Damit es niemanden kalt erwischt: Die Heizkörper kontrollieren

Von: Stephanie Hoenig, dpa
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Wenn es in der Heizung gluckert, muss Luft herausgelassen werden: Das Ventil wird so lange aufgedreht, bis Wasser kommt.

Köln. Wer beim ersten Kälteeinbruch im Herbst keine böse Überraschung erleben möchte, sollte noch vor Beginn der Heizperiode die Heizkörper in der Wohnung kontrollieren.

Ein defektes Thermostatventil oder Luft, die sich in den warmen Monaten in den Heizkörpern angesammelt hat, kann das Erwärmen verzögern oder aufhalten. Außerdem sollte man an den Heizkörpern Rost entfernen, denn aus kleinen rostigen Stellen können mit der Zeit Löcher entstehen - und dann tropft das Wasser auf den Boden.

„Kleine Instandsetzungsarbeiten an Heizkörpern kann man in Eigenregie machen”, sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Leicht lässt sich etwa überprüfen, ob Luft in den Heizkörpern ist. Zum einen mache das gluckernde Geräusche. Zum anderen werde manchmal der Heizkörper auch trotz voll aufgedrehtem Thermostat im oberen Bereich nicht richtig warm. Die Luft im Heizkörper verhindere das Aufheizen, so dass sich das Wasser nicht mehr optimal verteilen kann, erläutert Pommer. So werde unnötig Energie verschwendet.

Vor dem Entlüften der Heizkörper sollte der Wasserdruck an der Heizanlage überprüft werden. „Ist dieser zu niedrig, muss vorher Heizungswasser nachgefüllt werden”, erklärt Pommer. Der optimale Wasserdruck werde am Manometer meistens durch eine grüne Kennzeichnung angezeigt, der maximale Befülldruck durch eine rote Nadel. Ist der Wasserstand zu gering, wird ein Schlauch an das Einlassventil angeschlossen.

Zum Entlüften braucht man eine Zange oder einen Vierkantschlüssel. Damit wird das Entlüftungsventil an der Endverschraubung oben rechts oder links am Heizkörper umgedreht. Zuvor sollte das Ventil mit einem Lappen umwickelt werden, auch ein Schälchen zum Auffangen des Wasser sollte parat liegen. Sobald keine Luft mehr entweicht und Wasser austritt, kann das Ventil wieder geschlossen werden.

Wer nicht selbst die Kraft zum Aufdrehen des Ventils aufbringen will oder kann, sollte einen automatischen Entlüfter nutzen. „Die pfiffigen Helfer werden statt der klassischen Entlüfter in die Heizkörper eingeschraubt”, erläutert die Stiftung Warentest in Berlin. Kommt hier Luft in die Gefäße, könne diese sofort entweichen und das Gluckern stoppe ebenfalls. Der Nachteil dieser Geräte sei, dass bei einem defektem Ausdehnungsgefäß oder zu geringem Wasserstand der Heizkörper erst recht Geräusche von sich gibt.

Das Entlüften ist nicht ausschließlich Sache des Vermieters, erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. „Auch Mieter dürfen ihre Heizkörper bei Bedarf selbst entlüften. Sie müssen dies nicht dem Eigentümer oder Verwalter anzeigen.”

Wird ein Heizkörper trotz Entlüftens nicht warm, kann das Problem beim Thermostatventil liegen. Mechanische Thermostate bestehen Michael Pommer zufolge aus einem abnehmbaren Thermostatkopf und einem fest installierten Ventilunterteil, der Stopfbuchse. „In den meisten Fällen sitzt der Ventilstift der Stopfbüchse durch Ablagerungen fest”, erläutert der Experte.

Der Thermostatkopf sollte abgenommen und der dann sichtbare Stift vorsichtig mit einer Zange gefasst werden. Er werde mehrfach vor- und zurückgeschoben und sollte sich dann nach kurzer Zeit leicht bewegen lassen. Ist dies nicht der Fall oder setzt sich der Stift erneut fest, müsse der Ventileinsatz ausgewechselt werden.

Manchmal ist auch der Kopf des Thermostatventils defekt - er müsse auch ausgetauscht werden oder das komplette Thermostatventil werde erneuert. Das Ventilunterteil bleibe in der Regel erhalten, erklärt Pommer. Angeboten würden Thermostatköpfe mit zwei Befestigungsarten: Schnappanschluss oder Schraubmutter. „Deshalb rate ich jedem Heimwerker, den alten Thermostatkopf zum Einkauf mitzunehmen.”

Wenn Roststellen zu sehen sind, sollte der Heizkörper entrostet und neu lackiert werden. „Zum Entfernen von Roststellen eignet sich Schleifpapier”, sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Schwalbach (Hessen). Man schleift die Stelle so lange ab, bis sie metallisch glänzt. Danach wird der Heizkörper mit Seifenlauge entfettet und gesäubert. Zum Lackieren muss der Heizkörper kalt sein, deshalb rät der Farbexperte zum Streichen vor der Heizperiode. Er empfiehlt zudem einen hitzebeständigen, umweltfreundlichen Heizungslack auf Acryl-Basis.

Elektronische Thermostatventile sparen Geld: Die Raumtemperatur lässt sich zu bestimmten Uhrzeiten hoch- oder runterregeln, wodurch immer dann kaum Energie verbraucht wird, wenn keiner zu Hause ist. Darauf weist Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln hin. Besonders in Eigentums- und Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern lasse sich der Heizungsverbrauch so an die individuellen Benutzergewohnheiten anpassen.

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