Die Kfz-Versicherung richtig kündigen: Fristen beachten und Angebote vergleichen

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Leipzig. Das Szenario wiederholt sich jedes Jahr im Herbst: Doch längst nicht alle Kfz-Halter wüssten, wie man eine Kfz-Versicherung richtig kündigt, sagt Versicherungsexpertin Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Damit ein Wechsel reibungslos vollzogen werden könne, gebe es einiges zu beachten.

Bei der Kfz-Haftpflicht- und der Kaskoversicherung handelt es sich um selbstständige Verträge, auch wenn sie zusammen abgeschlossen wurden. Deshalb ist es möglich, sich durch Kündigung nur von der Fahrzeugversicherung zu trennen und die Haftpflichtversicherung fortzuführen.

Sollen Verträge einem anderen Versicherer übertragen werden, ist zunächst ihre Laufzeit zu prüfen. „Diese Versicherungen werden jeweils für ein Jahr abgeschlossen, wobei das Versicherungsjahr im Regelfall dem Kalenderjahr entspricht”, sagt Heyer. „Dann ist ein Wechsel des Versicherers, unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist, zum 1. Januar möglich.”

Kündigungsfrist im Auge behalten

Allerdings haben inzwischen einzelne Versicherer eine Änderung vorgenommen. Bei ihnen entspricht das Versicherungsjahr einem Zeitjahr von zwölf Monaten. Das bedeutet: Eine zum 1. Juli begonnene Kfz-Versicherung kann nicht zum 31. Dezember, sondern erst zum 30. Juni des Folgejahres gekündigt werden. In diesem Fall muss spätestens am 31. Mai das Kündigungsschreiben dem Versicherer vorliegen.

Wer jetzt zum Jahresende kündigen will und kann, sollte die Kündigungsfrist im Auge behalten. Spätestens am 30. November muss diese Erklärung beim bisherigen Anbieter vorliegen. Der Poststempel mit diesem Datum reicht nicht aus.

„Wer sicher gehen will, schickt somit seinen Brief in diesem Jahr schon bis zum 25. November nachweisbar - also als Einschreiben - ab”, rät Heyer. „Wer die Kündigung per Fax mitteilt, kann dies dagegen auch noch am 30. November erledigen, sollte aber den Sendenachweis aufheben.” Schließlich kann die Kündigung auch gegen eine Bestätigung noch bis zu dem Stichtag in einer Filiale des Versicherers abgegeben werden.

Angebote vergleichen

Ab 1. Dezember ist es für eine ordentliche Kündigung zu spät. Dann kann aber noch im Falle einer Prämienerhöhung außerordentlich gekündigt werden. Hier gilt, dass der Versicherungsnehmer ab Eingang der Mitteilung über die teurere Prämie sich noch innerhalb eines Monats vom Vertrag lösen kann.

Sinnvoll ist es zudem, sich schon vor der Kündigung über andere, günstigere Preis- und Leistungsangebote zu informieren. Verschiedene Verbraucherzentralen sowie die Stiftung Warentest bieten Vergleiche und Auswahlempfehlungen von Versicherungstarifen zum Preis von 16 Euro an.

„Kfz-Halter, die mit ihrem Vertrag an sich zufrieden sind, sollten trotzdem ihre Gesellschaft ansprechen und nach der Umstellung auf den aktuellsten Tarif fragen. Oft lassen sich da einige Euro sparen”, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.
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