Der Unterschied liegt im Format: Nicht alle Diktiergeräte sind gleich

Von: Vivien Leue, dpa
Letzte Aktualisierung:
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Nichts vergessen: Um lediglich mal einen spontanen Gedanken festzuhalten, genügen schon einfache Diktiergeräte. Foto: dpa

Berlin/Essen. Kanzleien, Krankenhäuser und Verwaltungen setzen auf sie, und auch Studenten entdecken ihre Vorzüge. Die Rede ist von Diktiergeräten. Zwar hat mittlerweile fast jedes Handy eine Aufnahmefunktion.

Doch wer sehr gute Sprachqualität erwartet und vor allem eine leichte Bedienbarkeit wünscht, kommt an einem echten, digitalen Diktiergerät nicht vorbei. „Vereinzelt gibt es auch noch analoge Geräte, aber das sind auslaufende Modelle”, erklärt Kai Tippmann vom Fachhändler DAZ Diktiertechnik in Berlin.

Das digitale Format bietet gegenüber den veralteten Kassetten-Geräten viele Vorteile: Anstatt die Aufnahmen in Kartons zu sammeln, können sie auf der Festplatte archiviert werden. Eine halbe Stunde Sprachaufnahme verbraucht im Profiformat DSS in der höchsten Aufnahmequalität nur drei Megabyte Speicherplatz.

Außerdem lassen sich die Dateien problemlos per E-Mail verschicken. Rechtsanwälte können so ihre Aufzeichnungen beispielsweise vom Gericht aus an ihre Assistenten schicken und haben abends bereits die abgeschriebenen Notizen auf dem Schreibtisch liegen.

In Kombination mit Spracherkennungssoftware könnte das Abtippen in Zukunft sogar unnötig werden. „Derzeit funktioniert die Spracherkennung aber nur dann gut, wenn jemand sein Sprechen trainiert und nicht nuschelt”, sagt Frank Becker von der in Essen erscheinenden Fachzeitschrift „FACTS”.

Dann biete eine entsprechende Software einen „enormen” Zeitgewinn, weil die Notizen nur noch gegengelesen und gegebenenfalls korrigiert, aber nicht mehr eins zu eins abgeschrieben werden müssen.

Das digitale DSS-Format bietet noch mehr: Der Datei können Zusatzinformationen wie der Name des Autors, eine Fallnummer oder eine Prioritätsstufe zugewiesen werden. Wer selbst das nicht mehr per Hand eingeben möchte, kann einen Barcode-Scanner verwenden. Wie an der Supermarktkasse scannt beispielsweise der Arzt den Code auf dem Patientenordner ein und das Gerät speichert sofort, um welchen Fall es sich handelt.

Auch die Möglichkeit, Passagen in das Diktat einzufügen, ist ein Vorteil der digitalen Formate. „Ich kann mit der Datei alles machen, vor- und zurückspulen, Passagen übersprechen, einfügen oder löschen”, erklärt Kai Tippmann. Per Docking Station werden die Dateien nach dem Diktat automatisch auf dem Computer gespeichert und können von dort entsprechend weiterverarbeitet werden.

Trotz all dieser Vorteile verwenden einige Großbüros weiter ihre alten analogen Geräte. „Es ist für viele eben eine ziemliche Investition, von analog auf digital umzustellen”, sagt Frank Becker von „FACTS”. Immerhin sind die Profi-Diktiergeräte mit rund 300 bis 550 Euro nicht gerade billig.

Für einen Studenten, der vielleicht eine Vorlesung aufzeichnen möchte, dürfte das zu viel sein. Deshalb bieten einige Hersteller abgespeckte Versionen ihrer Profi-Geräte an.

Die Einsteigergeräte arbeiten mit den Formaten Wave oder MP3, erläutert Produktmanagerin Sabine Prinz von Olympus in Hamburg. Mit diesen Modellen können beispielsweise Podcasts erstellt werden. Aber auch für die Aufzeichnung von Gesprächen oder Diktaten reichen sie. Mit einem Preis ab rund 100 Euro sind sie weitaus günstiger als Profi-Geräte - bieten dafür aber natürlich nicht alle Funktionen.

Wer es noch günstiger haben möchte, kann zu sogenannten Notetakern greifen. „Das sind sozusagen elektronische Notizbücher”, so Becker. Das aufgenommene Dateiformat ist hier häufig WMA. Die Geräte gibt es schon ab etwa 40 Euro. Sie bieten noch weniger Einstellmöglichkeiten als die Einsteigergeräte, reichen aber aus, wenn nur hin und wieder ein Gedanke oder ein Gespräch festgehalten werden soll.

DSS - Audioformat für Diktierprofis

Die Profi-Geräte von Philips, Olympus und Grundig Business Systems arbeiten mit dem Audioformat DSS. Dieses Format bietet im Unterschied zu den Audioformaten MP3, WAVE oder WMA die Möglichkeit, Textpassagen nachträglich in den bereits aufgezeichneten Text einzufügen und diesen mit Zusatzinformationen wie einer Patientennummer zu versehen.

Das DSS-Format ist für Sprachaufzeichnungen entwickelt worden und bietet die beste Sprachqualität. Ein weiterer Vorteil von DSS gegenüber anderen Formaten: Die Abspielgeschwindigkeit lässt sich beliebig verstellen, ohne dass sich der Tonfall des Diktierenden ändert und wie Mickey Mouse klingt.

Mittlerweile gibt es bereits das Nachfolgeformat DSS Pro, das in der Sprachqualität noch einmal verbessert wurde.
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