Den Vertrag genau unter die Lupe nehmen: Vorsicht beim Abschluss privater Krankenversicherungen

Von: Oliver Mest, dapd
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Elmshorn. Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist in der Regel eine Lebensentscheidung: Ein Wechsel kommt nach vielen Jahren kaum noch infrage, weil in vielen Fällen ein neuer Versicherer teurer wird und der Gesundheitszustand Risikozuschläge nach sich zieht. Deshalb ist es wichtig, nur zu einem Anbieter mit einem breiten Leistungsspektrum zu wechseln.

Ein wichtiger Leistungsbereich im Alltag sind die alltäglichen ärztlichen Behandlungen, etwa beim Hausarzt, Internisten oder Heilpraktiker. Auch Vorsorgeuntersuchungen, Medikamente und Impfungen zählen zum Leistungsspektrum ambulanter Behandlungen. Wichtig ist, dass Standardbehandlungen bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übernommen werden. Bei sehr guten Verträgen werden sogar Leistungen über diesen Höchstsatz hinaus erstattet, um Behandlungen durch teure Spezialisten zu ermöglichen.

Die Kosten für einen Zahnarztbesuch können ein schmerzhaftes Loch ins Budget fressen - vor allem, wenn Zahnersatz erforderlich ist. Deshalb sollte beim Wechsel in die private Krankenversicherung ein leistungsstarker Zahntarif abgeschlossen werden. Der muss nicht nur die Kosten für die normalen Behandlungen beim Zahnarzt übernehmen, sondern auch Zahnersatz mit einem möglichst hohen Prozentsatz mittragen.

Bei leistungsstarken Tarifen trägt die private Krankenversicherung die Kosten für solche Behandlungen zu 80 bis 100 Prozent. Dazu gehören Routine- und Vorsorgeuntersuchungen, die Entfernung von Zahnbelag, Maßnahmen zur Parodontose-Behandlung und einfache Füllungen.

Kosten für Zahnersatz erstatten nur noch die wenigsten privaten Krankenversicherungen in voller Höhe. Die Erstattungssätze liegen in der Regel zwischen 40 und 90 Prozent. Die entsprechenden Preisunterschiede bewegen sich dennoch nur im Bereich weniger Euro pro Monat - man sollte also einen möglichst hohen Erstattungssatz wählen.

Die privaten Krankenversicherungen springen auch ein, wenn ein Krankenhaus- oder Sanatoriumsbesuch fällig wird, der mit einem mehrtägigen Aufenthalt verbunden ist. Welche Kosten von der privaten Krankenversicherung getragen werden, hängt davon ab, wie sie den Schutz gestaltet haben. Im Idealfall werden alle Behandlungskosten bis zum Höchstsatz der GOÄ oder darüber hinaus erstattet. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man die Behandlung durch den Chefarzt oder einem anderen Spezialisten wünscht.

Wenn man im Krankenhaus liegt, hängt die Genesung natürlich auch von der Art der Unterbringung ab. Der Tarif bei der privaten Krankenversicherung sollte deshalb auch die Unterbringung mindestens in einem Zweibettzimmer vorsehen.
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