Die Suche nach einer passenden Wohnung will gut geplant sein

Von: Katja Fischer, ddp
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Berlin. Nicht jeder hat das Glück, als Nachmieter einspringen zu können, wenn Freunde oder Verwandte aus der schon lange bewunderten Traumwohnung ausziehen. Normalerweise ist die Suche nach einer geeigneten Bleibe echte Fleißarbeit, die auch strategische Fähigkeiten verlangt.

Zuerst ist zu überlegen, welchen Kriterien das künftige Zuhause genügen muss.

Wohnungsgröße, Wohnlage und Preis sind die wichtigsten. Aber längst nicht die einzigen. Je nach den individuellen Bedürfnissen können ebenerdige Lage oder Fahrstuhl, Himmelsrichtung, das Vorhandensein einer Badewanne, der Wunsch nach einer separaten Toilette oder Abstellräumen beziehungsweise die Parkplatz- , Einkaufs- oder Ärzteversorgungssituation genauso ausschlaggebend sein.

Es ist daher sinnvoll, eine Liste mit den Anforderungen aufzuschreiben, die die Familie an die neue Wohnung stellt. Dabei ist Realismus angesagt.

Ein See vor der Haustür mag reizvoll sein, aber wenn die schulpflichtigen Kinder dadurch von öffentlichen Verkehrsmitteln abgeschnitten sind, ist der Preis für den Luxus zu hoch.

Steht fest, wie die Wohnung etwa aussehen soll, was sie kosten darf und welche Lagen in Frage kommen, lohnt sich eine aussagekräftige Suchanzeige in einer oder mehreren regionalen Tageszeitungen. Die bringt oft mehr als nur das Studium von mehr oder weniger zufälligen Inseraten. Auch Immobilienbörsen im Internet helfen weiter. Hier werden die Wohnungen oft detailliert mit Fotos vorgestellt.

Wer auf eine bestimmte Wohngegend fixiert ist, ist mit einem lokalen Aushang gut beraten, am besten sogar in der Lieblingsstraße. Nicht nur Laternen und Bäume bieten sich an, sondern auch Supermarkt, Bäcker oder Schwarze Bretter in Universitätsgebäuden, Tauschbörsen von Kitas oder Sportstätten.

Bewährt hat sich eine Prämie für Tipps, die zum Erfolg führen. Gut funktioniert auch die Mundpropaganda. Wer umziehen will, sollte möglichst vielen Freunden und Bekannten davon erzählen und dabei ruhig ins Detail gehen.

Die Hilfe eines professionellen Maklers ist sinnvoll, wenn ein Umzug in eine fremde Stadt ansteht. Aber auch, wenn gehobene oder nicht alltägliche Ansprüche erfüllt werden sollen, etwa eine Dachgeschosswohnung mit Atelier gesucht wird oder antike Möbel extreme Raumhöhen verlangen.

Der Makler kostet Geld, und zwar maximal zwei Monatsmieten ohne Nebenkostenvorauszahlung plus Mehrwertsteuer. Aber er darf erst bei Erfolg kassieren, also nach Unterzeichnung des Mietvertrages. Gegen Ende der aktiven Suchphase beginnt das „Feintuning”. Vier, fünf Wohnungen kommen in die engere Wahl.

Man sollte sich jedoch nicht sofort nach der Wohnungsbesichtigung entscheiden. Denn pure „Bauchentscheidungen” können sich rächen. Etwa, wenn sich nach dem Einzug herausstellt, dass der Sohn des Nachbarn täglich drei Stunden Geige übt.

Der Berliner Mieterverein rät, bei der Wohnungsbesichtigung auch auf Sonneneinstrahlung und auf Geruchsbelästigung durch umliegende Gaststätten zu achten.

Desweiteren sollten Wohnungssuchende an Fluglärm, Verkehrslärm und geplante Bauvorhaben im Umfeld denken. Über letztere weiß das zuständige Bezirksamt bescheid. Grundsätzlich gilt, je länger Mieter in der neuen Wohnung bleiben wollen, desto mehr Sorgfalt ist bei der Auswahl geboten. Wichtig ist, das künftige Wohnhaus mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten aufzusuchen.

Dass die Wohnfläche nachgemessen werden muss, sowie Keller, Kammern und Steckdosen zu begutachten sind, versteht sich von selbst. Allzu leicht vergessen werden nach Ansicht des Mieterbundes Recherchen nach der Kompetenz der Hausverwaltung und der Kooperationsbereitschaft des Vermieters.

Man sollte sich bei den künftigen Nachbarn danach erkundigen und sie bei dieser Gelegenheit gleich ein wenig kennenlernen. Nicht zuletzt sind es diese Menschen, von denen es auch abhängt, ob das neue Zuhause der Familie auf Dauer gut tut.
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