Biallos Ratgeber: Wie sicher ist das Geld noch bei der Bank?

Von: Max Geißler
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Sicher ist sicher? Aus Furcht
Sicher ist sicher? Aus Furcht vor Verlusten plündern viele Anleger ihre Konten und schließen das Geld weg. Verbraucherschützer halten das nicht für die beste Lösung. Foto: imago/Jochen Tack

Aachen. Bieten deutsche Banken mehr Schutz als ausländische? Die Schuldenkrise treibt Europa in Turbulenzen: Banken kämpfen ums Überleben, verunsicherte Sparer plündern ihre Konten.

Keine Panik

Erste Länder denken laut über einen Euro-Austritt nach. Doch es besteht kein Grund zur Panik. Deutsche wie ausländische Banken verfügen über staatliche Garantien und Rettungsschirme, um Spargelder zu schützen.

EU-Versprechen

Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 erließ die Europäische Union eine Richtlinie, wonach jede Bank in der EU pro Anleger 100 000 Euro Spareinlagen garantieren muss. Für Ehepartner mit Gemeinschaftskonto gelten 200.000 Euro. Die Kapitalgarantie umfasst Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten, Sparbriefe und Fremdwährungskonten, die auf Euro lauten. In Deutschland gewährleistet die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Garantie.

Risiken streuen

Anlegernmit großem Geldvermögen empfiehlt Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale: „Wer ganz sicher gehen will, kann Guthaben auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach in Anspruch nehmen”.

Was macht der EdB?

Große Geldvermögen sind auch bei deutschen Geldhäusern sicher. Die meisten Privatbanken gehören neben dem EdB dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) an. Dieser garantiert aktuell Sparguthaben bis zur Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank. In der Praxis entspricht dies meist Millionenbeträgen.

So sichert zum Beispiel die Norisbank 66 Millionen Euro ab, Comdirect 107 Millionen und die Targobank 244 Millionen Euro. Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Hypovereinsbank garantieren sogar Milliardenbeträge. „Deutscher Einlagenschutz gilt auch für Guthaben bei unselbstständigen Auslandsniederlassungen, etwa bei der ING-Diba Austria”, betont die Sprecherin des Bankenbundesverbands Kerstin Altendorf.

Ausnahmen

Allerdings gehört nicht jede Bank dem Einlagensicherungsfonds an. Nichtmitglieder wie die Umweltbank gewähren deshalb nur 100 000 Euro. Positiv: Im Ernstfall zahlt der Fonds Spareinlagen plus Zinsen binnen 20 Tagen zurück.

Europäische Institute

Wird Geld bei einer ausländischen Bank mit Sitz in der EU angelegt, greift ebenfalls die gesetzliche Garantie von 100 000 Euro.

Darüber hinaus sind manche Banken Mitglied im Einlagen-sicherungsfonds des BdB und garantieren höhere Spareinlagen, etwa die Bank of Scotland (250.000 Euro), Cortal Consors (45 Millionen Euro) oder Barclays Bank (240 Millionen Euro).

Da nicht alle ausländischen Banken dem deutschen Sicherungsfonds angehören, rät Verbraucherschützer Hommel: „Bevor Anleger höhere Beträge überweisen, sollten sie sich über den Umfang des Einlagenschutzes informieren.” Institute wie die österreichische Autobank oder Moneyou gewähren beispielsweise nur die EU-Garantie.

Sparkassen und Co.

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie PSD Banken verfügen über eigene Sicherungsverbünde. Die einzelnen Teilinstitute haften gemeinsam, falls eines in Schieflage gerät. „Kundengelder sind hier ohne Limit gesichert”, sagt Hommel.

Bausparkassen

Hier ist zwischen Bausparguthaben und Einlagen auf Sparkonten zu unterscheiden. Während Vermögen auf Bausparverträgen unbegrenzt garantiert sind, schützt der Einlagensicherungsfonds der Bausparkassen Guthaben auf Tages- und Festgeldkonten bis maximal 250.000 Euro pro Kunde ab.

Versicherungen

Alle deutschen Lebensversicherer gehören dem Sicherungsfonds Protektor an. Der Fonds übernimmt im Pleitefall die Policen und Sparverträge der Versicherten und führt sie bis Fälligkeit fort. Bis zu 1,5 Milliarden Euro stehen zum Ausgleich von Verlusten bereit.

Bislang haben die Sicherungssysteme über 30 Bankpleiten erfolgreich gemanagt. „Einer großangelegten Pleitewelle wäre aber kein Fonds gewachsen”, sagt BdB-Sprecherin Kerstin Altendorf. Im Extremfall könne nur der Staat helfen.
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