Biallos Ratgeber: Verträge mit Verwandten optimal nutzen

Von: Fritz Himmel
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Steuern sparen und weniger Mietkosten zahlen: Vermietet der Vater eine Eigentumswohnung günstig an seine Tochter, profitieren beide. Foto: Imago/Eibner

Düsseldorf. Eine Wohnung an die Tochter vermieten oder den Ehepartner in der eigenen Firma anstellen – Familien können viel Geld sparen, wenn sie untereinander geschäftliche Vereinbarungen treffen. Um Steuervorteile optimal zu nutzen, müssen sie jedoch auf einige wichtige Kriterien achten.

So unterliegen Verträge mit Angehörigen immer dem Fremdvergleich. Das bedeutet: „Die Ausgestaltung und die Durchführung der Vereinbarungen muss dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist“, sagt die Münchener Steuerberaterin Erika Wacher. Alle Vereinbarungen müssen auch in die Realität umgesetzt werden. Bei einer Vermietung sind das laufende Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die üblichen Lohn- und Sozialabgabenzahlungen oder bei einem Darlehensnehmer die tatsächliche Tilgung und die Zinszahlungen für den Kredit. Gerade bei der finanziellen Abwicklung prüfen die Finanzbehörden sehr penibel, ob die Abläufe wie mit einem Fremden stattfinden.

Mietverträge

Vermietet der Vater eine Eigentumswohnung günstig an seine Tochter, profitieren beide – auf der einen Seite spart man Steuern und auf der anderen Seite Mietkosten. Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (BDL) empfiehlt: „Mietverträge unter Angehörigen sollten grundsätzlich schriftlich geschlossen werden. Mietobjekt, Kaltmiete und Nebenkosten sollten darin eindeutig festgelegt sein.“ Mit einem offiziellen Mustermietvertrag ist man hier auf der sicheren Seite. Das Mietverhältnis ist wie vereinbart durchzuführen. Mietzins sowie Nebenkosten sind aus den Mitteln des Mieters zu zahlen. Dazu ist folgende aktuelle Regelung zu beachten:

Beträgt die vereinbarte Nettomiete 66 Prozent oder mehr des ortsüblichen Preisniveaus für vergleichbaren Wohnraum, so erkennt das Finanzamt ohne großes Prozedere alle Werbungskosten voll an. Liegt die vereinbarte Nettomiete unter 66 Prozent, so kann der Vermieter seine Werbungskosten nur anteilig in dem Verhältnis steuerlich absetzen, in dem die vereinbarte Miete zur ortsüblichen Miete steht. „Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man derzeit die Kaltmiete so festlegen, dass sie mehr als 66 Prozent der ortsüblichen Kaltmiete beträgt. Gerade bei steigenden Mietpreisen ist darauf zu achten, die zu zahlende Miete anzupassen. Auch die rechtzeitige Mieterhöhung sollte schriftlich festgehalten werden“, rät BDL-Chef Nöll.

Arbeitsverträge

Vorteil: Alle Gehaltszahlungen bleiben in der Familie. Beispiel Minijob auf 450 Euro-Basis: Hier darf der Unternehmer-Ehegatte das Gehalt an seinen Ehepartner in Höhe von 5400 Euro pro Jahr sowie die pauschalen Abgaben von rund 1673 Euro (30,99 Prozent) als Betriebsausgaben abziehen.

Der Minijobber-Ehepartner muss dieses Gehalt in der Steuererklärung nicht mehr angeben und versteuern. Die Gehaltszahlung führt hier zu einer echten Minderung des zu versteuernden Einkommens. Übertreiben darf man es bei Arbeitsverträgen jedoch nicht. „Der nahe Angehörige sollte nicht mehr Lohn bekommen als fremde Mitarbeiter in vergleichbaren Positionen“, warnt Steuerberaterin Wacher. Lassen sich Leistung und Gegenleistung nicht plausibel belegen, ist die Anerkennung als Betriebsausgaben gefährdet.

Darlehensverträge

Steuervorteile ergeben sich hier vor allem, wenn die steuerliche Entlastung beim Darlehensnehmer größer ist als die steuerliche Belastung beim Darlehensgeber. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Kreditgeber seinen Sparerpauschbetrag noch nicht genutzt hat und er die Zinseinnahmen nicht oder nur zum Teil versteuern muss.

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