Biallos Ratgeber: Tipps zum Festgeld mit freier Verfügbarkeit

Von: Max geißler
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Aachen. Viele Sparer wünschen sich garantierte Zinsen und gleichzeitig Flexibilität für ihr Erspartes. Kombinierte Sparformen wie flexibles Festgeld oder Festgeld mit Fonds versuchen den scheinbaren Widerspruch aufzulösen. Lohnt der Mix von fester Laufzeit und finanzieller Beweglichkeit?

Flexibles Festgeld: Ähnlich wie klassisches Festgeld, bietet flexibles Festgeld eine Zinsgarantie über die gesamte Laufzeit. Die Kombination aus Tages- und Festgeld erlaubt allerdings, einen Teilbetrag vorzeitig abzurufen. So kann man zum Beispiel beim Sparkombi Duo von der VTB Bank über 20 Prozent des Anlagebetrags jederzeit abheben.

Wer 20.000 Euro anlegt, der kann über 4000 Euro frei verfügen. Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern lobt den Anlagemix: „Die Sparzwitter sind kostenlos, die Verzinsung höher als bei getrennter Anlage in Tages- und Festgeld, außerdem bleiben Sparer flüssig.“ Zur Flexibilität gesellen sich attraktive Zinsen: Bei 36 Monaten Laufzeit zahlt VTB 2,0 Prozent. Klassisches Festgeld brächte mit 2,1 Prozent zwar etwas höhere Zinsen, dafür liegt das Geld jedoch fest. Mehr Bewegungsspielraum eröffnet das „Kombigeld“ der IKB. Hier sind bis zu 50 Prozent des Ersparten vorzeitig abrufbar. Die Flexibilität hat allerdings ihren Preis: Die Zinsen bei zwei- bzw. dreijähriger Laufzeit sind mit 0,80 bzw. 0,90 Prozent nur durchschnittlich. Nachteilig ist zudem die hohe Mindestanlage von 5000 Euro. ING-Diba und Oyak Anker Bank begnügen sich etwa bei ihren klassischen Sparbriefen mit der Hälfte.

Festgeld und Fonds: Finanzielle Beweglichkeit und sichere Zinsen bietet auch die Kombination aus Festgeld und Fonds. Dabei fließt die eine Hälfte des Geldes in Festgeld mit fixer Laufzeit ohne Kündigungsrecht, die andere in Investmentfonds ohne Haltefrist. Je nach Bank sind Laufzeit und Zinsen für das Festgeld sehr unterschiedlich: Fest&Fonds von Comdirect legt beispielsweise das Geld sechs Monate lang an und zahlt vier Prozent Zinsen, die Targobank garantiert bei Rendite Plus für die gleiche Laufzeit nur 1,5 Prozent.

Mindestens doppelt so lang liegt das Geld bei der Volkswagen Bank fest: Kombi-Invest sichert für ein Jahr 2,5 Prozent Zinsen, bei zwei Jahren Laufzeit aber nur 1,5 Prozent. Unterschiede bestehen auch bei der Fondsauswahl: Comdirect stellt nur zehn Fonds bereit, die VW Bank rund 40. Fondsexperte Henning Seeler von Comdirect betont zwar, dass sich damit konservative, ausgewogene und chancenreiche Anlagestrategien darstellen lassen. Eine größere Fondsauswahl wäre dennoch wünschenswert. Die Targobank zeigt, wie es geht. Sie offeriert gleich mehrere Tausend Fonds für ihr Kombi-Invest.

Risiko und Kosten: Kritikpunkte bei Festgeld und Fonds sind Risiken und Gebühren. Zwar geben alle Banken bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, kostenfreie Fonds sind aber Fehlanzeige. Die Targobank fordert, dass der Ausgabeaufschlag mindestens 2,5 Prozent beträgt. Dadurch geht ein Teil der Festgeld-Zinsen wieder verloren. Auch die Depotführung ist nur unter Auflagen kostenlos. Verbraucherschützer kritisieren zudem, dass hohe Festgeldzinsen unerfahrene Anleger zum Einstieg in schwankungsanfällige Fonds verleiten.

Geldanlagen trennen: Die Vermischung von Festzinsen und Börsensparen macht selten Sinn. Top-Festgeld gibt es auch ohne Fonds-Kaufzwang. Die J&T Bank beispielsweise zahlt bei einjähriger Laufzeit 1,8 Prozent Zinsen, die Denizbank bei zweijähriger Laufzeit 1,7 Prozent. Möchten Sie mit Fonds sparen, geht dies auch ohne Kosten. So hat die ING-Diba kürzlich ihrer kompletten Fondspalette absolute Kostendiät verordnet. Seither sind über 5000 Fonds und ETFs bei Einmalerwerb zum Nulltarif zu haben, das gleiche gilt für die Depotführung. Ähnliche Angebote kommen von Consorsbank, DAB und DKB. Selbst Comdirect offeriert 20 Top-Preis-Fonds ohne Ausgabeaufschlag.

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