Dispo-Zinsen deckeln

Von: Sabina Hoerder und Marcus Preu und Peter Weißenberg
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Große Koalition plant nicht, die Höhe der Dispo-Zinsen gesetzlich zu begrenzen. Verbraucher müssen selbst aktiv werden.

Seit Jahren kämpfen Verbraucherschützer gegen Dispozinsen am Rande des Wuchers - und für eine Beschränkung zu hoher Raten. Doch auch im neuen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht nur lapidar: Banken sollen "verpflichtet werden, beim Übertritt in den Dispositionskredit einen Warnhinweis zu geben. Und nur, falls der Kunde ständig erheblich sein Konto überzieht, sollen sie ihn beraten, wann und wie es auch billiger gehe. Unverbindlich, aber beileibe nicht kostenlos.

Mit diesen vier Tipps können Sie selbst aktiv werden und brauchen sich künftig nicht mehr über teure Dispozinsen ärgern:

1. Geeignetes Girokonto

Wer immer wieder mal in die roten Zahlen rutscht, sollte mit Bedacht sein Girokonto wählen. Während bei teuren Konten der Dispozins bis zu 14 Prozent betragen kann, verlangen günstige Anbieter acht Prozent und weniger. So fallen bei der Deutschen Skatbank 5,00 Prozent an, bei der DAB Bank 7,50 und bei der DKB 7,90 Prozent. Sind beim alten Konto noch dazu häufig Gebühren fürs Geldabheben fällig, kann sich der Umzug zu einem anderen Anbieter rasch bezahlt machen.

2. Ratenkredit statt Dispokredit

Normalerweise überziehen Sie Ihr Konto nicht, aber die teure Autoreparatur hat ordentlich ins Kontor geschlagen und nun wird das Minus nur langsam weniger? Dann kann ein Ratenkredit die bessere Alternative zum Dispo sein. Der Biallo-Index für Ratenkredite weist im Moment für zwölf Monate Laufzeit einen Durchschnittszins von 5,95 Prozent aus -; erheblich weniger als bei den allermeisten Dispokrediten. Beispielsweise die Santander bietet einen Kredit über 2.500 Euro bei einem Jahr Laufzeit für 2,99 Prozent effektiv an. Beim Onlinekredit von Targobank und Bank 11 sind 4,99 bzw. 4,44 Prozent fällig.

3. Abrufkredit statt Dispokredit

Rutscht das Girokonto immer mal wieder in die roten Zahlen, lässt sich durch einen Abrufkredit viel Geld sparen. Dahinter steckt ein zusätzliches Kreditkonto, das dauerhaft eine gewisse Kreditlinie bereitstellt. Der Abrufkredit -; manchmal wird er auch Rahmenkredit genannt -; kann auch bei einer anderen Bank abgeschlossen werden als bei der, bei der man sein Girokonto hat. Beliebig oft kann der Kunde die Kreditlinie in Anspruch nehmen und die Tilgung ist bei vielen Banken frei wählbar. Einige Banken verlangen aber auch eine monatliche Mindesttilgung. Zinsen werden nur für das tatsächlich abgehobene Geld fällig. Einen Kreditrahmen von 5.000 Euro gibt es bereits ab 4,85 Prozent (Bank 11). Ausführlich informiert der Biallo.de-Abrufkredit-Vergleich über die aktuellen Konditionen. Aber aufgepasst: Man sollte den Abrufkredit nicht zusätzlich zum Dispo nutzen. Sonst können die Schulden schnell unüberschaubar werden. Steigt der Zinssatz für den Rahmenkredit, kann die Schuldenfalle drohen. Auch wenn die Bank keine feste Tilgung vorschreibt, sollten Kreditnehmer monatlich einen festen Betrag per Dauerauftrag zurückzahlen.

4. Hilfe der Schuldnerberatung suchen

Millionen Deutsche sind bereits hoffnungslos überschuldet. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Klettert Ihr Kontostand immer weiter in die Miesen? Besteht tatsächlich Aussicht auf schwarze Zahlen? Sollte dies nicht der Fall sein, leisten die rund 950 kostenlosen Schuldenberatungsstellen der Verbraucher- und Wohlfahrtverbände in Deutschland Hilfe. Eine Beratungsstelle in der Nähe findet sich unter www.meine-schulden.de.

Möchten Sie ein günstigeres Girokonto? Vergleichen Sie Online- und Filial-Angebote.

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