Borussia Dortmund ist jetzt Drittligist

Von: Thomas Brummer
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Borussia Dortmund
Die Deutsche Börse führt seit neuestem den BVB im SDax. Foto: dpa

Aachen. Borussia Dortmund spielt nun in der dritten Liga. Das glauben Sie nicht? Die Deutsche Börse nimmt den BVB in den SDax, dem kleinen Bruder des Dax, auf. Ob aber die Sektkorken in Dortmund knallen, ist noch nicht klar.

Klar ist aber, dass die Deutsche Börse nun den BVB im SDax führen wird. In der Sprache der Fußballer ist dieser Index die dritte Liga. Die 30 größten deutschen Unternehmen, also die Bundesligisten, tummeln sich im Dax, danach folgen die 50 Titel des MDax, dahinter kommt der SDax auf Platz drei der Dax-Familie.

Dass der Gewinn der deutschen Meisterschaft im Jahr 2011 keine Eintagsfliege war, zeigt die Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp an fast jedem Spieltag. Sei es in der Bundesliga, dem DFB-Pokal oder der Champions League - die Borussen spielen überall eine wichtige Rolle. Der sportliche Aufstieg macht sich nun auch auf der wirtschaftlichen Seite bemerkbar. Die Aufnahme wird die Wahrnehmung am Kapitalmarkt und bei Investoren meiner Ansicht nach weiter verbessern, sagt Jochen Kauper vom Anlegermagazin Der Aktionär.

BVB-Aktie im Steigmodus

Jüngst hatte die Aktie des Vizemeisters reges Interesse hervorgerufen. Der Grund: Die Deutsche Bank plante, Geld in den Club zu investieren. Allerdings hatten sich die Banker wenig später von diesen Plänen verabschiedet. Erst im Februar hatte die Allianz 110 Millionen Euro in die Hand genommen, um sich Anteile am Branchenprimus Bayern München zu sichern.

Dem Versicherer und Namensgeber der Münchner Arena gehören damit 8,3 Prozent am deutschen Meister. Der Wert von Bayern München beläuft sich damit auf insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Der BVB wird an der Börse indes mit lediglich 270 Millionen Euro bewertet. Das ist viel zu wenig, findet Kauper. Der BVB ist im Vergleich zu Bayern München, Real Madrid oder Manchester United weit unterbewertet.

Lohnt sich der Kauf der BVB-Aktie?

Börsengehandelte Fußballclubs sind mit Vorsicht zu genießen. Denn der sportliche Einfluss auf den Aktienkurs ist sehr groß. Daher sind solche Anlage zugleich Sportwetten. Das verdeutlicht ein Blick auf die Entwicklung der Dortmund-Aktie: Seit dem Wiedererstarken der Borussen hebt die Aktie ab. Noch im Jahr 2009 war eine BVB-Aktie lediglich 84 Cent wert, heute rangiert der Kurs bei weit über vier Euro.

Für Anleger der ersten Stunde mag das immer noch ein schwacher Trost sein. Zum Börsengang im Oktober 2000 mussten sie noch elf Euro berappen. Generell haben die an der Börse notierten Fußballclubs nicht gerade die beste Figur abgegeben, weiß Kauper. So erlebten beispielsweise die Anleger von Juventus Turin und Olympique Lyon herbe Bruchlandungen, und die Liste jener Fußballclubs lässt sich fortführen.

Anleger sollten nicht zu viel Geld in den BVB oder in einen anderen Fußballclub stecken bzw. diese komplett meiden. Stattdessen sollten sie sich auf solide Aktien oder gutaufgestellte Aktienfonds konzentrieren. Dann lassen sich die Fußballspiele auch viel entspannter anschauen.

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