Biallos Ratgeber: Versicherung für Elementarschaden nachrüsten

Von: Annette Jäger
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Schädigt ein vom Sturm umgeknickter Baum ein parkendes Auto, kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung für den Schaden auf. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Aachen. Stürme oder Überschwemmungen können jeden treffen. Eine Versicherung kann im Extremfall sogar die Existenz retten. Mit dem Frühjahr toben wieder Stürme übers Land, und Starkregen führt zu Überschwemmungen. Gegen das Schadensrisiko kann man sich versichern. Wer keinen Elementarschadenschutz hat, sollte jetzt nachrüsten.

Risiko: Überall in Deutschland lauert inzwischen die Gefahr des Starkregens. Dazu muss man nicht in einem Überschwemmungsgebiet wohnen. „Das trifft einen schnell und unvorbereitet“, hat Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, immer wieder in Beratungsgesprächen erfahren. Die Wohngebäude- und die Hausratversicherung stehen im Mittelpunkt, wenn es um die Schadensbegleichung geht. „Sie leisten aber nur, wenn ein Elementarschadenschutz extra versichert wurde“, sagt Wortberg. Der Baustein genieße inzwischen denselben Stellenwert wie die Absicherung gegen Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser.

Hochwasser und Überschwemmung: Ein Elementarschadenschutz kann die Existenz retten, denn notfalls kommt der Versicherer für den kompletten Wiederaufbau des Hauses auf. Im Verbund mit der Wohngebäudeversicherung ersetzt der Versicherungsbaustein alle festen Bestandteile des Gebäudes, als Teil der Hausratversicherung ist das gesamte Inventar abgedeckt. Als Elementarschäden gelten Schäden durch Naturkatastrophen wie Hochwasser und Überschwemmung, Erdrutsch, Lawine und Schneedruck.

„Wichtig ist, dass Schäden durch Rückstau mitversichert sind“, sagt Wortberg. Das sind Schäden, die durch den Überlauf der Kanalisation entstehen und in Folge den Keller überschwemmen. In neueren Wohngebäudeversicherungen ist der Elementarschadenschutz inzwischen oft automatisch enthalten. Wer eine ältere Police hat, sollte nachrüsten. Der Beitrag für den Baustein wird individuell berechnet: Alter, Wert des Hauses und das Schadensrisiko der Region sind ausschlaggebend.

Sturm und Blitz: Eine Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Stürme ab, die mindestens Windstärke acht erreichen. Auch Schäden durch Blitzschlag sind in neueren Wohngebäudepolicen versichert. Sollten bei einem Blitzschlag Überspannungsschäden an elektrischen Geräten im Haushalt entstehen, kommt die Hausratversicherung dafür auf. Allerdings nur, wenn dieses Extra auch versichert wurde. Wer schon vor vielen Jahren seine Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen hat, sollte einen Tarifwechsel erwägen. „Die Vertragsbedingungen sind viel besser geworden, man profitiert von einem umfassenderen Schutz“, sagt Wortberg.

Schäden am Auto: Schädigt ein vom Sturm umgeknickter Baum oder ein herabfallender Dachziegel ein parkendes Auto, kommt die Teilkaskoversicherung für den Schaden auf. Sie leistet auch bei Hagelschäden. Manchmal steht aber auch der Hauseigentümer in der Pflicht: Hätte er einen morschen Baum längst fällen müssen oder lag der Ziegel wissentlich lose auf dem Dach, haftet er. Dann begleicht seine private Haftpflichtversicherung den Schaden. Auch wenn ein Blumentopf vom Balkon gefegt wird und einen Passanten verletzt, springt die private Haftpflichtversicherung ein.

Rechtsschutz: Kommt es zum Schaden, kommt es auch oft zum Streit mit dem Versicherer über die Regulierung. „Versicherungsnehmer sollten umfassend Beweise sichern, alles fotografieren und – soweit zumutbar – nichts wegwerfen“, sagt Wortberg.

Der Versicherer muss die Chance haben, den Schaden zu begutachten. Nicht zuletzt ist eine Rechtsschutzversicherung Teil einer umfassenden Unwetterabsicherung, sagt Wortberg. So hat man als Versicherungsnehmer die Chance, einen eigenen unabhängigen Sachverständigen zur Begutachtung des Schadensumfangs einzuschalten.

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