Biallos Ratgeber: Zum Jahreswechsel winkt niedrigere Miete

Von: Rolf Winkel
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Billigere Miete dank Wohngeld? Ob und wie viel einem Antragsteller zusteht, hängt ab von der Größe des Haushalts, dem Mietniveau am Wohnort, und dem Haushaltseinkommen. Foto: dpa

Aachen. Vielen Rentnern und Arbeitnehmern winkt 2016 mehr Wohngeld. Hunderttausende werden es dank der Wohngeldreform, die Anfang 2016 in Kraft tritt zum ersten Mal erhalten. Rund 870.000 Haushalte sollen von den Zuwendungen profitieren.

Für einen anspruchsberechtigten Zwei-Personen-Haushalt soll das Wohngeld laut Bundesbauministerin Barbara Hendricks von rund 115 auf 186 Euro monatlich steigen.

Rechtsanspruch und Regeln: Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur monatlichen Miete oder der Belastung für ein selbst bewohntes Eigenheim. Es wird bei Bedürftigkeit zumeist für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt und kann immer wieder beantragt und zeitlich unbegrenzt gezahlt werden. Ob und wie viel einem Antragsteller zusteht, hängt von der Größe des Haushalts, dem Mietniveau am Wohnort und dem Haushaltseinkommen ab.

Beispiel Rentner: Hans S. lebt allein in einer Zweizimmerwohnung, für die er 500 Euro Kaltmiete im Monat zahlt. Als Rente erhält er 1030 Euro brutto. Ab Januar stehen ihm monatlich 66 Euro Wohngeld zu. Bislang ging er leer aus.

Beispiel Arbeitnehmer: Ernst M. verdient als Einzelhandelskaufmann in Berlin monatlich 2700 Euro brutto. Zusätzlich bekommt er für seine drei Töchter Kindergeld. Dieses wird jedoch beim Wohngeldantrag nicht berücksichtigt. Seine Ehefrau ist nicht erwerbstätig. Bei einer Kaltmiete von 750 Euro stehen der fünfköpfigen Berliner Familie bis jetzt 106 Euro Wohngeld pro Monat zu. Ab 2016 sind es 270 Euro – ein Plus von 164 Euro. Ein Antrag auf Wohngeld kann sich für Familien mit drei Kindern bis zu einem Einkommen von 3590 Euro brutto lohnen. Bei zwei Kindern lohnt es sich unter Umständen bis zu einem Bruttoeinkommen von 3170 Euro. Diese Werte gelten für Regionen mit sehr hohen Mieten. In ländlichen Regionen sind die Grenzen niedriger.

Werbungskosten: Wer hohe Werbungskosten hat, für den kann sich der Wohngeldantrag auch bei höheren Einkommen auszahlen. Wichtig: Auch steuerlich anerkannte Kinderbetreuungskosten mindern das beim Wohngeld anrechenbare Einkommen.

Besonderes Plus in Düsseldorf, Köln und anderswo: Besonders profitieren künftig Mieter in mehreren Großstädten. Hier wirkt sich die ebenfalls zum 1. Januar 2016 erfolgende Einordnung in (höhere) Mietenstufen aus, durch die höhere Mieten als förderungsfähig gelten. So „rutschen“ Hamburg, Düsseldorf, Freiburg, Köln und Mainz von Mietenstufe V in die höchste Stufe VI. In diesen Städten haben dann sehr viele Mieter erstmals einen Anspruch auf Wohngeld.

Niedrige Hürden: Die Ämter prüfen nicht, ob ein Auto oder die Größe der Wohnung eines Antragstellers angemessen sind. Auch nach Ersparnissen und Vermögen wird in den Wohngeldanträgen in der Regel nicht gefragt. Ebenso muss niemand seine Ersparnisse oder Rücklagen fürs Alter offenlegen. „Erhebliches Vermögen“ steht allerdings – so die Wohngeldbroschüre des Ministeriums – einem Wohngeldanspruch entgegen.

Antragstellung: Wer im Januar erstmals Wohngeld erhalten will, muss die Leistung bis Ende Januar 2016 beantragen. Wer die Leistung bisher schon bekommt, kann im Januar automatisch mit einer Erhöhung rechnen. Einen neuen Antrag muss er nicht stellen, solange der bisherige Bewilligungszeitraum noch nicht abgelaufen ist.

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