Das Einmaleins der Berufsunfähigkeitsversicherung

Von: ddp
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Hamburg. Bei der Absicherung gegen Invalidität mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung fallen immer wieder Schlagworte, die große Fragezeichen bei den Antragstellern hinterlassen.

Dazu gehören, Rentenhöhe, Überschusssystem, Staffelregelung, Nachversicherungsgarantie und Karenzzeit. Während für die meisten Antragssteller diese Begriffe nur mit Fragezeichen verbunden scheinen, verstecken sich hinter ihnen jedoch oft entscheidende Folgen für den Versicherungsschutz.

Entscheidend bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist natürlich die Rentenhöhe. Wie viel Geld im Falle eines Falles von der Versicherung gezahlt wird, entscheidet darüber, wie hoch der Lebensstandard im Ernstfall sein wird. Versicherungsnehmer sollten versuchen, eine Rente zu vereinbaren, die nach Abzug aller anderen möglichen Einnahmequellen möglichst nahe an das aktuelle Nettoeinkommen heranreicht, um die Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit so klein wie möglich zu halten.

Vollständig wird das aktuelle Nettoeinkommen nur selten absicherbar sein. Weniger als 75 Prozent sollten es auch nicht sein, um die Versorgungslücke mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu groß werden zu lassen.

Auch das Überschusssystem ist ein Thema in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung entstehen Überschüsse, wenn die Versicherer weniger Geld ausgeben mussten, als in der Beitragskalkulation vorgesehen war.

Und an diesen erwirtschafteten Überschüssen sind Versicherte beteiligt. Das gleich gilt für Überschüsse, die aus Kapitalerträgen erwirtschaftet werden.

Diese Beteiligung gibt es in mehreren Formen. Als Bonussystem, als Beitragsverrechnung und als verzinsliche Ansammlung. Beim Bonussystem werden die Überschüsse verwendet, um im Fall einer Berufsunfähigkeit die Rente erhöhen zu können. Die Versicherten zahlen also einen fixen Beitrag, während die Rentenhöhe erst bei Eintritt der Berufsunfähigkeit feststeht.

Bei der Beitragsverrechnung dagegen werden die laufenden Überschüsse genutzt, um die Beiträge zu reduzieren. Solche Verträge bieten damit eine fixe Rente, bei der die Beiträge je nach Höhe der erwirtschafteten Überschüsse variieren. Sicherlich die optimale Lösung, weil die spätere Rente von Anfang an feststeht.

Die dritte Variante, die verzinsliche Ansammlung, spart die Überschüsse für die Versicherten und zahlt die angesammelten Überschüsse bei Vertragsende aus. Von dieser Variante ist abzuraten, da der Versicherungsschutz durch den Sparvertrag unnötig teuer wird.

Gleichsam interessant ist die Staffelregelung. Die meisten Verträge sehen vor, dass ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent und mehr die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente fällig wird. Bei einer Staffelung hingegen wird die Rente zum Teil fällig, wenn ein bestimmter Grad der Berufsunfähigkeit erreicht ist.

Meist beginnt die Skala mit einem Wert zwischen 25 und 33 Prozent, der dann auch eine entsprechende Rentenzahlung folgt. Die Staffelregelung wird meist so vereinbart, dass ab 66 bis 75 Prozent - und damit später als bei der Pauschalregelung - die volle Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird.

Auch die Nachversicherungsgarantie müssen Versicherte im Auge behalten. Bei vielen Versicherern gibt es die Nachversicherungsgarantie, mit der die Versicherungssumme der Berufsunfähigkeitsversicherung während der Vertragslaufzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden kann.

Dadurch kann im Ernstfall die fällige Berufsunfähigkeitsrente an die gestiegenen finanziellen Bedürfnisse angepasst werden. Abhängig vom Versicherer und dem gewählten Tarif können solche Anlässe eine Heirat, die Geburt oder Adoption eines Kindes, der Erwerb von Immobilieneigentum eine berufliche Veränderung oder der Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit sein.

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht es oft auch um die Frage, ob sich mit einer Karenzzeit die mitunter hohen Prämien reduzieren lassen. Das bedeutet, dass die Versicherten im Ernstfall Leistungen erst nach einigen Monaten bekommen.

Als Karenzzeit werden dabei die Monate beschrieben, in denen die Versicherung vom Eintritt der Berufsunfähigkeit bis zum Leistungsbeginn nicht zahlen muss. Dabei gilt als Faustregel: Je länger die Dauer der Karenzzeit vereinbart wird, desto höher ist die Beitragsersparnis.

Eine Karenzzeit ergibt jedoch nur dann Sinn, wenn das Ausbleiben der vereinbarten Rente nicht zu finanziellen Engpässen führt. Man sollte also in der Lage sein, den Zeitraum ohne Versicherungsleistung finanziell zu überbrücken, indem man beispielsweise eigene Ersparnisse einsetzt.
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