Biallos Ratgeber: Wie sicher ist die Geldanlage im Ausland?

Von: Max Geißler
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Die Verlockung ist groß: Im Vergleich zu deutschen Banken zahlen ausländische oftmals mehr als das Hundertfache an Tagesgeldzinsen. Foto: Jens Schierenbeck/dpa/tmn

Aachen. Manche ausländische Bank zahlt mehr als das Hundertfache an Tagesgeldzinsen im Vergleich zu deutschen Banken. Die maltesische Ferratum Bank verwöhnt ihre Sparer zum Beispiel mit bis zu 1,3 Prozent Zinsen, die österreichische Austrian Anadi Bank spendiert 1,15 Prozent.

 Bei Postbank oder Comdirect muss man sich hingegen mit 0,01 Prozent Zinsen zufrieden geben. Kein Wunder, dass es immer mehr Sparer zur fremdländischen Konkurrenz zieht. Doch ist das Ersparte dort auch sicher, und komme ich jederzeit an mein Geld?

Warum zahlen Fremdbanken mehr?

Ein Grund ist das höhere Zinsniveau in vielen Nachbarländern. Trotz einheitlicher Euro-Währung ist das Ausfallrisiko des Bankenmarktes dort höher als in Deutschland. Außerdem sind Topzinsen ein beliebtes Lockmittel, um in den deutschen Markt einzusteigen. Zinsunterschiede sind auch möglich, weil viele Nicht-Euro-Staaten höhere Leitzinssätze haben, so etwa Großbritannien, Polen und Norwegen.

Wie kommt das Geld zur Auslandsbank?

Dazu müssen Sie nicht ins Ausland reisen. Filialen ausländischer Banken finden Sie überall in Deutschland, zum Beispiel die spanische Santander Bank, die italienische Unicredit Bank mit ihrer Marke Hypovereinsbank oder die amerikanische Citibank mit der deutschen Tochter Targobank. Allerdings sind die Zinsen nicht immer top. Überdurchschnittliche Zinsen bieten dagegen viele Direktbanken aus Nachbarländern, zum Beispiel die zur niederländischen ING Group gehörende ING-Diba, die zur französischen BNP Paribas gehörende Consorsbank oder die holländische Direktbank Moneyou.

Die Kontoeröffnung mit Video-Identifikation ist denkbar einfach: Sie füllen das Online-Formular am heimischen Computer aus und identifizieren sich gegenüber der Bank mittels Webcam. Ein Servicemitarbeiter führt Sie online durch den Legitimationsprozess. Die erforderlichen Erklärungen werden via Internet durch Klicken und Häkchen-Setzen abgefragt und von Ihnen bestätigt. Alles, was Sie benötigen, ist ein Personalausweis oder Reisepass sowie ein Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon. Alternativ können Sie die Unterlagen aber auch ausdrucken, ausfüllen und sich in Ihrer Postfiliale per Ausweis legitimieren.

Ist das Geld sicher?

Ja, bis zur Höhe von 100.000 Euro je Sparer und Bank. Bis dahin gilt für alle Banken mit Sitz in der EU die gesetzliche Einlagensicherung. Bei einer Bankpleite besteht ein Rechtsanspruch darauf, dass das Ersparte binnen sieben Arbeitstagen erstattet wird – egal, ob es sich um ein aus- oder inländisches Institut handelt. Die Entschädigung erfolgt durch die deutsche gesetzliche Einlagensicherung in Euro, diese holt sich das Geld vom ausländischen Entschädigungsfonds zurück. Ist das betroffene Geldhaus zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, sind Sparguthaben bis zur Höhe von 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank garantiert.

In der Praxis entspricht dies Millionenbeträgen, manchmal sogar Milliardenbeträgen. Tagesgeld bei Banken mit Auslandshintergrund wie DAB, ING-Diba, Ziraat Bank oder Barclays Bank ist dann weit über den Betrag von 100.000 Euro hinaus abgesichert.

Zweifelsfälle

Vorsicht sollten Sie bei Banken wallten lassen, die zwar in der EU gemeldet sind, deren Mutterkonzerne aber in weniger rechtssicheren Drittstaaten liegen. Russland kämpft zum Beispiel mit Sanktionen aus der EU. Davon sind zwar die europäischen Töchter russischer Geldhäuser explizit ausgenommen, doch was passiert, wenn beispielsweise die russische Sberbank in Schieflage gerät? Wird dann das Ersparte, das bei deren EU-Ableger Denizbank lagert, wirklich an deutsche Sparer zurückgezahlt? Oder was passiert, wenn die Türkei in den Syrien-Konflikt hineingezogen wird? Komme ich dann noch an mein Geld bei türkischen Banken heran? Im Kriegsfall gelten oft andere Gesetze.

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