Biallos Ratgeber: Warum sich die Riester-Rente doch lohnt

Von: Klaus Winter
Letzte Aktualisierung:
Riester Rente Sparschwein
Nicht alle Vorurteile über die Riester-Rente müssen der Wahrheit entsprechen. Foto: dpa

Aachen. Die Riester-Rente steht oft in der Kritik - aber zu Recht? Vier Vorurteile werden geprüft und genau unter die Lupe genommen. Das Fazit gibt es hier:

Vorurteil 1: Die Riester-Rente lohnt sich nicht

Hier müssen Verbraucher zwischen zwei Aspekten unterscheiden: zum einen die eigentliche Rendite des Vertrages und zum anderen die Rendite unter Berücksichtigung der Zulagen. Die Renditen der Riester-Verträge an sich lassen sich über den gesamten Markt gut ermitteln: Klassische Riester-Renten werfen aktuell Renditen bis zu 3,7 Prozent jährlich ab -; fondsgebundene Varianten erreichen Renditen bis zu 5,5 Prozent jährlich.

Wichtig ist aber auch der Blick auf die Renditen, wenn man einmal Zulagen und Steuervorteile einberechnet. Ein Anbieter für die klassische Riester-Rente geht bei einem 30-Jährigen, der bis zum 67. Geburtstag 100 Euro monatlich einzahlt, mit 67 von einem möglichen Kapital von 77.694 Euro aus. Das entspräche einer Verzinsung von 2,82 Prozent. Bekommt der Sparer die Grundzulage, reduziert das seine Rate auf 87,17 Euro monatlich -; die Rendite steigt bei gleichem Kapital schon auf 3,46 Prozent. Und geht man durch Steuervorteile und Zulagen von einer Förderquote von 30 Prozent aus, dann liegt die Rendite bereits bei 4,46 Prozent.

Fazit:

Klassische Riester-Renten bieten mit Renditen von zwei Prozent plus X eine marktgerechte Verzinsung -; attraktiver werden sie durch die Förderung. Das gilt auch für die fondsgebundenen Varianten, bei denen am Ende das Gesamtergebnis von der Entwicklung der gewählten Fonds abhängt.

Vorurteil 2: Die Riester-Rente ist zu teuer

Die Kostenbelastung der Riester-Renten sei viel zu hoch, beschweren sich Verbraucherschützer. Fakt ist: Die Kostenquoten der Verträge lassen sich sehr gut ermitteln. Bei den klassischen Riester-Renten reduzieren die Kosten die Rendite je nach Anbieter um 0,3 bis knapp unter ein Prozent. Bei den fondsgebundenen sind es ein bis drei Prozent. Entscheidend ist es also vor allem, einen günstigen Anbieter zu finden mit einer fairen Kostenquote -; klassischerweise die Aufgabe einer guten Beratung.

Übrigens:

Auch andere Riester-Modelle arbeiten natürlich nicht kostenfrei. Die Stiftung Warentest hat vergangenes Jahr vermeldet, dass DWS die Abschlusskosten gesenkt hat: von 5,5 Prozent der Beitragszahlungen auf 3,3 Prozent.

Fazit:

Es gibt viele Riester-Varianten, die teuer sind -; es ist aber nicht die Riester-Rente an sich, die zu teuer ist. Mit einem günstigen Anbieter bekommen Sie auch eine günstige Riester-Rente.

Vorurteil 3: Es gibt zu wenig Rente

Bei der Verrentung des Kapitals fließt zu wenig Rente an den Sparer -; auch das eines der Argumente gegen die Riester-Rente. Um im Beispiel oben zu bleiben: Die 77.694 Euro Rente sorgen im ersten Jahr des Rentenbezugs für 248 Euro Rente, die dann langsam auf 324 Euro bis zum 85. Lebensjahr ansteigt. Sein Kapital bekommt der Sparer also erst nach mehr als 20 Jahren vollständig zurück, so die gängige Rechnung. Was viele vergessen: Die Riester-Rente dient vor allem der Absicherung der Langlebigkeit -; ein Prinzip, das aus der gesetzlichen Rente übernommen ist.

Fazit:

Eine Riester-Rente ist keine Geldanlage, über die man frei verfügen kann. Sie soll das Langlebigkeits-Risiko absichern. Wer das nicht möchte, der ist mit der Riester-Rente falsch beraten.

Vorurteil 4: Der Staat holt sich die Förderung wieder

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung sieht vor, dass Altersvorsorgesysteme wie die Riester-Rente, die in der Ansparphase gefördert werden, im Alter ganz oder teilweise besteuert werden. Ihr Vorteil ist natürlich, dass im Alter der individuelle Steuersatz deutlich geringer ist als im Erwerbsleben. So ist es auch oft gar nicht sicher, ob im Alter auf Ihre Riester-Rente tatsächlich Steuern zu zahlen sind -; und wenn, liegt der Steuersatz oft gerade einmal bei 25 bis 30 Prozent.

Fazit:

Die nachgelagerte Besteuerung ist das Gegenstück zur Förderung -; wer im Alter seine Rente steuerbegünstigt erhalten möchte, kann zum Beispiel die private Rentenversicherung nutzen. Hier werden im Alter Renten nur mit einem geringen Ertragsanteil besteuert.

Besser Vorsorgen ohne Mühe: Mit dem Altersvorsorge-Vergleich behalten Sie den Überblick und finden schnell und einfach günstige Anbieter.

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