Börsen und Märkte: Messi oder Müller?

Von: Max Geißler
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Messi Müller WM 2010 Symbolfoto Symbol
Hier kämpfen Argentiniens Lionel Messi und deutschlands Thomas Müller um den Ball während dem Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft 2010. Jetzt ist es wieder soweit! Symbolbild: dpa

Aachen. Am Sonntag ist es soweit: Musterschüler Deutschland tritt gegen das krisenerprobte Argentinien an. Eine klare Sache für den Exportchampion oder eine Zitterpartie? Wenn Deutschland am Sonntag den WM-Pokal gewinnt, wär das ein Novum in der Geschichte.

Denn bisher gelang dies noch nie einer europäischen Mannschaft in Südamerika. Kann die deutsche Konjunkturlokomotive um Neuer und Lahm ihrer Favoritenrolle gerecht werden oder gelingt es doch dem krisengeschüttelten Argentinien, die immerhin Superstar Lionel Messi in ihren Reihen haben? Die beiden Länder aus Anlegersicht:

Börsen und Märkte

In den zurückliegenden Jahren konnte die Wirtschaftsleistung Argentiniens kräftig zulegen. Im Durchschnitt verzeichnete das Land zwischen 2003 und 2011 ein jährliches Plus von gut sieben Prozent. In den folgenden Jahren kam der argentinische Motor allerdings ins Stocken. In den vergangenen Jahren stand noch ein Zuwachs von zwei Prozent zu Buche, derzeit gehen Experten sogar von einer Rezession aus. Dabei bereiten vor allem drei Punkte Kopfzerbrechen:

Die galoppierende Inflation von rund 30 Prozent, das horrende Staatsdefizit und die chronische Devisenknappheit. Der argentinische Leitindex Merval 25 trotzt diesen Entwicklungen und Jagd von Rekord zu Rekord, aktuell notiert er so hoch wie noch nie. Alleine in den vergangen eineinhalb Jahren hat sich der Börsenwert jener 25 größten Unternehmen des Landes nahezu verdreifacht. Ob diese Börsenrally auf soliden Beinen steht, darf bezweifelt werden.

Auch an der deutschen Börse herrscht Jubelstimmung. Im Gegensatz zu Argentinien stehen die Börsenampeln hierzulande jedoch weiterhin auf Grün. Dank eines stabilen Wirtschaftswachstums, moderat positiver Konjunkturprognosen und extrem niedriger Zinsen konnte der Dax jüngst die 10.000-Punkte-Marke nehmen. Ein Ende des seit fünfeinhalb Jahren anhaltenden Börsenaufschwungs ist nicht in Sicht. Fachleute rechnen weiter mit positiven Konjunkturdaten: Im laufenden Jahr soll die Wirtschaft knapp zwei Prozent wachsen, 2015 könnte sogar noch mehr drin sein. Die Zinsen dürften vorerst weiter in die Defensive gedrängt werden.

Die Aktienfonds der Finalisten

Aktienfonds, die ausschließlich in Argentinien investieren, halten die meisten Fondsgesellschaften derzeit für zu heiß. Stattdessen verweisen sie auf breiter gestreute Lateinamerikafonds. Der argentinische Anteil spielt dabei meist eine untergeordnete Rolle. Unser Fonds-WM-Finale muss daher den Fokus weiter fassen. Für Anleger ist das sogar von Vorteil, denn die Streuung verschiedener Länder reduziert das Verlustrisiko. Wie eine Analyse im Bereich Lateinamerikafonds bei Comdirect zeigt, halten diese Fonds derzeit vor allem brasilianische und mexikanische Aktien in ihren Portfolios.

Mit dieser Länderauswahl können vor allem diese Fonds punkten: Der dänische Fonds ISI Latin America Euqities, der binnen eines Jahres um zwölf Prozent kletterte und auf Sicht von fünf Jahren eine Wertsteigerung von 70 Prozent hinlegte. Die Ratingagentur Morningstar ist überzeugt und vergibt mit fünf Sternen sogar die Bestnote. Ebenso positiv können Anleger in die Vergangenheit blicken, wenn sie den Magna Latin American Fund C in ihrem Depot liegen haben. In den vergangen zwölf Monaten gewann er gut zehn Prozent an Wert, innerhalb von fünf Jahren verzeichnete er einen Gewinn von 67 Prozent. Morningstar honoriert das mit immerhin vier Sternen.

Schon in weltmeisterlicher Verfassung zeigen sich deutsche Aktienfonds. Auf Jahressicht steht beim DWS Aktien Strategie Deutschland ein Plus von 27 Prozent, beim Baring German Growth Trust sind es 24 Prozent. Selbst in der Verlängerung dürften deutsche Aktienfonds die bessere Puste haben. Der Baring German Growth Trust kommt in den vergangen fünf Jahren auf eine Kursteigerung von 140 Prozent. Der DWS Aktien Strategie toppt dies mit 170 Prozent sogar noch.

Sei es Taktik, Spielkultur oder Technik, Deutschland ist Argentinien in vielen Bereichen überlegen. Ein erfahrener Trainerstab, solides Management, hohe Gewinnaussichten und bessere Einzelspieler sollten den Unterschied ausmachen -; zumindest wirtschaftlich. Ob es sportlich reicht, bleibt abzuwarten. Die Weichen sind aber in beiden Fällen gestellt.

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