Aachen - Biallos Ratgeber: Wenn Arbeitgeber die Betreuung bezahlen

Biallos Ratgeber: Wenn Arbeitgeber die Betreuung bezahlen

Von: Marcus Preu
Letzte Aktualisierung:
Steuersparmodell: Zahlt der Ar
Steuersparmodell: Zahlt der Arbeitgeber die Betreuungskosten, fallen weder Steuern noch Sozialabgaben an. Foto: stock/imago

Aachen. Ab 2013 müssen die Bundesbürger weniger von ihrem erarbeiteten Geld an den Staat abgeben. „Der steuerliche Grundfreibetrag wird in zwei Schritten steigen: ab 2013 auf 8130 Euro und ab 2014 auf 8354 Euro”, so Regierungssprecher Steffen Seibert. Zudem solle der Einkommensteuertarif an die Preisentwicklung angepasst und alle zwei Jahre überprüft werden.

Das „Gesetz zum Abbau der kalten Progression” liegt derzeit im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat - es soll am 1. Januar 2013 in Kraft treten. Gemeint sind damit überproportional steigende Steuern zum Beispiel bei Gehaltserhöhungen. „Wir fordern einen ,Steuertarif auf Rädern, also die Anpassung der Steuerstufen an die Inflation”, sagt Rechtsanwalt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband, der Interessenvertretung von 34.000 Steuerberatern.

Diese auch vom Bund der Steuerzahler erhobene Forderung lehnt die Regierung jedoch ab, „da es die Inflation fördert”, sagt Silke Bruns, Sprecherin des Bundesfinanzministeriums für Steuerpolitik. Deshalb ist es im Gesetz auch nicht vorgesehen. Bereits jetzt gibt es aber einige steuerfreie Gehaltsextras, mit denen man seine Abgabenlast senken kann und sollte, sofern der Chef mitspielt. Welche Formen steuerfreien Lohns gibt es beispielsweise?

Essenszuschuss: Unternehmen ohne eigene Kantine können ihren Mitarbeitern einen „Sachwertbezug” gewähren, der steuerbegünstigte 5,83 Euro beträgt. Der Arbeitgeber zahlt nur pauschale Abgaben. „Auch anstehende Gehalts-erhöhungen können in Form von Restaurantschecks gewährt werden”, sagt George Wyrwoll von Scheck-Anbieter Sodexo Pass.

Kindergartenzuschuss: „Sehr sinnvoll für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist der Kinderbetreuungszuschuss”, erläutert Markus Deutsch vom Steuerberaterverband. Trägt der Arbeitgeber die Kosten für den Kindergarten oder -hort, fallen keine Steuern und Sozialabgaben an. Das gilt aber nur für Zahlungen zusätzlich zum Lohn. Anerkannt werden nur nachgewiesene Betreuungskosten für Kinder, die nicht älter als sechs Jahre oder noch nicht schulpflichtig sind -und deren Betreuung in einer Einrichtung erfolgt.

Warengutscheine: Solche Gutscheine sind als Sachbezüge bis zu 44 Euro pro Monat zulässig; sie bleiben frei von Steuern und Sozialabgaben. Wichtig: Es darf neben der abzugebenden Ware kein Betrag stehen. Deshalb dort nur die Waren und die entsprechende Menge angeben (zum Beispiel Benzin).

Fahrtkostenzuschuss: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort kann der Arbeitgeber mit 0,30 Euro pro Kilometer bezuschussen. Maximal 4500 Euro Zuschuss pro Jahr sind erlaubt. Dann braucht der Arbeitgeber die Zulage nur mit 15 Prozent pauschal zu versteuern, Sozialabgaben entfallen.

Altersvorsorge: Der größte Brocken an Abgaben lässt sich mit einer betrieblichen Altersversorgung einsparen. Hierzu zählen Direktversicherung, Unterstützungskasse, Pensionskasse oder -fonds.

Für den Mitarbeiter wird eine dieser Vorsorgeformen abgeschlossen. Als Entgeltumwandlung zahlt er jährlich steuerfreie Beiträge bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (2012: vier Prozent von 67.200 Euro; 2013: vier Prozent von 69.600 Euro) ein.

Zusätzlich können Arbeitnehmer 1800 Euro steuerfrei immer dann anlegen, wenn sie keine Direktversicherungsverträge haben, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Bis zu 4584 Euro können 2013 so per Gehaltsumwandlung jährlich in die Altersvorsorge fließen.

Der Arbeitnehmer zahlt seine Beiträge quasi aus dem Bruttogehalt - und nicht wie bei einer „klassischen” Rentenversicherung aus dem Nettogehalt. Am günstigsten ist es, wenn der Arbeitgeber die Beiträge zusätzlich zum Gehalt bezahlt, da sich dann am Netto des Arbeitnehmers nichts ändert und trotzdem eine private Altersversorgung aufgebaut werden kann.

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