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DKV erhöht die Beiträge

Von: Anja Lang
Letzte Aktualisierung:
DKV
Die DKV erhöht ihre Beiträge für Privatversicherte zum ersten April. Einige Kunden müssen sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Aachen. Bis zu 130 Euro pro Monat müssen Versicherte der DKV seit 1. April für ihre private Krankenversicherung mehr auf den Tisch legen. Wie können Verbraucher darauf reagieren?

DKV-Kunden müssen ab jetzt tiefer in die Tasche greifen. Denn seit 1. April fallen bis teilweise bis zu 130 Euro mehr pro Monat für die private Krankenversicherung (PKV) an. Ein echter Beitragsschock für Versicherte, vor allem für die im Tarif BM4. Hier beträgt die durchschnittliche Prämienerhöhung stolze 29 Prozent.

Und diese Beitragserhöhung hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn die DKV nicht zusätzlich noch 439 Millionen Euro an Rückstellungen zugeschustert hätte. Dabei befindet sich die DKV in guter Gesellschaft, denn auch viele andere private Krankenkassen haben 2016 ihre Preise teilweise empfindlich nach oben geschraubt.

So mussten laut Branchendienstleister MAP-Report Kunden der Halleschen Krankenversicherung zum Jahreswechsel Prämienerhöhungen von bis zu 9,8 Prozent in Kauf nehmen, Versicherte der R+V-Krankenversicherung sogar bis 16,4 Prozent und bei der Axa Krankenversicherung gab es in einigen Tarifen sogar Prämienerhöhungen von über 50 Prozent.

Im Großen und Ganzen erhöhten die privaten Krankenversicherer 2016 laut MAP-Report im Durchschnitt 4,1 Prozent. Zum Vergleich: Von 2000 bis 2016 waren durchschnittlich 3,7 Prozent. "Ursache für die Prämienerhöhungen sind vor allem Kostensteigerungen im Gesundheitswesen", erklärt Elke Weidenbach, Referentin für den Bereich Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Hier schlagen vor allem die modernen Methoden der High-Tech-Medizin sowie gestiegene Löhne und Gehälter zu Buche."

 

Fünf Möglichkeiten gegenzusteuern

Möglichkeit 1:

Versicherte können der privaten Krankenkasse (PKV) den Rücken kehren und versuchen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unterzukommen. Das ist aber alles andere, als einfach. "Sie dürfen dazu erstens nicht älter 55 Jahre alt sein. Danach ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) rein rechtlich kaum noch möglich", weiß Weidenbach. "Zweitens müssen Sie beispielsweise einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, bei der Sie unterhalb der aktuellen Versicherungspflichtgrenze verdienen -; 2016 sind das 56.250 Euro pro Jahr bzw. 4.687,50 Euro pro Monat."

Möglichkeit 2:

Privatversichert bleiben und den Versicherer wechseln. "Diese Möglichkeit macht nur dann Sinn, wenn Sie erst seit kurzem privat krankenversichert und gesund sind", erklärt Weidenbach. "Zwar haben Sie bei Verträgen, die ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurden, die Möglichkeit Altersrückstellungen im Umfang des Basistarifs zu einem anderen Versicherer mitzunehmen. Der überschießende Betrag ist aber verloren."

Möglichkeit 3:

Nicht den Anbieter wechseln, sondern lediglich den Tarif. "Hier sollten Sie darauf achten einen Versicherungsschutz mit ähnlicher Deckung zu wählen", erklärt die Versicherungsexpertin. "Wählen Sie einen Tarif mit besseren Leistungen, müssen Sie nämlich wieder neue Gesundheitsfragen beantworten. Das kann unter Umständen zum Ausschluss von Leistungen führen."

Möglichkeit 4:

Im bestehenden Tarif bleiben und die Selbstbeteiligung erhöhen. Damit sinkt erstmal auch die monatliche Beitragsprämie. "Ob Sie hier aber auch tatsächlich günstiger fahren, können Sie nur ermitteln, wenn Sie die jährlichen Kosten Ihres bestehenden Tarifs dem neuen jährlichen Kosten plus Ihrer maximalen jährliche Selbstbeteiligung gegenüberstellen", betont Weidenbach. "Die neue Summe sollte dann günstiger sein, als die alte."

Möglichkeit 5:

Teile des Versicherungsvertrags kündigen. "Um den monatlichen Beitrag zu drücken, haben Sie auch die Möglichkeit, Teilkündigungen bestimmter Leistungen auszusprechen", erklärt die Volljuristen der Verbraucherzentrale NRW. Hier gibt es durchaus sinnvolle Möglichkeiten, Geld zu sparen. "So braucht ein Rentner etwa kein Krankengeld mehr, da die Rente auch bei Krankheit weiterbezahlt wird", betont Weidenbach. "Auch Krankenhaustagegeld lohnt sich meist nicht, da die Krankenhausaufenthalte tendenziell immer kürzer werden und dieser Versicherungsschutz nichts existenziell Wichtiges darstellt."

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