Aachen - Börsenausblick für 2016: Welche Region hat Potential?

Börsenausblick für 2016: Welche Region hat Potential?

Von: Max Geißler
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Der Börsenauslick 2016: In Zeiten der Niedrigzinspolitik führt eigentlich kein Weg mehr an Aktien vorbei.

Aachen. In Zeiten der Niedrigzinspolitik führt eigentlich kein Weg mehr an Aktien vorbei - wenn man nicht auf Rendite verzichten möchte. Doch welche Region hat Potential?

Der niedrige Ölpreis kurbele den Konsum an und der schwache Euro stütze die Exportwirtschaft, argumentiert zum Beispiel Matthew Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund. Ein wenig Sorgen bereitet allerdings die wirtschaftliche Schwäche Chinas und anderen Schwellenländern.

Der Aktienexperte hofft, dass höhere Staatsausgaben und niedrigere Zinsen die Volkswirtschaften der Schwellenländer wieder auf Wachstumskurs bringen und dadurch die europäische Erholung stützen. Für Nick Sheridan, Fondsmanager bei Henderson Global Investors, haben europäische Aktien weiterhin Luft nach oben. Zwar schreite die Erholung langsam voran, aber der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone habe jüngst ein 54-Monatshoch erklommen und viele Unternehmen hätten ihre Prognosen für 2016 angehoben.

Auch Allianz Global Investors ist verhalten optimistisch: Der niedrige Ölpreis und steigender Konsum würden das Wachstumsniveau in der Eurozone 2016 bei 1,0 bis 1,5 Prozent halten. Rein aus Bewertungssicht seien europäische Aktien attraktiver als japanische oder US-Aktien. In einer Umfrage von Universal Investment beziffern Vermögensverwalter das Wertsteigerungspotential des Euro-Stoxx 50 auf gut acht Prozent.

US-Aktien stimmen positiv

Den USA bescheinigen die Investmenthäuser für das kommende Jahr bessere Aussichten als Europa. Die US-Wirtschaft befinde sich in einer guten Verfassung, so die Fondsgesellschaft Fidelity. Für Wachstumsimpulse dürften die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt, die weitere Erholung des Konsums und das hohe Auftragspotential in der Bauindustrie sorgen, sagt Fondsmanager Angel Agudo. Ähnlich sieht das der Fondsanbieter Vontobel. Die Analysten erwarten dass die US-Wirtschaft sogar noch einen Gang höher schaltet und 2016 mit 2,8 Prozent wächst. Als Wachstumskatalysator dürfte die starke Binnennachfrage dienen. Die Analysten von Allianz Global Investors zeigen sich da nicht so optimistisch. Sie rechnen für das Reich der Mitte mit einem Wachstum von 2,0 bis 2,5 Prozent. Die Deutsche Bank geht ebenfalls von 2,5 Prozent Wachstum aus, allerdings werde die US-Wirtschaft die anhaltend schwache Investitionsneigung spüren. Zudem bereite die schwache Ölindustrie Sorge. Die befragten Vermögensverwalter prognostizieren für den viel beachteten Aktienindex S&P 500 ein Wertsteigerungspotential von rund fünf Prozent. Schroders Investment rät im volatilen Aktienumfeld zu dividendenstarken Aktien, die mit ihren regelmäßigen Ausschüttungen eine defensive Aktienalternative darstellen.

Bei den deutschen Aktien stimmt das Umfeld

Der deutsche Aktienmarkt wird insgesamt positiv gesehen. Die von Universal Investment befragten Vermögensverwalter erwarten den Dax im kommenden Jahr etwa acht Prozent höher als Ende November 2015. Ähnlich optimistisch ist Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity German Growth Fund: Im Jahr 2015 haben die meisten Firmen die Erwartungen der Analysten übertroffen, dieser Trend dürfte auch 2016 anhalten."Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax liege ungeachtet der starken Unternehmensbilanzen immer noch 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Niedrige Zinsen und der schwache Euro sowie die hohe Widerstandskraft deutscher Unternehmen bilden den Nährboden für gute Anlagechancen im kommenden Jahr. Jens Wilhelm, Vorstand von Union Investment, sieht hingegen erste Wolken am deutschen Konjunkturhimmel aufziehen: Der VW-Skandal könnte die sektoral anfälligen Exporte belasten, außerdem wird in Deutschland zu wenig investiert. Demgegenüber komme aber Bewegung in die Binnenkonjunktur, was zu einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent führen werde. Die Deutsche Bank legt noch ein Zehntel drauf und prognostiziert ein Konjunkturplus von 1,9 Prozent. Dafür dürften nach ihrer Ansicht neben den steigenden Realeinkommen vor allem höhere Ausgaben für Flüchtlinge sorgen.

Risiko minimieren mit einer guten Streuung

Wenn Sie auf der Suche nach Rendite sind, führt kein Weg an Aktien vorbei. Da Einzelaktien ein hohes Maß an Risiko beinhalten, sollten Sie eher auf Aktienfonds setzen. Hier verspricht eine Mischung aus europäischen Aktienfonds, US-Fonds und deutschen Aktienfonds eine chancenreiche Kombination für 2016. Tipp: Mit Indexfonds halten Sie die Gebühren niedrig. Sogenannte ETF sind auf alle führenden Aktien-Indizes wie Dax, Dow Jones oder den Euro Stoxx 50 erhältlich.

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