Depot- und Orderkosten reduzieren

Von: Brigitte Watermann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Bei Wertpapierkäufen lohnt es sich, auf die Kosten zu achten - denn im Einkauf liegt auch bei der Geldanlage der Gewinn. Diese fünf Aspekte sollten Sie beachten.

1. Das passende Angebot

Sie möchten gerne Girokonto und Depot bei einer einzigen Onlinebank führen und wollen gerne ETFs im Wege eines Sparplans besparen oder Wertpapiere auch gelegentlich außerbörslich kaufen? Dann müssen Sie schon genau hinschauen, welche Onlinebroker alle drei Möglichkeiten bieten. Aktuell erfüllen diese Anforderungen insbesondere Comdirect, Cortal Consors, DAB-Bank, ING-Diba und die 1822 direkt. Das Beispiel macht klar, dass Anleger genau auf ihre Anlagebedürfnisse achten sollten, bevor sie sich für einen Onlinebroker entscheiden. Denn längst nicht jeder Anbieter offeriert eine vollumfängliche Produktpalette. Wer etwa zusätzlich zu den drei genannten Angeboten auch noch unbedingt hochspekulative Contracts for Difference (CFDs) handeln möchte, wird aktuell nur bei der comdirect fündig, die DAB-Bank will noch im zweiten Quartal 2013 ebenfalls CFDs offerieren. Klar ist aber auch: Solche Full-Service-Anbieter sind in aller Regel preislich etwas teurer.

2. Kostenloses Depot

Auch wenn es viele Direktbanken vermutlich schon lange bereuen, dass sie keine Depotgebühren mehr nehmen -; Kunden freuen sich darüber. Denn anders als bei Filialbanken sind Depotgebühren bei vielen Onlinebrokern schon lange passé. Kostenlosdepots ohne Haken und Ösen bieten etwa die bekannten Häuser wie Cortal Consors, DAB-Bank, Flatex, ING-Diba, Maxblue oder die Onvista Bank an. Auch Spezialanbieter für Heavytrader wie Sino und Vitrade nehmen nichts fürs Depot. Bei anderen Anbietern ist das Umsonst-Depot an Bedingungen geknüpft, die meist aber leicht zu erfüllen sind: Anleger müssen zum Beispiel einen Fondssparplan unterhalten oder dort auch ihr Girokonto führen. Bei Comdirect etwa ist das Depot drei Jahre lang umsonst, danach nur noch dann, wenn man dort auch ein Girokonto oder einen Fondssparplan führt oder zweimal pro Quartal ordert. Bei der 1822 direkt kosten nur Depots ohne Bestand eine Gebühr. Beim Sparkassenbroker reicht schon eine Order im Quartal oder ein Vermögensbestand von 10.000 Euro. Bei der Volkswagenbank Direct genügen zwei Aufträge pro Jahr, ein Depotvolumen von 10.000 Euro aufwärts oder das Führen eines Girokontos. Bei der Netbank gibt es das Depot umsonst, wenn man dort auch das Gehaltskonto führt oder mindestens zehn Trades pro Jahr abwickelt, sonst kostet es 11,90 Euro pro Jahr.

Tipp:

Wenn Ihnen hohe Depotgebühren ein Dorn im Auge sind, Sie aber auf das persönliche Gespräch mit dem Anlageberater Ihrer Hausbank nicht verzichten möchten, sind Sie gut beraten zu verhandeln. Denn viele Hausbanken zeigen sich bei der Depotgebühr kulant, wenn sie spitz bekommen, dass sie sonst den Kunden verlieren. Und es gibt Filialinstitute wie die Targobank, die generell auf die Depotgebühr verzichten. Sie sind aber die Ausnahme, nicht die Regel. Telefonische Anlageberatung zu Wertpapieren haben aber auch Onlinebroker wie Comdirect, Cortal Consors, die DAB-Bank oder die Volkswagen Bank.

3. Günstig ordern

Über möglichst geringe, besser keine Kosten fürs Depot freut sich natürlich jeder Anleger. Gerade für wenig aktive Anleger sind niedrige Fixkosten besonders wichtig. Wer dagegen häufiger handelt, sollte besonders auf günstige Ordergebühren achten, da sie stärker ins Gewicht fallen. Häufig belohnen Direktbanken Handelsaktivität mit günstigeren Orderkonditionen. Bei der Onvista Bank zum Beispiel können Anleger unter Umständen sogar umsonst Wertpapiere kaufen, wenn auch nicht verkaufen. Sie müssen dann nur fremde Spesen wie Börsenabwicklungsgebühren bezahlen. Flatex etwa verlangt nur eine günstige Flat Fee von einheitlich fünf Euro pro Order, Fremdspesen kommen aber noch dazu.

Tipp:

Es reicht nicht, allein auf die Spesenstaffel der Bank zu schauen. Die im harten Wettbewerb stehenden Onlinebroker bemühen sich nämlich, ihre eigenen Provisionen möglichst niedrig zu halten. Dafür reichen sie zusätzliche Börsenkosten pauschaliert oder vollständig eins zu eins an ihre Kunden weiter. Die allermeisten Banken verlangen mittlerweile solche börsenplatzabhängigen Gebühren. Häufig wird ein Pauschalzuschlag für Regionalbörsen sowie den Handelsplatz Xetra erhoben. Die Comdirect und die ING-Diba nehmen zum Beispiel für eine Parkettorder zusätzlich 2,50 Euro, die DAB-Bank 2,90 Euro. Und Cortal Consors verlangt 2,95 Euro -; wenn aber eine Aktien- oder Anleihenorder an den Börsenplatz Stuttgart geht, sind es sogar 5,95 Euro zusätzlich. Grund dafür ist die hohe Mindestgebühr, die die Börse Stuttgart berechnet. Bei Xetra-Orders ist die Pauschale in aller Regel günstiger. Andere Broker wie Flatex oder die Onvista Bank verlangen keine pauschalen Gebühren, sondern leiten die Kosten der Börsen und der Wertpapierabwicklung einfach eins zu eins an die Kunden weiter.

4. Limitiert ordern

Verbraucherschützer empfehlen es immer wieder: Wer Wertpapiere kaufen oder verkaufen möchte, sollte limitierte Aufträge erteilen, damit man nicht viel mehr bezahlt, als man eigentlich wollte oder viel weniger erlöst als gewünscht. Komplett kostenlos sind das Setzen, Ändern, Streichen oder die Nichtausführung eines Limits zum Beispiel bei Cortal Consors, der DAB-Bank, Flatex, der ING-Diba, der Netbank, beim Sparkassen Broker oder der Volkswagen Bank. Doch es gibt andere Broker, die Geld dafür nehmen: Bei der Comdirect ist ein Kauf- oder Verkaufslimit zum Beispiel nur bei Orderausführung umsonst, das Ändern, Streichen oder die Nichtausführung schlagen dagegen mit 2,50 Euro zu Buche, bei Maxblue kosten Änderungen und Streichungen sogar 4,90 Euro extra bei Online-Orderaufgabe.

5. Telefonorders vermeiden

Die allermeisten Brokerkonditionen sind für den Orderweg über Internet oder Apps gültig. Wer dagegen zum Telefon greifen will oder muss, sollte damit rechnen, dass er bei den meisten Anbietern eine Zusatzgebühr zahlen muss, die sich meist zwischen fünf und zehn Euro pro Auftrag bewegt. In Ausnahmefällen kann es auch noch mehr sein. Wann immer möglich, sollte man aus Kostengründen daher online ordern.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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