Diese Patzer sind bei der Altersvorsorge teuer und ärgerlich

Von: Oliver Mest, ddp
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Berlin. Wie viel man im Monat für die Altersvorsorge sparen kann, das muss jeder für sich entscheiden. Aber wie man seine Vorsorge richtig angeht, das richtet sich nach ganz einfach Kriterien. Genau so, wie es kleine und größere Patzer gibt, die man sich auf keinen Fall erlauben sollte.

Der größte Helfer bei der Vorsorge ist nicht die Riester-Rente, eine Versicherung oder die Börse. Es ist schlichtweg der Faktor Zeit. Manche machen sich nicht an die Altersvorsorge, weil sie keine Lust haben, sich Gedanken um Geld zu machen. Andere Sparer haben Angst, sich ganz konkret vor Augen zu führen, was im Alter auf sie zukommen könnte. Und eine weitere Gruppe ist alles einfach viel zu schwierig.

Gemein ist allen jedoch, dass jeder verbummelte Monat die mögliche Rente im Alter um ein paar Euro mindert. Denn nichts treibt die Rendite mehr, als ein paar Monate länger zu sparen. Wer sich über die Altersvorsorge Gedanken macht, darf eine Größe niemals vernachlässigen: die Inflation. Denn die Geldentwertung führt dazu, dass die vielleicht sogar einmal großzügig bemessene Rente im Alter sehr viel weniger als heute wert ist.

Gegen die Inflation selbst kann man kaum etwas tun, aber man kann sie mit einplanen, indem die Rente deutlich höher kalkuliert wird als heute. Pro Jahr bis zum Rentenbeginn sollte man mit einem Aufschlag von 2 bis 3 Prozent rechnen. Wer in 20 Jahren in Rente geht, braucht also 40 bis 60 Prozent mehr Geld, um den gleichen Lebensstandard wie heute zu haben. Denn was heute 100 Euro kostet, wird aller Voraussicht nach in 20 Jahren 140 bis 160 Euro kosten.

Wenn es ums Steuern sparen geht, setzt bei vielen Menschen etwas aus. Der Wunsch, dem Finanzamt noch ein paar Euro abluchsen zu können, steuert auch rational denkende Menschen in Anlagemodelle, die sie ohne steuerliche Komponente wohl niemals abschließen würden. Grundsätzlich gilt aber bei jeder Anlage: Das Investment an sich muss überzeugend sein, nicht die daraus möglicherweise resultierenden Steuervorteile.

Die können als Sahnehäubchen die Rendite optimieren, der Renditebringer selbst sollten sie jedoch nicht sein. Steuersparmodelle gehören immer auf den Prüfstand - und zwar bei einem Steuerexperten, der wirklich ausrechnen kann, ob sich das Modell rechnet, ob die rechtlichen Rahmenbedingungen dauerhaft sind und man auch ohne steuerliche Erwägungen ein gutes Geschäft machen kann. Erst mit dem Okay eines Steuerberaters sollten solchen Anlagen getätigt werden.

Manche Menschen sind so sehr damit beschäftigt, ihre Geldanlagen zu optimieren, dass sie viel wichtigere Dinge völlig vernachlässigen. Die richtige Versicherung beispielsweise. Denn was nützt es, wenn man jeden Monat brav für später spart, aber mit 45 Jahren berufsunfähig werden und nicht dagegen versichert ist?

Das Ersparte ist dann schnell aufgebraucht, und für das Alter ist ohnehin nichts mehr übrig. Ebenfalls gravierend ist eine fehlende oder schlechte Absicherung für den Todesfall. Denn auch ein gut gefülltes Sparkonto eines Normalverdieners wird dessen Familie kaum jahrelang ernähren. Deshalb sollte Versicherung immer vor der Vorsorge stehen.
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