizkörper entlüften, Thermostatventile prüfen

Von: Thomas Voigt, ddp
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Heizkosten Gas heizung
Mieter und Hauseigentümer haben noch bis 31. Dezember die Möglichkeit, ihre Heizkostenabrechnung von Fachleuten prüfen zu lassen. Foto: dpa

Stuttgart. (ddp). Wenn der Heizkörper vernehmlich gluckst und blubbert oder nicht richtig warm wird, dann ist meist Luft im Wasserkreislaufsystem die Ursache. Das ist nicht nur lästig und beschwerlich, sondern kostet auch unnötig Energie.

Wer zu Beginn der Heizperiode versäumt hat, seine Heizanlage zu entlüften, für den wird es nun höchste Zeit, betont Diplom-Ingenieur Jörg Schmid vom Institut für Gebäudeenergetik „Heizung, Lüftung, Klimatechnik” an der Universität Stuttgart.

„Wer die eingeschlossene Luft im Heizkörper selbst entfernen will, benötigt einen speziellen Vierkantschlüssel fürs Ablassventil und einen Auffangbehälter für austretendes Wasser”, erklärt Michael Schmidt vom Online-Ratgeber http://www.die-heimwerkerseite.de im hessischen Groß Gerau.

Zunächst muss das Heizkörperventil ganz aufgedreht oder das Thermostatventil auf die höchste Stufe gestellt werden. „Danach drehen Sie das Ventil, das am oberen Teil des Heizkörpers liegt, langsam entgegen dem Uhrzeigersinn auf und halten von Anfang an ein Gefäß darunter”, beschreibt der Heimwerker-Experte. „Wenn die Luft mit einem leisen Zischen entweicht, halten Sie das Ventil so lange geöffnet, bis ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, und schließen es danach wieder.”

Will man in seinem Eigenheim alle Heizungen der Anlage entlüften, sollte man zunächst die Umwälzpumpe im Keller ausstellen, den Entlüftungsvorgang an den tiefsten Heizkörpern beginnen und sich zu den am höchsten liegenden Heizkörpern vorarbeiten, rät Michael Schmidt. Nach dem erfolgreichen Entlüften sollte der Wasserstand im Heizsystem überprüft und gegebenenfalls wieder aufgefüllt werden.

Eine weitere Ursache für mangelhafte Heizleistung kann ein verkalkter Thermostatventilstift sein. „Um hier Abhilfe zu schaffen, drehen Sie das Thermostatventil zuerst ganz auf und entfernen den Kopf dann komplett, indem Sie die Überwurfmutter aufdrehen oder den Bajonettverschluss öffnen”, erklärt Heimwerker Schmidt. Danach ist der Ventilstift sichtbar, den man durch leichtes Drehen, Drücken und Ziehen von Hand oder durch vorsichtige Drehbewegungen mit einer Zange wieder gangbar machen kann. Auch behutsames Klopfen mit einem Schraubenzieher-Griff ist mnchmal hilfreich. Auf keinen Fall dürfe der Stift ganz herausgezogen oder mit Gewalt gangbar gemacht werden, warnt Michael Schmidt: „Im Zweifelsfall lassen Sie lieber einen Fachmann ran.”

Von der Montage automatischer Heizkörperentlüfter, die statt der herkömmlichen Ventile eingesetzt werden können, rät Diplom-Ingenieur Jörg Schmid von der Uni Stuttgart eher ab. Diese Ventile lassen im trockenen Zustand Luft und Gas entweichen, schließen sich aber, sobald sie feucht werden.

„Das funktioniert zwar gut, ist aber unnötig”, erklärt Schmid. Denn nur eine defekte Heizungsanlage lasse ständig Luft ein und brauche daher permanente Entlüftung. In so einem Fall sei es aber besser, das Leck im System aufzuspüren und zu reparieren. Automatische Entlüfter, so Schmid, seien mitunter sogar kontraproduktiv, weil durch sie etwaige Lecks weniger schnell bemerkt werden.

Sind die Thermostatventile an den Heizkörpern älter als 15 Jahre, kann sich nach Worten des Ingenieurs auch ein Austausch mittelfristig lohnen. „Die modernen Thermostatköpfe sind technisch ausgereifter und reagieren sensibler auf Sonneneinstrahlung und andere externe Wärmeeinflüsse”, erklärt der Gebäudeenergetiker Schmid. Zudem sei in mechanischen Thermostatköpfen die als Temperaturfühler dienende Flüssigkeit, die sich pausenlos ausdehnt und zusammenzieht, nach 15 Jahren porös und ermüdet.

Herkömmliche mechanische Thermostatköpfe kosten nach Angaben der Stiftung Warentest zwischen 8 und 17 Euro. Wer es richtig gut machen will, leistet sich elektronisch programmierbare Köpfe für 40 bis 95 Euro. Diese regeln die Raumtemperatur nach der Uhrzeit und können richtig programmiert nach Angaben von Jörg Schmid bis zu 15 Prozent Energie einsparen.

Ein weiterer Vorteil dieser mit Batterie oder Stromkabel betriebenen Steuerungen kommt zur Geltung, wenn das Fenster über dem Heizkörper geöffnet wird. Die elektronischen Themostatköpfe erkennen dies am plötzlichen Temperaturabfall und schließen sich automatisch.


Die Stiftung Warentest hat im Mai 2008 programmierbare und nicht programmierbare Heizkörperthermostate getestet und auf ihr Heizkosten-Einsparpotenzial untersucht. Große Unterschiede bei den Tests blieben aus: Keines der getesteten Produkte wurde besser als „gut” bewertet, keines schlechter als „befriedigend”.

Bei den programmierbaren Thermostaten werden Systeme aus mehreren Komponenten empfohlen. Der Temperaturfühler ist hier nicht wie sonst üblich in den Ventilkopf integriert, sondern in den Raumregler. Vorteil: Er lässt sich frei platzieren. Das Steuergerät sendet seine Befehle via Funk an die Ventile. Bis zu acht Ventilantriebe können in einem Raum gesteuert werden.

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