Die Checkliste für die Geldberatung

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Immer wieder stehen Banken und Finanzvermittler im Visier von Verbraucherschützern, weil Kunden schlecht beraten werden. Dabei sind es immer wieder dieselben Maschen, mit denen sie vor allem älteren Anlegern schamlos in die Tasche greifen.

Ein Klassiker sind etwa teure und sinnlose Verträge wie Rentenversicherungen gegen Einmalzahlung. Sie versprechen gegen die einmalige Einzahlung einer bestimmten Summe eine monatliche Rente.

Grundsätzlich ist das eine gute Idee - das Problem sind aber vor allem die unrentablen Verträge. Oft erhalten Sparer bei Rentenversicherungen mit schlechter Rendite bis ins hohe Alter hinein gerade einmal ihr eingezahltes Geld zurück und verdienen keinen Cent Zinsen. Dafür muss die Rente teilweise versteuert werden.

Das summiert sich bei einer schlechten Rentenversicherung zu einem desaströsen Minus-Geschäft, das das Geld der Kunden verbrennt - und dem Berater die Taschen füllt. Denn der dürfte für den Abschluss einige Tausend Euro Provision bekommen. Es lohnt sich also, genau nachzurechnen, wie es um die Rendite bestellt ist.

Kosten im Blick behalten

Viele Berater produzieren auch unnötig hohe Kosten. So können Sparer 10.000 Euro in einem Investmentfonds komplett ohne Gebühren anlegen - oder bis zu 650 Euro dafür zahlen. Viele Banken erliegen hier der Versuchung und lassen Sparmöglichkeiten beim Wertpapierkauf außer Acht. Häufig wird die Geldanlage dann auch noch ohne Not ständig umgeschichtet.

Das Ganze hat in den allermeisten Fällen nur ein Ziel: Die Berater wollen Geld an den Kunden verdienen. Erschließt sich bei Transaktionen nicht sofort der konkrete Sinn, ist deshalb Vorsicht geboten.

Obwohl auch Berater wissen, dass ihre Tipps über das Internet oder mit Hilfe von Ratgebern schnell überprüft werden können, bringt das die meisten nicht zur Räson. Die Beratung ist dennoch häufig lückenhaft, es werden Standardprodukte verkauft, die nicht zu den Kundenwünschen passen, Renditen versprochen, die nie erreicht werden können, und Steuervorteile angepriesen, die so niemals gewährt werden.

Kunden sollten den Angeboten von Bankberatern deshalb grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen. Es gibt fraglos gute und faire Berater, aber in den meisten Beratungsgesprächen wird verkauft auf Teufel komm raus - und die Wahrheit bleibt dann auf der Strecke.

Um Ärger zu vermeiden, sollten sich Anleger deshalb alle Angaben des Beraters stets schriftlich bestätigen lassen. Dabei sollte schriftlich dargelegt sein, welche Rendite er erwartet, wie Verträge gekündigt werden können, welche Kosten anfallen und wie er das Risiko einschätzt. Seriöse Vertreter haben mit solchen Nachweisen kein Problem. Wer dagegen das Blaue vom Himmel verspricht, wird sich hier schwertun.

Außerdem sollte jede Anlageentscheidung durch Prospekte belegt sein, aus denen der Umfang des Geschäfts ersichtlich ist. Verbraucher sollten niemals Verträge abschließen, ohne diese Unterlagen geprüft zu haben und auch nie direkt nach dem Beratungsgespräch unterschreiben. Gute Verkäufer können Kunden so euphorisch machen, dass der realistische Blick getrübt ist. Am nächsten Tag sieht dagegen vieles schon anders aus.
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