Crewmitglied krank: Geld zurück für verspätete Reisende

Letzte Aktualisierung:

Rüsselsheim. Wenn ein Flugzeug wegen eines kranken Crewmitglieds große Verspätung hat, müssen die Passagiere das nicht klaglos hinnehmen.

Aus Sicht des Amtsgerichts Rüsselsheim darf sich die Fluggesellschaft in solchen Fällen nicht auf „außergewöhnliche Umstände” berufen, mit denen sie eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 abwenden könnte.

Auf das noch nicht rechtskräftige Urteil (Az.: 3 C 598/10 [31]) weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Fachzeitschrift „ReiseRecht aktuell” hin.

Im verhandelten Fall ging es um einen Rückflug aus La Romana in der Dominikanischen Republik. Eine Maschine nach Frankfurt/Main hob dort mit mehr als vier Stunden Verspätung ab, weil sich ein Besatzungsmitglied krankgemeldet hatte. Das dafür einspringende Crewmitglied musste erst eingeflogen werden.

Das Gericht hielt der Fluggesellschaft zwar zugute, dass sie nicht an allen Abflugorten ständig Ersatzpersonal in Bereitschaft halten könne. Dass ein Mitarbeiter erkrankt, sei aber „das Risiko eines jeden Arbeitgebers, mit dem er für den normalen Betriebsablauf rechnen muss.” Auf einen „außergewöhnlichen Umstand” könne sich die Fluggesellschaft daher nicht berufen. Für den Kläger bedeuteten die gut vier Stunden Verspätung, dass er 600 Euro Ausgleichszahlung verlangen durfte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert