Berlin - Börse für Vorsichtige: Indexfonds orientieren sich an anderen

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Börse für Vorsichtige: Indexfonds orientieren sich an anderen

Von: Oliver Mest, ddp
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Indexfonds schlagen oft Riester
Wie entwickeln sich die Börsenkurse, wie hoch sind die Gebühren - wer das vergleicht, hat von Indexfonds manchmal mehr als von Riester. Foto: dpa

Berlin. Bei der Wahl eines Aktienfonds sollten Anleger die Grundsatzentscheidung treffen, ob sie sich für einen aktiv gemanagten Fonds oder einen Indexfonds entscheiden.

Während aktiv gemanagte Aktienfonds es sich in aller Regel zur Aufgabe gemacht haben, ihren Vergleichsindex zu übertreffen (und damit zum Beispiel besser als der DAX abzuschneiden), setzen Anleger mit Indexfonds eigentlich darauf, den DAX genau nachzubilden.

Der Fonds entwickelt sich also genau wie der Index: Setzen Anleger auf einen Indexfonds, der an den DAX gekoppelt ist und steigt der deutsche Leitindex um ein Prozent, dann legt auch der entsprechende Fonds um ein Prozent zu. Fällt er um zwei Prozent, geht auch der Fondswert entsprechend nach unten.

So sieht es zumindest in der Theorie aus. Praktisch ist das natürlich schwer umzusetzen. Denn die Fondsmanager müssen immer genau die Aktien im Portfolio haben, die auch den Index ausmachen. Das aber ist kaum möglich, denn die Aktien müssen ständig im entsprechenden Verhältnis ge- und verkauft werden. Das bereitet Probleme: Denn diese Transaktionen würden so sehr ins Geld der Anleger gehen, dass der Index in der Wertentwicklung zwangsläufig immer hinter dem Index herhecheln würde. Außerdem will das Fondsmanagement natürlich auch Geld verdienen, sodass auch aus diesem Grund der Index kaum eins zu eins abgebildet werden kann - die Managementgebühren des Fonds würden den Gleichlauf von Index und Indexfonds verhindern.

Deshalb greifen Fondsgesellschaften zu einem Trick: Offiziell wird zwar der Dax nachgebildet, im Portfolio aber liegen ganz andere Papiere. Verkauft werden Papiere beispielsweise als börsennotierte Indexfonds, die „implizierte Fondszusammensetzung” entspricht ziemlich genau den Aktien im Dax, tatsächlich aber finden sich im letzten Halbjahresbericht dort Aktien aus Deutschland, der Schweiz und Japan im Portfolio. Das Fondsmanagement verschafft sich so den finanziellen Spielraum, um für den Anleger tatsächlich den Index eins zu eins nachzubilden. Wer also an der Wertentwicklung des Index teilhaben will, der kann mit den Indexfonds das Ziel erreichen, wenn auch der Weg etwas schief ist. Wer wirklich auf die Unternehmen im Dax oder in einem anderen Index setzen will, für den sind diese Indexfonds mit falschem Inhalt nichts.

Wichtig zu wissen: Die meisten Verkäufer der Banken sind mit diesem Thema überfordert. Als Kunde und Geldanleger sollte man sich also nicht unbedingt auf die Zusagen im Bankgespräch verlassen, sondern den Geschäftsbericht der jeweiligen Fonds selbst unter die Lupe nehmen. Solche Unterlagen stellen die Banken in aller Regel auf ihrer Website zur Verfügung.
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