Diese Nebenkosten können Vermieter nicht umlegen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes ist jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch. Was dürfen also Vermieter wirklich umlegen?

Nebenkosten schlagen mit bis zu 2,90 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Entsprechend können sich diese für eine 90-Quadratmeter-Wohnung auf mehr als 3.000 Euro im Jahr türmen. Die Nebenkostenabrechnung zu prüfen, lohnt sich allemal.

 

 

Was Vermieter abrechnen dürfen

 

Die Nebenkosten müssen grundsätzlich schon im Mietvertrag klar geregelt sein. Vermieter können sämtliche Verbrauchskosten abrechnen, worunter diese Ausgaben zählen: Wasser und Abwasser, Heizung und Klimaanlage, Müllabfuhr und Straßenreinigung sowie Hauslicht und Lift.

 

 

Überdies sind Wartungskosten und Versicherungen zum Teil umlagefähig. Darunter fallen Pflegearbeiten an Heizung, Aufzug und Elektrik, gleichermaßen wie die Ausgaben für den Hausmeister oder die Gartenpflege, sogar wenn diese etwas extravaganter ausfällt. Daneben hat der Mieter die Grundsteuer, die Gebäudeversicherung und die Grundstückshaftpflicht zu tragen.

 

 

Die Beiträge für Rechtschutz-, Hausrat- und Mietausfallversicherungen sind dagegen nicht umlagefähig. Prüfen Sie also vor allem hier Ihre Abrechnung.

 

 

 

Was zählt zu den Modernisierungskosten?

 

Vermieter können auch Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen, sofern die Maßnahme zu einer Wohnwertverbesserung führt. Darunter zählen Dämmung des Gebäudes, neue Fester und Türen oder der Einbau einer umweltfreundlichen Heizungsanlage. Abrechenbar sind sowohl die Materialkosten als auch die Handwerkerstunden - nicht aber das Material.

 

 

Vermieter, die selbst Hand anlegen, können ihre Eigenleistung abrechnen. Dabei müssen die Modernisierungskosten allerdings belegt, schriftlich aufgeschlüsselt und den einzelnen Wohneinheiten zugeordnet werden. Bis zu elf Prozent der Modernisierungskosten sind pro Jahr abrechenbar. Jener Wertverbesserungszuschlag kommt zur Jahresmiete dazu.

 

 

 

Welche Nebenkosten bleiben beim Vermieter hängen?

 

Einige Aufwendungen können Vermieter nicht auf den Mieter übertragen. Darunter fallen beispielsweise folgende Aspekte: Hausverwaltung, Reparaturen, Einzahlungen in die Instandhaltungsrücklage bei Eigentumswohnanlagen, fehlende Einnahmen bei Leerstand aber auch Finanzierungskosten für die Modernisierung.

 

 

Vorsicht: Die Höhe der Wartungskosten ist häufig strittig. So schließen Vollwartungsverträge zum Beispiel für den Fahrstuhl häufig Reparaturleistungen ein, die aber Sache des Vermieters sind. Es gilt: Die Kosten exakt aufschlüsseln.

 

 

Fristen bei der Nebenkostenabrechnung

 

Sollten Posten bei den Nebenkosten nicht verständlich oder falsch sein, so kann der Mieter dieser Abrechnung widersprechen und Rechnungseinblick fordern. Hierzu haben Mieter eine Frist von einem Jahr. Nachforderungen des Vermieters sollten dennoch innerhalb eines Monats beglichen werden, da der Vermieter andernfalls klagen kann.

 

 

Es ist jedoch ausgeschlossen, dass bei Nichtzahlung das Mietverhältnis gekündigt wird. Versäumt es der Vermieter, seine Nebenkostenabrechnung nicht innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Abrechnungsperiode zu versenden, steht dem Mieter frei, die Nachforderung zu verweigern. Andersherum gilt: Selbst wenn der Vermieter verspätet abrechnet, erlischt der Erstattungsanspruch zu Gunsten des Mieters nicht.

 

 

 

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