Aachen - Biallos Ratgeber: Tipps für Rentenerhöhung, wenn man wenig hat

Biallos Ratgeber: Tipps für Rentenerhöhung, wenn man wenig hat

Von: Rolf Winkel
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Um ganze 0,25 Prozent sind die Renten am 1. Juli 2013 in den alten Bundesländern gestiegen. Immer mehr Rentner müssen knapsen. Was können sie tun?

Gisela R. (63) aus Köln war bis Ende April noch in Altersteilzeit. Nun ist sie in Rente. Ihr Altersruhegeld beträgt derzeit noch 843 Euro und steigt zum 1. Juli 2013 um genau 2,11 Euro. Von ihrer Brutto-Rente gehen noch 10,25 Prozent für die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Es bleiben damit noch 758,49 Euro. Viel ist das nicht, vor allem weil sie – wie viele Frauen – zusätzlich weder eine Betriebsrente noch eine private Rente erhält. Doch einige Möglichkeiten bleiben ihr, um ihre Situation zu verbessern:

Grundsicherung prüfen: Unter Umständen wird – ergänzend zur Rente – Sozialhilfe/Grundsicherung im Alter gezahlt. Die Rechnung geht so: Alleinstehenden stehen die Wohn- und Heizkosten plus 382 Euro für den Regelsatz zum Lebensunterhalt zu. Für ein (Ehe-)Paar gilt ein Regelsatz von 690 Euro. Die Warmmiete von Gisela R. beträgt 370 Euro. Insgesamt kommt sie damit auf einen monatlichen „Bedarf“ von 752 Euro. Da ihre Rente diesen Betrag noch geringfügig übersteigt, hat sie aber keinen Anspruch auf zusätzliche Unterstützung durch das Sozialamt.

Tipp: Für Schwerbehinderte mit Kennzeichen G (für Gehbehinderung) liegt die Grundsicherungs-Schwelle höher. Ihnen wird ein höherer Bedarf zugestanden. Für manche Ältere gibt es auch noch einen Mehrbedarfszuschlag für kostenaufwändige Ernährung.

Wohngeld beantragen: Wer wie Gisela R. mit seinem Einkommen knapp über dem Grundsicherungsniveau liegt, sollte immer Wohngeld – als Eigentümer den Lastenzuschuss – beantragen. Die Kölnerin könnte etwa monatlich 77 Euro Wohngeld erhalten.

Unterkunftskosten senken: Nicht jedermanns Sache, aber Mitwohnzentralen berichten, dass Ältere zunehmend ein Zimmer ihrer Wohnung untervermieten und so ihre Miete senken. Es gibt aber auch die Variante „Tausche Wohnraum gegen Hilfe“. Dann helfen Jüngere, statt Miete zu zahlen, beispielsweise im Haushalt. Andere Möglichkeit: Ältere gründen eine Wohngemeinschaft. Der Vermieter darf übrigens eine Untervermietung in der Regel nicht ablehnen.

Vergünstigungen nutzen: Für Rentner gibt es zahlreiche Vergünstigungen. Ab 60 kostet zum Beispiel die 2.-Klasse-Bahncard 50 der deutschen Bahn statt 249 nur 127 Euro. Die Bahncard 25 kostet statt 61 nur 41 Euro. Andere Sparangebote fallen je nach Wohnort unterschiedlich aus. Nachzufragen lohnt sich auch bei Kinos, Theatern, Schwimmbädern und Museen. Teilweise gibt es Vergünstigungen nur für Schwerbehinderte. Auch für Senioren lohnt sich deshalb noch ein Antrag auf Anerkennung als Schwerbehinderter.

Versicherungen checken: Generell sollten Versicherungsverträge im Alter überprüft werden. Für Senioren sind in aller Regel Berufsunfähigkeits- oder Risikolebens- und Sterbegeldversicherung unnötig. Wer will, kann monatlich einen kleinen Betrag für seine Beerdigung zurücklegen. Generell sollten Versicherungsverträge im Alter überprüft werden.

Wer einen Hund besitzt, sollte die Tierhalterhaftpflichtversicherung überprüfen. So ist der Schutz „Hundehalter ab 60“ bei der besonders günstigen Haftpflichtkasse Darmstadt mit 44,03 Euro pro Jahr um satte 24 Euro günstiger zu haben als für Jüngere.

Nebenjob möglich: Rentnerinnen wie Gisela R. dürfen – theoretisch – unbegrenzt zur Rente hinzu verdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Denn sie ist 65 Jahre und vier Monate alt und erhält so die reguläre Altersrente. Für jüngere Rentner sind nur Einkünfte bis zu 450 Euro im Monat erlaubt – sonst wird die Rente gekürzt.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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