Die Vorteile von hohem Eigenkapital

Von: Max Geißler
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Aachen. Mit viel Eigenkapital senken Sie die Kosten einer Baufinanzierung. Da Geldanlagen aktuell kaum Rendite abwerfen, kann es sich sogar lohnen, das Sparkonto für die Finanzierung zu räumen.

Wer bei einer umfangreichen Finanzierung einen großen Teil der Summe selbst aufbringen kann, muss weniger Geld von der Bank leihen. Dadurch werden die Kosten für das Darlehen automatisch gesenkt. Denn wenn weniger Geld zurückgezahlt werden muss, verkürzt sich meist nicht nur die Tilgungsdauer, auch die Sollzinsen sind häufig günstiger. Der Immobilienkäufer kann dann auch besser steuern, ob er eine hohe Anfangstilgung möchte oder lieber kleine Kreditraten wählt.

Hinzu kommt, dass es bei den Banken in der aktuellen Niedrigzinsphase nur eine geringe Guthabenverzinsung für das Ersparte gibt, sagt Michiel Goris, Vorstand der Interhyp AG. Wer also Geld auf der hohen Kante hat und über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, kommt unter dem Strich zurzeit womöglich besser weg, wenn er sein Geld in die Baufinanzierung steckt. Denn weniger Zinsen zu zahlen, ist eine große Ersparnis.

Rechenbeispiel:

Luise hat 40 Prozent Eigenkapital

Luise bringt 40 Prozent Eigenkapital in die Finanzierung einer Immobilie ein. Die Wohnung kostet 200.000 Euro, Luise zahlt davon also 80.000 Euro selbst und leiht 120.000 Euro von der Bank. Sie möchte eine ähnliche monatliche Rate zahlen, wie die aktuelle Miete beträgt. Bei einer Kreditlaufzeit von 15 Jahren kann sie eine Anfangstilgung von 5,25 Prozent stemmen und muss der Bank nur 3,0 Prozent Sollzinsen zahlen. Die monatliche Rate liegt dann bei 825 Euro. Nach den 15 Jahren hat Luise den Kredit bis auf einen Restbetrag von 839 Euro abgezahlt. Insgesamt lagen die Zinskosten für das Darlehen bei 29.340 Euro.

Lotte hat 20 Prozent Eigenkapital

Lotte hat hingegen 40.000 Euro Eigenkapital und kann deshalb nur 20 Prozent der 200.000 Euro für das Eigenheim selber zahlen. Die übrigen 80 Prozent, also 160.000 Euro, leiht sie von der Bank. Bei einem Darlehen über 15 Jahre beträgt der Sollzins beispielsweise 3,4 Prozent. Soll die Kreditrate nun ähnlich hoch wie bei Luise sein, ist für Lotte lediglich eine Anfangstilgung von 3,0 Prozent möglich. Monatlich zahlt sie dann 853 Euro an die Bank. Nach 15 Jahren braucht Lotte dann eine Anschlussfinanzierung für ein Darlehen über 66.246 Euro Restschuld. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hat sie erst 93.754 Euro abgezahlt. Dafür hat Lotte bis zu diesem Zeitpunkt bereits knapp 60.000 Euro nur an Zinsen gezahlt.

Fazit:

Bei gleichen monatlichen Raten und einer ähnlich hohen Verzinsung, benötigt Lotte deutlich mehr Zeit, um schuldenfrei zu sein und zahlt nach 15 Jahren bereits das Doppelte an Zinskosten.

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