Biallos Ratgeber Weiterbildung: Auslandsaufenthalt lässt Gehalt klettern

Von: Caroline Benzel und Horst Biallo
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Bereit zum Start zu mehr beruflichem Erfolg. Dazu gehören auch ausreichende Sprachkenntnisse. Foto: Stock/Imagebroker

Aachen. „Ohne Englisch geht heute gar nichts mehr”, sagt Astrid Habeder-Preuß von der Personalberatung Heimeier&Partner in Frankfurt. Weitere Fremdsprachen seien zwar „nice to have”, aber kein Muss im Berufsleben. Dennoch wirken sich Fremdsprachen im Berufsleben aus: Für Akademiker bringen zwei Monate Auslandsaufenthalt ein bis zu zehn Prozent höheres Anfangsgehalt.

Am besten gelingt der Start in die neue Sprache, wenn man seinem eigenen Lerntyp entsprechend vorgeht. „Der auditive Typ lernt durch Zuhören, der visuelle Typ muss eine Sprache geschrieben sehen. Wieder andere lernen am besten, wenn sie sich beim Sprachenlernen bewegen”, erklärt Hans Krings, Direktor des Fremdsprachenzentrums der Hochschulen im Land Bremen. Wer sich eine Methode zum Sprachenlernen sucht, sollte die eigenen Lernvorlieben kennen.

Ebenso wichtig für die Entscheidungsfindung: das Geld- und Zeitbudget. Zum Reinschnuppern eignen sich Audiokurse ebenso wie das Lernen per Internet oder Lernsoftware. Diese Methoden erfordern jedoch viel Selbstdisziplin, Motivation und Lern-Erfahrung. Die meisten Menschen werden deshalb mit einem Sprachkurs die besten Erfolge erzielen. Welche Alternativen gibt es?

Volkshochschulen und Universitäten: Volkshochschulkurse bestechen durch günstige Teilnahmegebühren, sind aber häufig schon Wochen vor Kursbeginn ausgebucht. Ein Französischkurs mit 13 Terminen bei der Volkshochschule Düsseldorf kostet gerade 90 Euro. Nachteil: Oft sind die Kurse voller als bei privaten Schulen, auf Extras wie eine Lernbibliothek oder ein Sprachlabor muss man in der Regel verzichten. Sinnvoller können daher Sprachkurse an der Universität sein, wo es auch Sprachkurse für Externe gibt.

Sprachschulen: Eine gute Sprachschule wird künftigen Kunden schon vor Kursbuchung eine umfassende Beratung bieten. Interessenten sollten sich informieren über Preise, Teilnehmerzahl und Anmeldemodalitäten, Lehrinhalte und Lehrmaterialien, Didaktik und Qualifikation der Lehrer. Zudem sollte man der Schule möglichst präzise Auskunft über seine Sprachkenntnisse, seine Lernziele, aber auch über positive und negative Erfahrungen mit Sprachunterricht geben. Die Preise von Sprachkursen variieren je nach Anbieter, Ort und Kursintensität.

In Berlin kostet ein Berlitz-Englischkurs mit bis zu zehn Teilnehmern und 80 Unterrichtsstunden 775 Euro (gleich 9,68 Euro pro Stunde). Inlingua nimmt für einen Gruppenkurs (maximal fünf Teilnehmer) mit anderthalb Stunden wöchentlichen Unterricht 92 Euro pro Monat (gleich 15,33 Euro pro Stunde), hinzu kommen 82 Euro für Einschreibung und Unterrichtsmaterial.

Bildungsprämie: Arbeitnehmer, die nicht mehr als 20.000 Euro brutto im Jahr (Singles) bzw. 40.000 Euro (Zusammenveranlagte) zu versteuern haben, bekommen einen Zuschuss des Europäischen Sozialfonds von maximal 154 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist, dass man mindestens dieselbe Summe in seine Weiterbildung investiert. Bevor man sich zu einem Kurs anmeldet, muss man mit einer Beratungsstelle ein Gespräch geführt haben, die sich oft bei den örtlichen Volkshochschulen befindet. Adressen der Beratungsstellen werden auf der Internetseite des Bundesbildungsministeriums (http://www.bildungspraemie.info) oder von der Telefon-Hotline (0800/2623000) genannt. Zum Gespräch mitbringen sollte man den Pass oder Personalausweis, Einkommensteuerbescheid oder Lohnabrechnung.

Weiterbildungssparen: Seit 2009 gibt es zudem das „Weiterbildungssparen”, das für Berechtigte der Arbeitnehmersparzulage gilt. Sie dürfen Teile des angelegten Geldes entnehmen und für eine Weiterbildungsmaßnahme nutzen. Voraussetzung ist ein Spargutschein, den die „Beratungsstelle Bildungsprämie” nach vorheriger Beratung ausstellt. Sie benennt auch geeignete Anbieter.

Bildungsurlaub: Will der Arbeitgeber einen Sprachkurs nicht finanzieren, so kann er den Arbeitnehmer freistellen: In zwölf Bundesländern, darunter NRW, gibt es entsprechende Regeln zur Bildungsfreistellung oder zum Bildungsurlaub, in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen laut dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung aber nicht.
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