Die Zinswende steht vor der Tür

Von: Thomas Brummer
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Aachen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe solle sich Experten zufolge zum Jahresende mehr als verdoppeln. Denn die USA stehen offenbar vor einer Zinswende. Was bringt das für deutsche Sparer?

Der 22. Januar 2015 hat das Potenzial, in die Geschichte einzugehen. An diesem Tag wird sich die Europäische Zentralbank (EZB) möglicherweise dazu durchringen, Staats- und Unternehmensanleihen im Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro zu kaufen. Zum Vergleich: Die Steuereinahmen von Bund und Ländern lagen im vergangen Jahr bei rund 640 Milliarden Euro. Einige deutschen Stimmen sehen das Vorhaben mit Skepsis. Aus ihrer Sicht sei das ein Anreiz für Krisenstaaten, sich weiter zu verschulden. Das Kalkül der EZB lautet so: Der massive Ankauf von Staatsanleihen würde die Inflation befeuern -; Ziel ist eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent. Die Währungshüter wollen auf jeden Fall eine Deflation vermeiden. Außerdem möchte man der Wirtschaft in der Eurozone unter die Arme greifen. Doch auch der Blick über den großen Teich sollten Sparer wagen.

Bundesanleihe Ende des Jahres doppelt so hoch

Heute steht die zehnjährige Bundesanleihe bei 0,5 Prozent. Zum Jahresende sehen die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen die deutsche Staatsanleihe bei 1,1 Prozent. Zahlreiche andere Banken rechnen mit einer ähnlichen Entwicklung. Wir sehen schon im Juni eine Zinswende in den USA, was wiederum auch zu einer Bewegung in Deutschland führen sollte, sagt Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen. Im Sog der Amerikaner werde auch die europäische Wirtschaft an Fahrt gewinnen. Treiber seien nach Ansicht des Experten der Ölpreis und die Geldpolitik. Wer sich nun eine Bundesanleihe ins Depot legen möchte, sollte wissen, dass bei steigenden Zinsen jedoch der Kurs der Anleihe fällt. Denn Anleger trennen sich dann von ihrer alten Anleihe, da neuere höher rentieren, im Ergebnis fällt der Kurs.

Was geschieht mit Festgeld?

Für Tages- oder Festgeld dürfte sich wenig tun. Bei Geldanlagen mit kürzeren Laufzeiten ist der Kurs der EZB entscheidender, sagt Krauss. Allerdings müsse man trotz des geplanten Anleihekaufprogramms auch nicht mehr mit dramatischen Rückgängen der Zinsen rechnen, denn das Vorhaben der Notenbank sei im jetzigen Zinsniveau bereits eingepreist.

So verhalten sich Anleger jetzt

Sichern Sie Ihre Gewinne ab. Wer Geld an der Börse angelegt hat, sollte sein Risiko begrenzen und ein sogenanntes Stop-Loss-Limit setzen. Sie setzen diesen Kurs rund zehn Prozent unterhalb des aktuellen Kurses. So können Sie aus heutiger Sicht maximal zehn Prozent verlieren, im Falle weiter steigender Kurse bleiben Sie am Ball. Dann können Sie den Kurs von Zeit zu Zeit nachziehen. Alternativ gibt es auch dynamische Limits, die automatisch mitwandern. Kommt es nun zu einem Verkauf, empfiehlt es sich, das Geld auf einem attraktiven Tagesgeldkonto zu parken. Wer ohnehin kein Fan des Aufs und Abs an der Börse ist, kann mit einem hochverzinsten Festgeldkonto besser schlafen.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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