Berlin - Die Tricks windiger Finanzdienstleister

Die Tricks windiger Finanzdienstleister

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Berlin. In Gesprächen mit Banken, Versicherungen oder Finanzdienstleistern sind Verbraucher oft unterlegen. Denn während Banken oder Versicherungen Profis ins Rennen schicken, sind die Verbraucher selbst oft Anfänger. Deshalb ist es gut zu wissen, mit welchen Tricks die Profis arbeiten.

Haltlose Versprechen gehören sicherlich zu diesen Tricks. In Beratungsgesprächen werden die abenteuerlichsten Zusagen gemacht. Die Verkäufer wissen natürlich, dass all das Gesagte keine Relevanz hat, wenn es nicht irgendwo schriftlich fixiert wird - und das unterbleibt oft. Deshalb ist es wichtig, dass man Zusagen („Die Rendite wird rund 15 Prozent betragen ...”) immer schriftlich fixieren lässt - sonst sind sie nichts wert.

Zahlenspielereien gehören ebenfalls zu den Taschenspieler-Tricks der Berater. Wenn Verkäufer von Finanzdiensten den Taschenrechner herausholen, wird es oft abenteuerlich. In vielen Beratungsgesprächen werden Renditen errechnet, Zinsen in den Raum geworfen und Gewinne versprochen, die niemals möglich sein können. Versprochene Renditen sollten daher immer selber nachgerechnet und mit den Angaben der Verkäufer vergleichen werden.

Wahre Meister des Fachs finden sich im Verkaufsgespräch auch, wenn es um das Verschleiern von Kosten geht. Denn trotz vermeintlich hoher Renditen, satter Zinsen oder günstiger Kredite - die Banken und Finanzdienstleister wollen natürlich auch Geld verdienen. Und deshalb werden anfallende Kosten dem Verbraucher gerne etwas versteckter untergejubelt.

Das beste Beispiel: Restschuldversicherungen für billige Kredite. Da sich mit Kreditzinsen im Bereich von drei bis vier Prozent nicht genug Geld verdienen lässt, verkaufen die Banken gern eine horrend teure Restschuldversicherung dazu und erhöhen damit den Profit. Das Ergebnis: Aus geringen Kreditzinsen werden unter dem Strich schnell Wucherzinsen, die nach diversen Untersuchungen fast die 20-Prozent-Marke erreichen können. Vorsicht also, wenn Berater nicht mit den effektiven und wirklichen Kosten rausrücken wollen.

Bei Beratungsgesprächen wird gern gelogen - vor allem, wenn Banken ihre eigenen Produkte verkaufen wollen. Da werden Fonds, zu denen es viele Alternativen gibt, als einziges Produkt auf dem Markt dargestellt, schlecht laufende Produkte einfach schön geredet, obwohl kein Wort vom Gesagten stimmt und günstige Alternativen wie der Fondskauf über die Börse als nicht möglich beschrieben.

Das Ergebnis: Verbraucher bekommen Geldanlagen oder andere Finanzdienstleistungen verkauft, die zu teuer oder unrentabel sind. Hier hilft nur eine unabhängige Beratung als Gegen-Check. Honorarberater, Verbraucherzentralen und andere unabhängige Berater sind die richtigen Ansprechpartner.

Wäre es nicht so traurig, müsste man in manchem Beratungsgespräch fast schmunzeln: Wenn es für den Verkäufer heikel wird, flüchtet er sich gerne in sinnloses Börsen-Latein oder Fachtermini aus der Versicherungsbranche, sodass kein Laie noch folgen kann. Auf Nachfrage kommt dann oft die Antwort, dass man im Einzelnen ja nicht verstehen müsse, worum es ginge oder der Verkäufer stellt eine Gegenfrage.

Verbraucher sollten nachhaken, wenn sie etwas nicht verstanden haben - notfalls auch mehrfach. Ein guter und seriöser Berater wird immer alle offenen Fragen beantworten können.
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