Biallos Ratgeber: Sparmöglichkeiten beim Zahnersatz

Von: Annette Jäger
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Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate: Ein Zahnersatz kostet durchschnittlich etwa 1 300 Euro pro Fall. Foto: dpa

Aachen. Die einen leisten sich ein neues Auto, die anderen geben ihr Geld für Zahnersatz aus. Zahnersatz ist teuer, und die Krankenkassen beteiligen sich nur minimal an den Kosten. Doch es gibt Sparmöglichkeiten.

Gute Vorsorge:

Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate – Zahnersatz kostet durchschnittlich etwa 1300 Euro pro Fall. Oftmals hat der Patient gleich mehrere Baustellen, sprich: Fälle im Gebiss. Mehr als die Hälfte, rund 724 Euro, zahlen Kassenpatienten davon selbst. Das ergibt der Zahnreport 2014 der Barmer GEK.

Dieser Eigenanteil lässt sich durch das Bonusheft, das es beim Zahnarzt gibt, senken: Wer nachweisen kann, dass er in fünf aufeinanderfolgenden Jahren je einmal jährlich bei der Kontrolluntersuchung war, kann den Kassenzuschuss um 20 Prozent steigern. Wer gar zehn Jahre in Folge nachweisen kann, erhält 30 Prozent. Bei Großbaustellen kann das Bonusheft durchaus ein paar Hundert Euro ausmachen.

Günstigen Zahnarzt suchen:

Einige Kassen haben mit bestimmten Zahnärzten und Laboren Kooperationsverträge geschlossen, die Patienten günstigere Behandlungen gewähren. So gibt es dann zum Beispiel Implantate zum Festpreis. Allerdings muss der Versicherte zu einem Zahnarzt wechseln, mit dem die Kasse die Sondervereinbarung getroffen hat. Es lohnt sich durchaus, den eigenen Zahnarzt zu fragen, ob er mit einem günstigeren Labor zusammenarbeiten könnte.

Laborkosten machen den Löwenanteil beim Zahnersatz aus. Oder aber der Patient wechselt gleich zu einem günstigeren Zahnarzt. Der Patient kann seine anstehende Behandlung über ein Auktionsportal im Internet versteigern. Der Zahnarzt, der das günstigste Angebot macht, erhält den Zuschlag. Hier sollen bis zu 50 Prozent Ersparnis möglich sein.

Gesundheitstourismus:

Es gibt Patienten, die wegen einer anstehenden Zahnbehandlung auf Reisen gehen: nach Ungarn, Tschechien, Polen oder Mallorca. Dort ist Zahnersatz wesentlich günstiger, um 50 bis 70 Prozent gegenüber hiesigen Kosten. Die Kasse gewährt auch bei Behandlungen in solchen Ländern die üblichen Zuschüsse, der Eigenanteil jedoch ist erheblich niedriger.

Doch von Spontanaktionen ist abzuraten. Es gilt, einen Arzt des Vertrauens, der sich in der Vergangenheit bereits bewährt hat, zu finden. Kassen können eventuell Auskunft geben. Gut ist, wenn der ausländische Arzt einen Kooperationsvertrag mit einem deutschen Zahnarzt geschlossen hat. Hier ist der Patient bei eventuellen Problemen oder Mängeln nach Rückkehr gut aufgehoben.

Studentenkurse:

Wer Zeit und Geduld mitbringt, kann sich auch von angehenden Zahnärzten – Studenten der Zahnmedizin – in einer Zahnklinik behandeln lassen. An fast allen Unikliniken ist das möglich. Patienten müssen sich auf lange Wartezeiten einrichten, denn die Kurse sind oft über lange Zeiträume ausgebucht. Auch die Behandlung selbst dauert länger. Der Professor schaut seinen Studenten über die Schulter und greift notfalls ein – die Qualität und neueste wissenschaftliche Standards sind garantiert. Der Patient zahlt oft nur die Material-, manchmal auch zusätzliche, aber reduzierte Laborkosten.

Zahnzusatzpolicen:

Nicht zuletzt lässt sich mit Zahnzusatzpolicen der Eigenanteil spürbar reduzieren. „Gut ist, wenn die Police einen Prozentsatz vom Rechnungsbetrag begleicht und der Kassenanteil noch zusätzlich obendrauf kommt“, sagt Versicherungsberater Stefan Albers. Je höher der Prozentsatz, desto höher ist der monatlich zu zahlende Beitrag.

Wer ein kleines Budget hat, wählt nur 30 bis 50 Prozent Erstattung, dann hat er inklusive Kassenleistung wenigstens gut die Hälfte der anfallenden Kosten abgesichert, „das ist auch schon ein Gewinn“, sagt Albers. Mehr als 20 Euro im Monat würde der Experte nicht für den Versicherungsschutz ausgeben. Gut ist, wenn im Tarif die Erstattungssumme pro Jahr nicht auf ein Maximum begrenzt ist und auch die Anzahl von Implantaten nicht festgeschrieben ist.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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