Biallos Ratgeber: Wenn ein Anfänger hinter dem Steuer sitzt

Von: Annette Jäger
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Ein Fahranfänger hinter dem Steuer: Damit die Prämie in der Kfz-Versicherung nicht zu hoch liegt, gibt es Sparmöglichkeiten wie das begleitete Fahren, Telematik-Tarife oder auch schlicht einen Anbieterwechsel. Foto: dpa

Aachen. Setzt sich ein Fahranfänger hinters Steuer, steigt die Prämie in der Kfz-Versicherung gleich um einige Hundert Euro im Jahr. Doch es gibt Sparmöglichkeiten. Begleitetes Fahren, Telematik-Tarife und ein Anbieterwechsel zahlen sich aus.

Begleitetes Fahren: Eltern, die den Nachwuchs beim Familienauto mitversichert haben, wissen, dass sich die Prämie im schlimmsten Fall sogar verdoppeln kann. Da sind alle Möglichkeiten willkommen, Kosten im Zaum zu halten. Eine Variante ist das begleitete Fahren. Wenn Sohn oder Tochter mit 17 Jahren den Führerschein machen und bis zum 18. Geburtstag in Begleitung unterwegs sind, reduziert das die Prämien. Manche Versicherer verlangen jedoch mindestens ein halbes Jahr lang Fahren unter Elternaufsicht.

Telematik-Tarife: Neuerdings bieten Versicherer Telematik-Tarife für Fahranfänger an. Sie heißen Bonus Drive (Allianz), Smart Driver (Huk) oder Drive Check (Axa). Dabei wird entweder über eine im Auto installierte Box oder auch über eine Smartphone-App das Fahrverhalten aufgezeichnet: Brems- und Beschleunigungsvorgänge, aber auch, ob Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten werden. Wer umsichtig fährt, profitiert von einer Prämienreduzierung um 15 bis 30 Prozent. Der Haken ist das Datensammeln. „Es muss sichergestellt sein, dass mit den Daten ordentlich umgegangen wird und sie nicht weitergegeben werden“, sagt Thorsten Rudnik, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Zweitwagen: Wer sein erstes eigenes Auto versichert, steigt mit der höchsten Schadenfreiheitsklasse (SF) 0 ein. Günstiger wird es, wenn der junge Fahrer den Wagen als Zweitwagen der Eltern anmeldet. Oftmals bieten die Versicherer dann SF ½ an oder sogar eine bessere. Nach einigen Jahren kann er dann den Rabatt auf eine eigene Police übertragen lassen. Auch SF-Klassen von Verwandten kann man übernehmen, etwa von der Großmutter, die das Autofahren aufgibt. „Der Fahranfänger darf sich allerdings nur so viele Jahre gutschreiben lassen, wie er bereits den Führerschein hat“, sagt Rudnik. Wichtig: „Eine Rabattübertragung kann man nicht mehr rückgängig machen.“

Typklasse: Entscheidend für die Versicherungsprämie sind auch die Typklasse und Schadenhäufigkeit eines Autos. Je höher die Typklasse, desto höher die Prämie. „Typische Anfängerautos, oft ältere Golfs, Polos oder Astras befinden sich meist in einer hohen Typklasse. Das sollte man beim Fahrzeugkauf berücksichtigen“, sagt Rudnik.

Versicherungswechsel: Schlüsselfaktor beim Prämiensparen ist ein günstiger Anbieter. Wird der Fahranfänger zum Beispiel auf einem fünf Jahre alten Skoda Octavia mitversichert, kann das 650 Euro im Jahr kosten (mit Teilkasko) oder auch leicht mehr als 1000 Euro. „Es spricht nichts dagegen, zu einem Direktversicherer zu gehen.“ Angesichts der Fülle von Rabattmöglichkeiten – Boni gibt es für Wenigfahrer, Garagenparker, Hauseigentümer oder Bahncard-Besitzer – kann auch ein sonst eher teurer Service-Versicherer im individuellen Fall ein günstiges Angebot machen. Die meisten Kfz-Policen laufen zum 31. Dezember aus, bis zum 30. November muss die Kündigung erfolgt sein.

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