Berlin - Die Bankfiliale – bald nur noch Vergangenheit?

Die Bankfiliale – bald nur noch Vergangenheit?

Von: vo
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Berlin. Anstelle sich an die langjährige Hausbank zu wenden, ziehen immer mehr Kunden neue Unternehmen aus der Finanztechnologie vor, um ihre Geldgeschäfte abzuwickeln. Bedeutet das nun das endgültig Aus für die etablierten Banken?

Der Gang zur Bank, eine Selbstverständlichkeit, die mindestens einmal die Woche erledigt werden muss - um Geld abzuheben, einen Kontoauszug zu holen, Kreditverträge abzuschließen oder Geld zum Sparen anzulegen. Heute ist diese Aufgabe für viele zu einer Lästigkeit geworden.

Wozu in der Schlange anstehen und sich von einem Kundenbetreuer um den Finger wickeln lassen, wenn man doch alles einfach von zu Hause aus erledigen kann. Wir bezahlen via PayPal, checken unsere Kontostände im Online-Banking und informieren uns auf speziellen Plattformen selber über die Preise und Konditionen verschiedener Anbieter von finanziellen Dienstleistungen.

Viele alltägliche Aufgaben, die einmal die Bank unseres Vertrauens übernommen hat, erledigen wir jetzt mit Hilfe von neuen innovativen Startups, die nur oder hauptsächlich über das Internet zu erreichen sind. Denn apropos Vertrauen: Fast zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise ist es vielen Banken immer noch nicht gelungen, das verlorene Vertrauen ihrer Kunden wiederzugewinnen.

Bei fast einem Drittel der deutschen Bankkunden ist das Vertrauen im letzten Jahr gesunken, nur bei elf Prozent ist es gestiegen, besagen die Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Folge ist zum Beispiel, dass 28 Prozent der Befragten dafür in den letzten zwölf Monaten Finanzprodukte online oder mobil von einem anderen Dienstleister als einer Bank bezogen haben.

Junge Startups überzeugen alte Bankkunden

Diese Dienstleister kommen oft aus der FinTech-Branche, sind also Unternehmen mit modernen Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen. Egal, ob es darum geht, zu bezahlen, anzulegen oder sich abzusichern, für nahezu jeden Vorgang gibt es eine Alternative zur Bank.

Kein Wunder also, dass in den letzten Jahren vermehrt das Ende der Bank, wie wir sie kennen, vorausgesagt wurde. Denn im Gegensatz zu diesen, haben die meisten FinTechs den großen Vorteil, ihre Angebote losgelöst von den komplexen Infrastrukturen und Technologien der etablierten Banken direkt am Kunden orientiert zu entwickeln.

So können Sparer sich seit einigen Jahren online über Anlagemöglichkeiten informieren, ohne dazu auf die Produkte ihrer Hausbank beschränkt zu sein. Im Gegenteil, ihnen steht eine Übersicht von Anlageprodukten aus ganz Europa zur Verfügung, die von Finanzexperten geprüft wurden und Anlegern höhere Zinserträge bieten, als es bei deutschen Banken möglich wäre. Denn in der Bundesrepublik herrscht seit geraumer Zeit Niedrigzinspolitik, woran sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird. 

Man darf gespannt sein auf die Entwicklung der Finanzbranche in den kommenden Jahren. Nicht alle Geschäftsmodelle werden sich durchsetzen, eines ist jedoch klar: die Vielzahl der Startups, die die Finanzbranche hervorgebracht hat, markiert den Eintritt in das digitale Zeitalter, wie er in anderen Branchen bereits längst geschehen ist. Auf lange Sicht wird es wohl zu einer Zusammenarbeit zwischen Finanztechnologie und klassischem Bankenwesen kommen, von der beide und vor allem ihre Kunden nur profitieren können.

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