Crashkurs für die Jobsuche

Von: Hendrik Roggenkamp, ddp
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Bewerberseminare gehören seit Jahren zum Standardprogramm der Arbeitsagenturen. Neu im Angebot ist ein Online-Crashkurs, der bei der systematischen Stellensuche und erfolgreichen Bewerbung helfen soll.

Wer die erste Hürde erfolgreich genommen und den Kurs im wenig übersichtlichen Internetangebot der Arbeitsagentur gefunden hat (lernboerse.arbeitsagentur.de, Link Bewerbung), kann den Kurs entweder Klick für Klick durcharbeiten oder gleich zu den relevanten Punkten springen.

Das Training beginnt mit einer ausführlichen Situationsanalyse. Hier geht es darum, Berufswünsche und persönliche Kompetenzen, aber auch bei der Berufswahl einschränkende Faktoren zu ermitteln. Dass es für eine berufliche Neuorientierung viele Gründe geben kann, verdeutlicht ein Kurzvideo über „Fleischermeister Horst Schumann”: Er braucht einen anderen Job, weil seine neue Freundin Vegetarierin ist.

Eigene Kurskapitel sind den Themen „Vereinbarkeit von Beruf und Familie” und „Wiedereinstieg” gewidmet. Allerdings zeigt der Lehrgang an dieser Stelle Schwächen. Zwar ist grundsätzlich nichts daran auszusetzen, wenn befristete Stellen, Minijobs oder auch Zeitarbeit als Alternativen zur regulären Vollzeitarbeit genannt werden. Jedoch sind einige der vermittelten Informationen zumindest diskussionswürdig, wenn nicht sogar falsch.

So heißt es zur Zeitarbeit zunächst, dass Zeitarbeiter genau so bezahlt werden müssen wie vergleichbare fest angestellte Mitarbeiter im Betrieb. Nur wer genauer nachliest erfährt, dass viele Zeitarbeitsunternehmen nach einem eigenen, in der Regel niedrigeren Branchentarif entlohnen. Und für Minijobber zahlen Arbeitgeber zwar pauschale Krankenversicherungsbeiträge, krankenversichert sind Arbeitnehmer mit einer 400-Euro-Stelle aber trotzdem nicht.

Wesentlich besser gelungen sind die Trainingskapitel zu den Themen „Stellenangebote finden”, „Stellengesuche aufgeben” und „Initiativbewerbung”. Checklisten für den Aufbau des Anschreibens -die „Bitte um ein Vorstellungsgespräch” sollte hier auf keinen Fall fehlen - und die Gestaltung des Lebenslaufs sind nicht nur für Menschen nützlich, die ihre bislang letzte Bewerbung noch handschriftlich abfassen mussten. Wer es bis zum Vorstellungsgespräch schafft, wird die Übersicht der am häufigsten gestellten Fragen ausgesprochen hilfreich finden.

Zum guten Schluss geht der Kurs noch auf die wichtigsten Verhaltensregeln am neuen Arbeitsplatz ein. Wer an seinem ersten Arbeitstag zunächst die Kollegen zum Einstandsumtrunk bittet und anschließend allen das „Du” anbietet, sollte den Kurs noch einmal gründlich durcharbeiten - denn schon bald dürfte er wieder auf Jobsuche sein.
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