Aachen - Biallos Ratgeber: Wenn die Wohnung leer steht

Biallos Ratgeber: Wenn die Wohnung leer steht

Von: Horst Peter Wickel
Letzte Aktualisierung:
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Für Großstädtler nahezu unbekannt: Wohnungsleerstand. Symbolbild: dpa

Aachen. In Ballungsräumen wie München und Hamburg wird bezahlbarer Wohnraum rar. Im Gegensatz dazu steigen andernorts die Leerstände an. Wie sich Vermieter schützen und wie die Reise weitergeht. Für die Bewohner deutscher Großstädte dürfte dieses Wort nahezu unbekannt sein: Wohnungsleerstand.

Denn in Hamburg, München oder Frankfurt bilden sich bei Wohnungsbesichtigungen teilweise Warteschlangen. Eine Studie des Beratungsunternehmens Empirica zeigt, dass bundesweit 3,3 Prozent der Wohnungen leer stehen.

Die geringsten Leerstandsquoten haben München (0,5 Prozent) und Hamburg (0,7 Prozent). Eine Quote von zwei bis drei Prozent gilt aber als völlig normal. Die Experten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bezeichnen diese Bandbreite als Fluktuationsreserve, die etwa durch Umzüge und Baumaßnahmen hervorgerufen wird.

Gemessen am CBRE-Empirica-Leerstandsindex sind die Immobilienleerstände schon seit sechs Jahren rückläufig. Dennoch mahnen Wissenschaftler von IW und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung davor, dass Leerstände in Zukunft zunehmen werden.

Hier drohen Leerstände

Glaub man der BBSR-Wohnungsmarktprognose 2025, so ist Ostdeutschland zunehmend betroffen, aber auch die altindustrialisierten Regionen Westdeutschlands. Daneben könnten es Vermieter auch in Teilen Nord- und Ostbayerns sowie Niedersachsens schwer haben, einen Mieter zu finden. Nach IW-Prognosen sind Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg in besonderem Maße von hohen Leerständen gefährdet. Tipp: Wenn Sie wissen möchten, wie es um Ihre Region bestellt ist, finden Sie dazu unter www.leerstandsmelder.de hilfreiche Informationen.

Schönheitseingriffe

Besonders in wirtschaftlich schwachen Regionen sollten Eigentümer die Initiative ergreifen, so sie Mietausfällen vorbeugen möchten. Das äußere Erscheinungsbild eines Anwesens spielt eine entscheidende Rolle. Hier können Immobilieneigentümer schon mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand einiges bewirken.

So kann die Zahl der Mietinteressenten steigen. Als Beispiele führen Experten einen freundlichen Anstrich, preiswerte helle Fliesen und einen zeitgemäßen Bodenbelag wie Fertigparkett oder Laminat an: Wer eine Wohnung zum Beispiel mit Fliesen im Stil der 70er Jahre und einem abgewohnten, vielleicht auch noch gemusterten Teppichboden anbietet, muss sich nicht wundern, wenn viele Interessenten die Nase rümpfen und sich für eine andere Wohnung entscheiden.

Natürlich können Vermieter potentiellen Mietern Zugeständnisse bei der Miete oder der Kaution machen. Aber auf notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen können sie häufig doch nicht verzichten.

In jedem Fall wird ein Leerstand häufig zur finanziellen Belastung. Gerade dann, wenn Eigentümer das Objekt finanzieren. In aller Regel lassen sich Geldgeber dann darlegen, welche Bemühungen der Kunde anstellt, um den Leerstand zu beseitigen -; dann werden über einen befristeten Zeitraum auch Tilgungsaussetzungen und Ratenreduzierungen bis zur kompletten Ratenstundung vereinbart. Bei der Sparkasse Nürnberg haben Immobilieneigentümer, laut Markus Teiß, Leiter Baufinanzierung, für maximal zwölf Monate die Möglichkeit, ihre Tilgung auszusetzen. Sogar das Finanzamt verzichtet auf die Grundsteuer, wenn das Objekt mieterfrei bleibt.

Außerdem können Vermieter im Falle eines Leerstands zumindest die Grundgebühren für Müllabfuhr, Wasser und Strom sparen und in Absprache mit der Versicherung den Versicherungsschutz herunterfahren. Aus der Sicht einiger Experten ist das aber nicht sinnvoll. Ein Leerstand stellt nach Dafürhalten der Wohngebäudeversicherungen meist eine Gefahrenerhöhung dar, die vom Versicherungsnehmer anzuzeigen ist.

 

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