Der Kampf gegen Bettwanzen und Tierflöhe

Von: Michaela Kaebe
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bettwanzen
Parasiten koennen in jeder Wohnung auftauchen - unabhaengig vom Hygienestandard. Rote, juckende Pusteln sind ein Hinweis auf die ungebetenen Mitbewohner. Die Gruppe der Verdaechtigen ist klein: "Allzu viele stechende Parasiten gibt es bei uns nicht. Wenn man sich nicht von einer Fernreise etwas mitgebracht hat, dann sind es in der Regel Muecken, Tierfloehe oder Bettwanzen", erklaert die Wuppertaler Schaedlingsbekaempferin Baerbel Holl. Foto: dapd

Wuppertal/München. Parasiten können in jeder Wohnung auftauchen - unabhängig vom Hygienestandard. Rote, juckende Pusteln sind ein Hinweis auf die ungebetenen Mitbewohner.

Die Gruppe der Verdächtigen ist klein: „Allzu viele stechende Parasiten gibt es bei uns nicht. Wenn man sich nicht von einer Fernreise etwas mitgebracht hat, dann sind es in der Regel Mücken, Tierflöhe oder Bettwanzen”, erklärt die Wuppertaler Schädlingsbekämpferin Bärbel Holl.

Wer sich noch unsicher sei, ob er es überhaupt mit Parasiten zu tun hat, solle die Wohnung auf kleine schwarze Klumpen absuchen und die Fundstücke in ein Glas mit heißem Wasser geben. „Wenn es sich um Parasitenkot handelt, dann dauert es nur Sekunden, und es ziehen sich Blutfäden durch das Gefäß”, erklärt die Vorsitzende des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung aus Düsseldorf.

Die erste Aufgabe eines guten Schädlingsbekämpfers sei es, im Gespräch herauszufinden, um welchen Parasiten es sich handeln könnte. „Es gibt Fallen für Flöhe und Fallen für Bettwanzen - aber die sind recht teuer. Daher sollte man erst einmal klären, wo die Erfolgsaussichten am besten sind”, sagt Holl.

Lebe ein Tier im Haus, lasse sich der Verdacht auf Flöhe relativ leicht abklären - ein Besuch beim Tierarzt helfe weiter. Eine weitere Möglichkeit, sich auch in tierlosen Haushalten Gewissheit zu verschaffen, sei eine selbst gebaute Flohfalle: „Man stellt ein Teelicht oder eine Kerze in eine Glasschüssel, in die man Wasser mit einem Spritzer Spülmittel gefüllt hat, und stellt diese in der Nähe des Bettes oder in einem anderen möglicherweise befallenen Teil der Wohnung auf”, erklärt die Expertin.

Allerdings gingen nur Flöhe, die auf Warmblütern leben, in diese Falle, nicht aber Vogelflöhe. Bei diesen sei vor allem Vorsicht bei der Reinigung von Nistkästen angesagt - dort befänden sich, ebenso wie in alten Vogelnestern, oft bis zu 1.000 Vogelflöhe.

Ein anderer Tipp, der bei der Identifizierung des Übeltäters helfe: Klebestreifen an der Bettkante bereit halten. „So kann man ein Tier, wenn eines auftaucht, problemlos fangen.” So könne Schädlingsbekämpfer leicht erkennen, mit welchem Parasiten er es zu tun habe.

Zur Erkennung eines Bettwanzenbefalles helfe es, das Bett mit einem weißen Laken zu beziehen - denn beim Herausziehen des Saugrüssels könnten winzige Blutstropfen darauf landen. Zudem könne man das Bett nach Häutungsresten der Parasiten untersuchen, sagt Holl.

Auch an der Anordnung der Stiche könne man erkennen, ob eine Bettwanze der Blutsauger gewesen sei, sagt Professor Eckhard Hoffmann aus München. „Wanzen treffen oft beim ersten Mal kein Blutgefäß und müssen mehrfach stechen - es entsteht eine sogenannte Wanzenstrasse”, erläutert der Mediziner.

Hoffmann hat auf dem Jakobsweg selbst unliebsame Bekanntschaft mit den Blutsaugern gemacht hat und betreibt seither das Blog bettwanzen-ratgeber.de. „Auch dass Wanzen stinken, stimmt. Es gibt sogar Wanzenhunde, die diesen süßlichen Gestank erkennen. Riecht der Mensch es aber selbst, dann ist der Befall schon wirklich massiv”, berichtet der Experte.

Wanzen kämen nach Auswärts-Übernachtungen oft als ungewolltes Mitbringsel in die Wohnung, sagt Hoffmann: „Das ist übrigens keineswegs auf Schmuddelherbergen beschränkt. Und da Wanzen monatelang ohne Blut auskommen können, weiß das Hotel oft noch nicht einmal selbst, dass es befallen ist.” Ein weiterer Verbreitungsweg seien gebrauchte Artikel, zum Beispiel Möbel vom Flohmarkt, aber auch Bücher, CDs oder Ähnliches. „Die Tiere können auf engstem Raum reisen.”

Die Fähigkeit, sich in der kleinsten Ritze zu verstecken, und die Tatsache, dass sie lange ohne Nahrung überleben können, mache die Bekämpfung von Bettwanzen schwierig - hier sei unbedingt der Fachmann gefragt, sind sich beide Experten einig. „Das wilde Rumgesprühe hilft überhaupt nichts. Bei einem Bettwanzenbefall muss jeder Gegenstand untersucht werden - die sitzen in Büchern, unter Türleisten, in den Möbeln.

Wer da selber rangeht, erreicht meist nur, dass die Wohnung toxisch belastet ist. Die Wanzen bleiben”, mahnt Bärbel Holl. Schädlingsbekämpfer würden oft mit biologischen Mitteln arbeiten, die weit weniger schädlich seien als im Handel frei erhältliche Präparate. Eine komplett chemiefreie Variante der Wanzenbekämpfung kennt Eckhard Hoffmann: „Die betroffenen Räume werden mit Spezialöfen auf 55 Grad erhitzt. Das ist umweltfreundlich und hat den Vorteil, dass man die Wanzen in jeder Ritze erwischt.”

Und was ist bei Flohbefall? Ist ein Haustier vorhanden, müsse dieses unbedingt behandelt werden, sagt Bärbel Holl. Gebe es kein Tier im Haushalt, vergehe der Spuk meist von selbst: „Die meisten Tierflöhe können sich nicht vermehren, wenn sie nur Menschenblut bekommen. Die Ausnahme ist der Katzenfloh.” Da aber die Larven noch kein Blut benötigten, könne es sich etwas hinziehen, bis alle Flöhe verschwunden sind. „Ich empfehle Staubsaugen, was das Zeug hält”, sagt Holl.

Wichtig sei dabei, den Staubbeutel nicht ständig zu wechseln. „Das tun viele Leute gerade dann, wenn Parasiten bekämpft werden sollen. Und es ist genau falsch. Nur wenn Staubverwirbelungen im Beutel entstehen, ersticken die Tiere”, erklärt die Expertin. In einen neuen Beutel solle man daher auch eine Handvoll Mehl als Staub-Ersatz einsaugen.
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