Biallos Ratgeber: Worauf freiwillige Helfer achten sollten

Von: Birgit Müller
Letzte Aktualisierung:
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Freiwilliger Einsatz: Diese Ehrenamtlichen sortieren Kleiderspenden für Flüchtlinge. Ihre Absicherung im Ehrenamt sollten sie vorab klären. Foto: dpa

Aachen. „Wenn die Kleinen sagen, ich hab dich lieb Horst, geht mir das Herz auf“, sagt Horst Biallo. Der Journalist betreut in seiner Freizeit Flüchtlingsfamilien. Neben Sprachbarrieren, Kulturunterschieden und tragischen Erlebnissen seiner Schützlinge, „sollte sich jeder Helfer und jede Helferin über die Absicherung Gedanken machen“, sagt er.

Was für Geldspenden gilt, was Sie bei der Vermietung beachten sollten und ob Ihr Arbeitgeber Ihnen freigeben muss, erfahren Sie hier. Die meisten Tipps gelten auch für alle, die ein anderes Ehrenamt übernehmen.

1. Unfall

Für die meisten Ehrenamtlichen greift die gesetzliche Unfallversicherung. Auch Sammelverträge, die Vereine abgeschlossen haben, zahlen. Doch nicht alle Helfer können sich darauf verlassen: Wer sich über eine Stiftung oder bei der Bürgerinitiative beteiligt, sollte klären, ob der Schutz greift. „Eine private Unfallversicherung macht Sinn“, sagt Biallo. Nur von Verträgen mit Beitragsrückgewähr sollten Sie Abstand nehmen, da diese neben dem Beitrag für die Versicherung zusätzlich Guthaben aufbauen, welches schlecht verzinst wird. Fragen Sie bei Ihrer Bank nach einer „Unfallversicherung ohne Rückgewähr“.

2. Haftpflicht

Beschädigt der Freiwillige etwas im Haushalt der Flüchtlinge, übernimmt den Schaden in der Regel seine private Haftpflichtversicherung. Vorausgesetzt, der Versicherer hat „Ehrenamt“ nicht ausgeschlossen. Selbst wenn die Flüchtlingsfamilie etwas zerstört, könnte die eigene Haftpflichtversicherung einspringen. Flüchtlinge haben in der Regel keine Versicherung hierzulande abgeschlossen. Wer die Schadensersatzausfalldeckung mitversichert hat, bekommt auch dann Geld. Fragen Sie beim Versicherer. Das Aufstocken der eigenen Police um diesen Punkt kostet nur wenig Aufpreis. Wer über einen Träger oder Verein tätig ist, erhält in der Regel Versicherungsschutz über dessen Haftpflicht.

3. Steuererklärung

Für Geldspenden an die Flüchtlingshilfe gilt derzeit ein vereinfachtes Verfahren, hat das Bundesfinanzministerium festgelegt (Az.IVC4–S2223/07/0015:015). Um die Spenden in der Steuererklärung im Mantelbogen auf Seite 2, Zeilen 45 bis 56 einzutragen, genügt eine Kopie des Kontoauszuges. Vorerst im Zeitraum 1. August 2015 bis 31. Dezember 2016 gilt keine Beitragsbeschränkung.

„Ähnliche Regelungen gab es schon häufiger, wie bei der Hochwasserkatastrophe 2013“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Wer Arbeitnehmer ist und seinen Arbeitgeber bittet, einen Teil von seinem Bruttogehalt zu spenden, ist für diesen Teil von den Sozialabgaben befreit. Zusätzlich kann die Spende nicht in der Steuererklärung abgesetzt werden.

4. Vermietung

Vorübergehend, für ein paar Wochen, können Flüchtlinge als normaler Besuch in der Wohnung aufgenommen werden. Das muss der Vermieter nicht wissen. „Der Mieter kann gegenüber seinem Vermieter so argumentieren, als ob man kurzfristig Freunden die Wohnung überlässt, was erlaubt ist“, sagt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds.

5. Arbeitgeber

Muss der Arbeitgeber einen Mitarbeiter freistellen? „Einen Rechtsanspruch auf Freistellung hat der Arbeitnehmer nicht“, sagt Rechtsanwältin Dr. Nathalie Oberthür. Fragen Sie Ihren Chef, ob es möglich ist, unbezahlten Urlaub zu beantragen. „Oder, ob er sich mit bezahlten Freistunden an der Flüchtlingshilfe beteiligen möchte.“

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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